Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.03.2012

22:23 Uhr

Machtwort in Brasilien

Kein Alkoholverbot bei der WM 2014

Die wichtige Frage um das Alkoholverbot für die WM 2014 in Brasilien scheint endlich geklärt. Indes musste FIFA-Generalsekretär Valcke für seine Kritik am Stand der Vorbereitungen viel Prügel einstecken.

Ein Fan der brasilianischen Nationalmannschaft: Das Alkoholverbot in den Stadien wird aufgehoben. dpa

Ein Fan der brasilianischen Nationalmannschaft: Das Alkoholverbot in den Stadien wird aufgehoben.

São PauloIn Brasilien hält das Wirrwarr um das wichtige WM-Rahmengesetz auch vor dem Besuch von FIFA-Präsident Joseph Blatter an. Nachdem sich die Regierungsparteien im Abgeordnetenhaus am Mittwoch darauf verständigten, das von der FIFA vehement geforderte Alkoholverbot in Stadien zur WM nicht aufzuheben, sprach Sportminister Aldo Rebelo am Donnerstag ein Machtwort.

Die Aufhebung des Alkoholverbotes gehöre zu den Garantien, die Brasilien der FIFA beim WM-Zuschlag 2007 gemacht habe. Daraufhin ruderte auch der zuständige Berichterstatter im Parlament mit der Begründung zurück, er habe sich geirrt. Blatter dürfte die Kehrtwende mit Erleichterung zur Kenntnis genommen haben.

FIFA Generalsekretär Jerome Valcke. dpa

FIFA Generalsekretär Jerome Valcke.

Doch auch ohne diese Baustelle bleibt beim Krisentreffen mit Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff am Freitag ausreichend Zündstoff, denn der WM-Gastgeber und die FIFA gerieten zuletzt in erhebliche diplomatische Turbulenzen. Die waren durch den in Brasilien inzwischen ungern gesehenen FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke ausgelöst worden. Dieser hatte die schleppenden Vorbereitungen im Land des Rekordweltmeisters kritisierte und die unglückliche Wortwahl vom „Tritt in den Hintern“ für die Organisatoren gewählt.

Inhaltlich bekam er allerdings selbst in Brasilien Recht. „Es gibt noch viele Verzögerungen“, räumte Ex-Fußballstar Ronaldo ein, der mit dem früheren Nationalspieler Bebeto im Aufsichtsrat des WM-Organisationskomitees sitzt. Dabei meinten weder Ronaldo noch Valcke in erster Linie die Stadien in den zwölf Ausrichterstädten. Es geht um Hotels, um den öffentlichen Nahverkehr und um Flughäfen.

Die großen Metropolen São Paulo und Rio de Janeiro, aber auch die WM-Stadt Manaus im Amazonas versinken im täglichen Verkehrschaos. Die Metro-Netze sind zu klein oder wie in Manaus nicht vorhanden. Die häufig hoffnungslos überfüllten Busse sind stecken zu Stoßzeiten selbst auf eigenen Spuren im endlosen Stau.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

MartinIgler

16.03.2012, 08:19 Uhr

Sehr milde ausgedrückt. Die Situation ist eigentlich noch schlimmer. Aber wenn man hier lebt, weiß man, dass Brasilianer sich nicht kritsieren lassen - auch wenn es berechtigt ist. Fakt ist: In Sao Paulo laufen beide Flughäfen "normal" auf 150 Prozent Auslastung. Während der WM sind Schulferien und Touristen kommen ins Land. Wie soll das gehen? Der Teufel steckt auch im Detail. Suchen Sie am Internationalen Flughafen mal Jemanden, der zumindest Englisch spricht. Die Stadien sind auch nicht fertig und müssen teilweise - wie jetzt in Sao Paulo umkonstruiert werden, weil Berechnungsfehler vorliegen. Von den fehlenden Hotelbetten und der mangelnden Verkehrsinfrastrutur gar nicht zu reden. Aber es gibt ja das WM-Gesetz und das erlaubt es den Bürgermeistern der Spielorte die Spieltage zu Feiertagen zu erheben. Wie kommentierte Romário: "Das muss auch sein, sonst bleiben sogar die Teams im Stau stecken!"

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×