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10.01.2014

18:17 Uhr

Manchester United

Einkaufen gegen die Krise

VonLisa Hegemann

Manchester United steckt nach dem Pokal-Aus tief in der Krise. Die Verantwortlichen wollen nun mit neuen Transfers die Wende schaffen. Für einen Bundesliga-Verein könnte die Einkaufstour gefährlich werden.

Hängende Köpfe bei Manchester United nach dem Pokal-Aus gegen Swansea City. Neuzugänge sollen frischen Wind in den Verein bringen. ap

Hängende Köpfe bei Manchester United nach dem Pokal-Aus gegen Swansea City. Neuzugänge sollen frischen Wind in den Verein bringen.

Mit dem Ende der langen Trainer-Ära von Alex Ferguson scheint auch die Glückssträhne von Manchester United gerissen zu sein. Sportlich dümpelt das britische Bayern München in der Liga auf dem siebten Platz vor sich hin, im englischen Pokal schied die Mannschaft nun sogar aus. Und an der Börse spekulieren Hedgefonds gegen den Verein.

Das soll sich wieder ändern. Zumindest, wenn es nach den Verantwortlichen von Manchester United geht. Die Glazer-Familie hat auch schon eine Idee, wie der Verein zurück zum Glück gelangen könnte: mit Geld. Mit viel Geld. Britische Medien berichten, dass die Geldgeber des Traditionsvereins dem Trainer David Moyes 200 Millionen Pfund (etwa 240 Millionen Euro) zur Verfügung stellen – für neue Transfers. Mit der Summe soll er in den nächsten 18 Monaten den Kader deutlich verstärken. Auf der Wunschliste stehen zwei zentrale Mittelfeldspieler, ein Stürmer, ein Linksverteidiger und ein Innenverteidiger.

Für Borussia Dortmund bedeuten diese Nachrichten nichts Gutes. Dem Vernehmen nach zeigen sich die „Red Devils“ besonders interessiert an den schwarz-gelben Offensivstars Marco Reus und Ilkay Gündogan. Nach den Abgängen von Mario Götze und Robert Lewandowski wären dies erneut zwei Leistungsträger, die in Dortmund schmerzlich vermisst würden. Allerdings hat Reus mit den Borussen noch einen Vertrag bis 2017, ein Ausstieg aus dem Verhältnis soll Gerüchen zufolge erst 2015 möglich sein. Der Vertrag von Gündogan hingegen läuft bereits 2015 aus. Ein Wechsel zu Manchester wäre spätestens dann möglich.

Ob die Moyes' Shopping-Tour tatsächlich gegen die Krise hilft, sei dahin gestellt. Klar ist aber, dass sich der Trainer nicht erneut ein Desaster wie in der Transferperiode im vergangenen Sommer leisten kann. Damals blitzte Manchester United sowohl bei Ex-Red-Devil Cristiano Ronaldo als auch bei Gareth Bale ab. Nach Meinung der britischen Presse lag dies auch daran, dass Moyes ungeschickt agierte.

Der einzige nennenswerte Wechsel war der vom Belgier Marouane Fellaini – und für den gab United vier Millionen Euro mehr aus als notwendig: Der Verein hätte den Spieler bis Ende Juli für 28 Millionen Euro haben können. Doch weil die Briten extravagantere Wünsche hatten, ließen sie die Frist verstreichen und mussten sich die Dienste des Belgiers kurz vor Ende der Transferfrist für 32,5 Millionen Euro erkaufen.

Bei der derzeit kolportierten Summe von 240 Millionen Euro dürften solche Beträge künftig aber als Lappalien gelten. Immerhin könnte sich Manchester United mit dem Geld Cristiano Ronaldo, Gareth Bale und Mesut Özil leisten. Wenn man Fußballer wie Özil denn haben wollte. Im Sommer jedenfalls bot Moyes um den deutschen Wirbelwind nicht mit: Er sei nicht das, was die Mannschaft brauche, kommentierte der Manchester-Coach.

Arsenal London sah das anders. Der Verein holte Özil für 50 Millionen Euro von Real Madrid – und steht derzeit elf Punkte vor Manchester United an der Spitze der Premier League. Da, wo die „Red Devils“ wieder hinkommen wollen.

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