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30.01.2015

14:23 Uhr

Marco Reus

Staatsanwaltschaft ermittelt in Führerschein-Affäre

Jahrelang war BVB-Star Marco Reus ohne Führerschein gefahren, dafür akzeptierte er eine Strafe von 540.000 Euro. Nicht genug, findet ein NRW-Landtagsabgeordneter. Die Sache ist wieder ein Fall für die Staatsanwaltschaft.

Marco Reus: Der Fußball-Nationalspieler aus Dortmund war jahrelang ohne gültigen Führerschein gefahren. Reuters

Borussia Dortmunds Marco Reus

Marco Reus: Der Fußball-Nationalspieler aus Dortmund war jahrelang ohne gültigen Führerschein gefahren.

DortmundDie Dortmunder Staatsanwaltschaft muss sich erneut mit dem Führerschein-Fall Marco Reus beschäftigen. Einen entsprechenden Bericht der „Ruhr Nachrichten“ bestätigte am Freitag das nordrhein-westfälische Justizministerium. Es geht um Nachfragen eines Landtagsabgeordneten.

Der Fußball-Nationalspieler aus Dortmund war jahrelang ohne gültigen Führerschein gefahren. Reus wurde erwischt und hat inzwischen einen Strafbefehl über 540 000 Euro akzeptiert. Sechs Fahrten ohne Erlaubnis wurden ihm vorgeworfen. Die Ermittlungen zu dem Vorwurf, er habe in der Kontrolle einen gefälschten niederländischen Führerschein vorgezeigt, stellte die Staatsanwaltschaft ein.

Das Millionenspiel um Marco Reus

Gerüchte

Monatelang jagte ein Gerücht das nächste. Geht Marco Reus zu den Bayern, Manchester City, Real Madrid oder Barcelona? Oder bleibt er in Dortmund? Und zu welchen Bedingungen? Es ging um viele Millionen.

Stand: Februar 2015

Marktwert

Der Marktwert von Marco Reus beträgt derzeit rund 50 Millionen Euro. Damit ist er neben Thomas Müller und Mario Götze einer der wertvollsten deutschen Spieler. In Europa zählt er zu den Top20 der Hotspots.

Ausstiegsklausel

Marco Reus hatte eine Ausstiegsklausel in seinem alten BVB-Vertrag. Diese hätte es ihm erlaubt, für 25 Millionen Euro am Ende der Saison 2014/15 zu wechseln. Damit wäre er für jeden neuen Verein ein Schnäppchen gewesen – gemessen am Marktwert.

Gehaltsangebot

Borussia Dortmund kaufte ihm im Februar 2015 die Ausstiegsklausel ab und konnte Marco Reus damit bis 2019 fest an den Verein binden. Darauf ist Reus nach langem Überlegen eingegangen.

Gehaltspoker

Der BVB köderte nach Informationen von „Bild“ seinen Spieler angeblich mit einem Mega-Gehalt von 12 Millionen Euro. Im „Focus“ war von zehn Millionen Euro pro Jahr die Rede. Und Manchester City soll angeblich sogar 13 Millionen Euro pro Jahr geboten haben, berichtete „Bild“. Laut sid soll Reus nun rund acht Millionen Euro pro Jahr verdienen.

Sprengsatz

Reus ist nun wohl zum absoluten Spitzenverdiener beim BVB aufgestiegen. Gleichzeitig sprengt sein Gehalt womöglich jedoch das aktuelle Gefüge. So viel - wie in der Presse vermutet - konnte ein Fußballspieler in Deutschland bisher nur bei Bayern München verdienen.

Gehaltssprung

Bisher verdiente Reus mit Hinweis auf das Jahr 2013 angeblich rund vier Millionen Euro pro Jahr beim BVB. Schon damit war er einer der Spitzenverdiener im Kader. Der BVB nannte keine Zahlen, sondern gab nur den Hinweis: Anderswo hätte Reus ein Gehalt bekommen können, das in Richtung des Doppelten gegangen wäre.

Und die Bayern?

Klar ist, dass sie über Reus nachdachten. Doch dann zogen sie sich auch frühzeitig öffentlich zurück.

Gewaltiger Bayern-Etat

Die Ausgaben für Spieler steigen bei den Bayern gewaltig. Waren es 2012/13 noch 125 Millionen und 2013/14 bereits 140 Millionen, so sollen es aktuell laut „Bild“ schon 160 Millionen Euro sein.

Topverdiener in München

Die Top-Verdiener in München sind laut „Bild“: Franck Ribéry, Philipp Lahm, Mario Götze. Alle sollen jeweils 12 Millionen Euro pro Jahr erhalten.

Mickriger BVB-Etat

Die Dortmunder wirken dagegen bisher wie ein Waisenknabe. In der Bundesliga liegt der BVB mit einem Lizenzspieleretat von 73 Millionen Euro in dieser Saison sogar nur auf Platz 4 in der Bild-Rangliste. Also nicht einmal die Hälfte des Bayern-Etats.

Nun hat der CDU-Abgeordnete Peter Biesenbach eine Anfrage an Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) gerichtet. Er will wissen, warum die falschen Papiere nicht zur Anklage gekommen sind und warum nicht ermittelt wurde, ob es mehr Fahrten ohne Führerschein gab. Es gehe darum, den Eindruck aus der Welt zu räumen, dass es einen Promi-Bonus gegeben habe.

Es gehe nicht darum, den Fall neu aufzurollen, sagte ein Sprecher von Kutschaty. Die Staatsanwaltschaft sei gebeten, die Fragen zu beantworten. Diesem Wunsch will die Behörde in zwei bis drei Wochen nachkommen.

Von

dpa

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