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30.03.2016

12:41 Uhr

Löw liefert gutes EM-Gefühl

„Alle Spieler haben ihre Aufgaben erfüllt“

Der Italien-Fluch ist beendet. Mit dem 4:1 in München beruhigt der Weltmeister aber vor allem die zweifelnde Fußball-Nation. Der Bundestrainer setzt bei Personal und Taktik kluge Reize. Der EM-Kader nimmt Formen an.

Nationalspieler Mesut Özil und Bundestrainer Joachim Löw freuen sich nach dem Spiel. dpa

Nach dem Sieg über Italien

Nationalspieler Mesut Özil und Bundestrainer Joachim Löw freuen sich nach dem Spiel.

MünchenJoachim Löw und seine Weltmeister haben geliefert, die Fußball-Nation ist besänftigt und hat wieder ein gutes EM-Gefühl. Nach dem Vier-Sterne-Sieg gegen Angstgegner Italien kann der Bundestrainer ohne weitere öffentliche Aufgeregtheiten ungestört im stillen Kämmerlein an seinem Kader und dem Masterplan für die Tour de France werkeln, die am 10. Juli in Paris triumphal enden soll.

„Es war gut, eine gute Reaktion auf das Englandspiel zu zeigen“, sagte Löw nach dem bejubelten 4:1 (2:0) gegen die Italiener. Die personell und taktisch runderneuerte deutsche Mannschaft konnte das 2:3 von Berlin eindrucksvoll korrigieren. Trotzdem mahnte Löw: „Bei der EM gibt es wieder andere Voraussetzungen und Situationen.“

Vom Freundschaftsspiel-Schlendrian war am Dienstagabend in München nichts mehr zu sehen. „Das war wichtig, dass wir es auch mal in einem Testspiel gezeigt haben“, sagte Löw nach dem dominanten Auftritt, der die aufgekommenen Zweifel am Erfolgshunger der Weltmeister und ihrer Titelreife bei der EM-Endrunde in Frankreich wegfegte. „Alle Spieler haben ihre Aufgabe erfüllt“, lautete Löws Kollektivlob.

Der EM-Fahrplan der deutschen Fußball-Nationalmannschaft

14. Mai

Letzter Bundesliga-Spieltag

17. Mai

Nominierung des vorläufigen EM-Kaders

21. Mai

DFB-Pokal-Finale in Berlin

23. Mai

Beginn Trainingslager in Ascona/Schweiz

28. Mai

28. Mai: Champions-League-Finale in Mailand

29. Mai: Benefiz-Länderspiel gegen die Slowakei in Augsburg

30. Mai: Ablauf der Nominierungsfrist für die 23 EM-Spieler

3. und 4. Juni

3. Juni: Abschluss Trainingslager in Ascona

4. Juni: Testspiel gegen Ungarn in Gelsenkirchen

7. und 12. Juni

7. Juni: Bezug des EM-Quartiers in Évian-les-Bains

12. Juni: EM-Gruppenspiel in Lille gegen die Ukraine

16. Juni

EM-Gruppenspiel in Saint-Denis/Paris gegen Polen

21. Juni

EM-Gruppenspiel in Paris gegen Nordirland

10. Juli

EM-Finale in Saint-Denis/Paris

„Jetzt können wir ohne viel Druck von außen Richtung Trainingslager gehen und uns da das erarbeiten, was wir brauchen“, sagte Thomas Müller. Der Münchner war in seinem 70. Spiel erstmals Kapitän und ging in einer von Löw weitgehend neu konzipierten DFB-Elf voran.

Der Turniercoach hatte kluge Maßnahmen ergriffen, setzte mit taktischen Varianten und fünf Personalwechseln gute Reizpunkte. Die Dreierkette entwickelt sich zur Abwehralternative. Das Experiment mit Mesut Özil und Toni Kroos als Tandem in der Mittelfeldzentrale ging toll auf.

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Italien und Deutschland, eine Fußballrivalität, die seit Jahrzehnten ein besseres Ende für die „squadra azzurra“ nimmt. Das Testspiel in München ist aber nicht nur für unsere Italien-Korrespondentin eine Herausforderung.

„Das war eine Entscheidung, die man durchaus machen kann. Es ist ein Risiko, klar - aber wenn nicht in so einem Spiel, wann dann?“, sagte Tüftler Löw. „Zwei gute Fußballer funktionieren immer. Ob das eine Option ist, ist eine Frage für den Trainer“, meinte 1:0-Schütze Kroos zum Versuch mit Özil, dem Elfmeterschützen zum 4:0, als Nebenmann. „Was wir heute gespielt haben, in der Umsetzung, wie wir es getan haben, hat natürlich auch Zukunftspotenzial“, sagte der Dortmunder Weltmeister Mats Hummels. Einstellung, Aufstellung - alles passte.

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