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04.03.2014

10:21 Uhr

Löw scharf wie nie

„Topteam auf dem Papier reicht nicht“

So scharfe Töne hat Joachim Löw vor einer Titelmission noch nie angeschlagen. 100 Tage vor der Fußball-WM droht der Bundestrainer unverhohlen mit prominenten Härtefällen bei der Kader-Nominierung und fordert vor dem Test gegen Chile höchste Professionalität ein.

„Die Uhr tickt“: Jogi Löw legt eine härtere Gangart ein. ap

„Die Uhr tickt“: Jogi Löw legt eine härtere Gangart ein.

Stuttgart„Die Uhr tickt. Nur wer sie hört, wird eine reelle Chance haben, dabei zu sein“, warnte Löw zum Beginn des WM-Countdowns am Montag in Stuttgart, wo die deutsche Nationalmannschaft zu einem Testländerspiel Chile empfängt.

Langzeitverletzte, fehlender Spielrhythmus bei einigen etablierten Kräften und viele kleine Blessuren haben den Chef des DFB-Teams nicht nur extrem nachdenklich gemacht, sondern auch zu klaren Worten an die designierten WM-Fahrer veranlasst.

„Es ist ein Appell an alle, ein Weckruf für manche, dass sie ihr Training, ihren Lebenslauf und ihre Professionalität so nutzen, dass sie die letzten Monate bis zur WM optimal gestalten“, verkündete der Bundestrainer zum Auftakt der Vorbereitung auf das erste Länderspiel des WM-Jahres am Mittwoch (20.45 Uhr/ARD). 50.019 Tickets dafür waren am Montag verkauft, der DFB rechnet mit einem ausverkauften Haus.

Teammanager Oliver Bierhoff verglich die aktuelle Situation des Nationalteams mit einem „Zwölfzylinder, der nicht auf allen Pötten läuft“. Gefühlt würde ganz Deutschland mit der Erwartung in das komplizierte Weltturnier vom 12. Juni bis 13. Juli in Südamerika gehen, dass Löw einen wunderbaren Kader auf dem Tablett serviert bekommen habe und er nur noch den Titel abholen müsse. „Doch das ist nicht so, das bedeutet viel Arbeit“, betonte Bierhoff, der vor mittlerweile 18 Jahren bei der EM in England mit seinem „Golden Goal“ im Finale für den letzten deutschen Titelgewinn gesorgt hatte.

Es reiche nicht, dass Deutschland auf dem Papier ein Topteam habe, erklärte Löw angesichts verletzter Akteure wie Sami Khedira und Ilkay Gündogan sowie etlicher Akteure ohne ausreichende Spielpraxis und Form wie Mario Gomez oder René Adler.

„Wir brauchen bei der WM die besten verfügbaren Spieler, nicht die theoretisch besten. Wir sind im Moment nicht in der Lage zu sagen, diese 23 Spieler bilden den Kader“, erklärte der 54-Jährige. Alle WM-Kandidaten stehen ab sofort unter scharfer Beobachtung: „Wir werden sie ein Stück weit überwachen. Wir haben sie aufgefordert, individuell an sich zu arbeiten“, betonte Löw.

Kommentare (1)

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04.03.2014, 14:28 Uhr

Auch wenn Chile an sich eher an unattraktiver Gegner ist, wird es mit Sicherheit ein interessantes Spiel. Ich bin ganz besonders auf die Neulinge gespannt und wie sie sich im DFB-Trikot machen werden, vielleicht kann der ein oder andere noch auf den WM-Zug mit aufspringen. Bei einem Onlinevoting, welches gerade läuft, wird genau diese Frage gestellte, welcher der vier hierbei noch die meisten Chancen hat. Die meisten scheinen es Lasogga zuzutrauen und auch ich kann mir ebenfalls vorstellen, dass er mit nach Brasilien fährt. Siehe hier: http://bit.ly/DFB-Neulinge

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