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19.05.2011

10:10 Uhr

Matthäus, Magath und mehr

Die Männer entdecken den Frauen-Fußball

Fünf Wochen vor der Frauen-WM im eigenen Land kann die DFB-Auswahl auf eine neue Fanbasis bauen: Kicker und Funktionäre aus dem Männerbereich. Lothar Matthäus schwärmt, Joachim Löw und Felix Magath haben schon Tickets.

Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft beim Training für die WM: Auch männliche Kicker und Funktionäre entdecken das Team von Silvia Neid für sich. Quelle: dapd

Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft beim Training für die WM: Auch männliche Kicker und Funktionäre entdecken das Team von Silvia Neid für sich.

FrankfurtRekord-Nationalspieler Lothar Matthäus schwärmt von einer „tollen Mannschaft, nicht nur, was das Fußballerische betrifft - auch das Optische“. Jupp Heynckes wird sich „selbstverständlich“ die Spiele der deutschen Auswahl anschauen. Auch Bundestrainer Joachim Löw und Felix Magath wollen „live“ dabei sein, und Oliver Kahn freut sich auf ein „Event“. Keiner soll der männlichen Fußball-Prominenz vorwerfen, dass sie die Frauen-Weltmeisterschaft in Deutschland ignoriert. Und niemand würde es mehr wagen, öffentlich über das kickende andere Geschlecht zu lästern.

Es ist aber auch nicht so, dass die Profis in der Bundesliga-Sommerpause der WM (26. Juni bis 17. Juli) entgegenfiebern - auch wenn das manchmal so scheint: Nationalstürmer Thomas Müller jubelt beispielsweise in einem TV-Spot für eine Lebensmittelkette, wo die Frauen-WM beworben wird. „Ich werde sicher nicht wegschalten, wenn ein Spiel kommt“, sagt der Bayern-Profi. „Aber ich habe noch nichts rot angestrichen in meinem Kalender, wann ich unbedingt vor dem Fernseher sitzen muss.“

Löw will hingegen ebenso wie Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff jede Möglichkeit nutzen, um die Mannschaft von Silvia Neid spielen zu sehen. „Sollte ich mal nicht im Stadion sein, werde ich es am Fernsehen verfolgen“, sagt Löw und betont: „Die Mannschaft ist mir schon ans Herz gewachsen. Sie ist unglaublich sympathisch und hat einige absolute Weltklassespielerinnen.“

An ein zweites „Sommermärchen“ nach 2006 glaubt zwar niemand, aber Ex-Nationalkeeper Kahn kann sich gut vorstellen, dass die WM eine große Begeisterung auslösen wird: „Wir leben heute in einer Zeit der Eventisierung und ich glaube, dass das ein Event ist, das viele Menschen anziehen wird. Wenn die Menschen Erfolge feiern können, noch besser. Daher glaube ich, dass das ein großer Erfolg wird.“

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