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13.07.2016

17:36 Uhr

Lutz Michael Fröhlich

Neuer Chef soll Bundesliga-Schiris auf Kurs bringen

Am Ende hatte Herbert Fandel genug von seinem Teilzeitposten als Schiri-Chef. Als Nachfolger als Vorsitz der DFB-Schiedsrichterkommission wurde nun Lutz Michael Fröhlich vorgestellt. Die Mission: besser pfeifen.

Lutz Michael Fröhlich soll die anhaltende Schelte beenden. dpa

Neuer Schiri-Chef

Lutz Michael Fröhlich soll die anhaltende Schelte beenden.

FrankfurtDer Berliner Lutz Michael Fröhlich soll Deutschlands Fußball-Schiedsrichter nach viel Kritik und internen Querelen wieder in bessere Zeiten führen. Der 58-Jährige tritt die Nachfolge von 13807780an, der nach sechs Jahren sein Amt an der Spitze der Bundesliga-Schiedsrichter auf eigenen Wunsch aufgab. Der Rückzug vom Vorsitz der DFB-Schiedsrichterkommission hatte neben persönlichen Gründen auch mit Unstimmigkeiten in der Schiedsrichterführung zu tun.

„Ich sehe mich als kommunikativen Typen, der eng an der Mannschaft der Schiedsrichter dran ist“, erklärte Fröhlich. Der ehemalige Bundesliga-Referee wird seine Funktion anders als Fandel hauptamtlich ausüben. Er sei „kein Patriarch und kein Alphatier“, betonte Fröhlich am Mittwoch zum Auftakt des fünftägigen Trainingslagers der besten deutschen Schiedsrichter im bayerischen Grassau. Der Berliner war bislang Abteilungsleiter Schiedsrichter innerhalb des DFB.

Welche Regeln zum 1. Juni 2016 verändert wurden (I)

Torlinientechnik

Nachdem die Technik schon bei der WM in Brasilien im Einsatz war, erlebt sie nun ihre Premiere bei der EURO. Verwendet wird dasselbe System wie in der Bundesliga („Hawk Eye“).

Dreifachbestrafung

Die umstrittene Regel (Rote Karte, Strafstoß und eine Sperre bei der Verhinderung einer klaren Torchance im Strafraum) ist modifiziert worden. Wenn ein Spieler keine Chance hat, den Ball zu spielen, oder wenn er die Hände zu Hilfe nimmt, wird es weiterhin Rot geben. Wenn er aber versucht, seinen Gegenspieler mit erlaubten Mitteln zu stoppen, er aber um einen Sekundenbruchteil zu spät kommt (wenn er also fair spielen wollte, es aber nicht geschafft hat) dann soll es künftig Gelb geben.

Strafstoßausführung

Eine Verzögerung beim Anlauf ist weiterhin erlaubt, der Schütze darf aber nicht komplett abstoppen. Falls er es doch macht, sieht er Gelb und es gibt Freistoß für den Gegner. Auch der Torwart kann nun Gelb sehen, wenn er sich zu früh von der Linie nach vorne bewegt und der Ball dann nicht ins Tor geht.

Behandlung bei einer Verletzung

Kurze Pausen (20 Sekunden) sind nun auf dem Platz erlaubt, wenn der Gegner für das Foul eine Karte gesehen hat. Der Spieler muss dafür nicht mehr zwingend vom Feld und darf danach auch bleiben. Bisher war das Verlassen des Spielfelds obligatorisch.

Anstoß

Der Anstoß muss nicht mehr zwingend nach vorne ausgeführt werden, auch zurück oder zur Seite ist nun erlaubt.

Freistoßmauer

Die „Mauer“ der Mannschaft, die den Freistoß erhalten hat und so dem Torhüter des Gegners die Sicht nehmen will, ist nicht mehr erlaubt.

Vizepräsident Ronny Zimmermann bezeichnete Fröhlich als „optimalen Mann“ für die Nachfolge von Fandel. Der 52-Jährige soll als Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses dem Verband erhalten bleiben. Im vergangenen Winter-Trainingslager auf Mallorca war es innerhalb des Schiedsrichterlagers zu Unstimmigkeiten gekommen. Es schwelte ein Machtkampf zwischen Fandel und dem Ligavertreter Hellmut Krug. „Wir waren aber weit weg von einer Revolte und einem Aufstand“, erklärte Zimmermann in Grassau.

Aus einer anonymen Umfrage unter den Bundesliga-Schiedsrichtern hat die Schiedsrichterkommission dennoch Konsequenzen gezogen. Zehn Bausteine zur Optimierung der Entscheidungsqualität und Minimierung von Fehlentscheidungen wurden erstellt. „Die letzte Saison ist nicht rund gelaufen“, gestand Deutschlands EM-Schiedsrichter Felix Brych.

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