Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.09.2011

12:25 Uhr

Löws Luxus

Wohin mit Supertalent Götze?

Joachim Löw konzentriert sich längst auf die Europameisterschaft. Die Basis für den großen Wurf ist geschaffen. Doch vorher muss der Bundestrainer sein Supertalent Götze ins System integrieren.

Für Supertalent Mario Götze fehlt derzeit einer Position im System der Nationalmannschaft. dapd

Für Supertalent Mario Götze fehlt derzeit einer Position im System der Nationalmannschaft.

GelsenkirchenAuf diesen Luxus musste Joachim Löw bis zu seinem sechsten Amtsjahr warten. Der Bundestrainer kann Ausfälle wie Mario Gomez oder Sami Khedira locker verkraften, ein Ausnahmetalent wie Mario Götze ganz behutsam an höchste Aufgaben heranführen, einem Lieblingsspieler wie Lukas Podolski Druck machen und den Wettbewerb um die Stammplätze im Fußball-Nationalteam nach Herzenslust schüren. „Der Konkurrenzkampf ist in den letzten Monaten ausgeprägter geworden. Das war meine Zielvorstellung, das wollen wir fördern“, kündigte Löw an. 

Der 51-Jährige will möglichst schon beim EM-Turnier 2012 mehr als hochgelobte dritte (WM 2006, WM 2010) oder zweite Plätze (EM 2008) einfahren. „Priorität ist, dass wir uns weiterentwickeln, um beim nächsten Turnier Wichtiges zu erreichen“, erklärte Löw vor dem EM-Qualifikationsspiel am Freitag in Gelsenkirchen gegen Österreich. 

Fördern und fordern - nach diesem Motto verfährt Löw auf dem Weg zum Turnier in Polen und der Ukraine, bei dem Spaniens Siegeszug beendet werden soll. Die langjährigen Nationalspieler erleben einen Chef, der dabei noch zielstrebiger und konsequenter zu Werke geht. „Er hat seine klare Vorgaben, die er der Mannschaft ganz klar mitteilt. Wer da nicht mitzieht oder das nicht umsetzt, hat dann auch keine Chance“, berichtete Abwehrchef Per Mertesacker. 

Löw wolle den „maximalen Erfolg“, ergänzte Vizekapitän Bastian Schweinsteiger. Der Konkurrenzkampf habe eine neue Qualität: „Es gibt 25 bis 30 Spieler, die zur Nationalmannschaft gehören und auf hohem internationalen Niveau spielen können.“ Mertesacker spricht von „einer Luxussituation, wie ich sie noch nie erlebt habe“. 

Die Voraussetzungen sind geschaffen, um nach 16 titellosen Jahren seit dem EM-Erfolg von Klinsmann, Sammer & Co 1996 in England im nächsten Jahr die Sehnsucht nach dem Turniertriumph zu stillen. „Ich hoffe, dass wir die hohen Erwartungen umsetzen können. Jeder möchte unbedingt einen Titel holen“, bekannte Schweinsteiger. 

Auch Löw ist gefordert. Er hat das notwendige Spielermaterial - nun muss er den Titelschlüssel finden. Zur zentralen Frage wird die Besetzung des Mittelfeldes und damit die taktische Ausrichtung. Löw will „ein spielstarkes Mittelfeld mit drei variablen Leuten, die in der Lage sind, defensiv und offensiv gut zu arbeiten“. Fünf Spitzenkräfte drängen sich für die drei Planstellen auf: Die bewährten WM-Kräfte Schweinsteiger, Özil und Khedira sowie Jungstar Götze und Toni Kroos, den Löw als „Verbindungsmann“ zwischen der Sechser- und Zehnerposition bezeichnete.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×