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10.01.2006

15:51 Uhr

Messe "Heimtextil" trumpft mit neuen Ideen

Mit Oliver Kahn ins Bett

Für die am Mittwoch beginnende Messe "Heimtextil" ließen sich die Designer passend zum WM-Jahr etwas Besonderes einfallen. Oliver Kahn in Ihrem Schlafzimmer? Bis jetzt nur ein Traum, ab heute wahr.

Oliver Kahn lächelt bald von Bettwäsche und Handtuch. Foto: dpa dpa

Oliver Kahn lächelt bald von Bettwäsche und Handtuch. Foto: dpa

HB FRANKFURT/MAIN. Mit Oliver Kahn ins Bett - so könnte im Fußball-WM-Jahr 2006 das Motto gewiefter Textil-Verkäufer lauten. Möglich macht es die Firma van Dillen aus dem Münsterland, die neben Handtüchern und Sitzkissen auch Bettwäsche mit den Motiven der Nationalmannschaft im Programm hat.

Das Unternehmen ist eines der 2800 Ausstellern, die auf der am Mittwoch in Frankfurt beginnenden Messe Heimtextil ihre neuen Produkte zeigen. Wie im Vorjahr werden zu der weltweit größten Schau für textile Inneneinrichtung bis Samstag rund 90 000 Fachbesucher aus aller Welt erwartet.

"Für uns hat sich die Weltmeisterschaft schon jetzt rentiert", sagt van-Dillen-Vertriebsleiter Günter Schmidt. Sein Unternehmen hatte von der Fifa die Rechte für die Vermarktung von Heimtextilien zur WM für einen sechsstelligen Betrag erworben und rechnet mit einem zweistelligen Millionen-Euro-Umsatz. 80 Prozent der Käufer seien Frauen - genutzt würden die Produkte aber meist von Männern und Jugendlichen.

Die Heimtextil-Branche leidet wie andere Konsumgüter-Hersteller unter der Konsumflaute. Schließlich scheinen die deutschen Haushalte bereits bestens ausgestattet: 22 Geschirrtücher, 14 Waschlappen und 13 Tischdecken finden sich in jeder Durchschnittswohnung, ergab eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung für die Messe. Doch für den Absatz der Industrie hat die Untersuchung trotzdem einen Lichtblick: Viele Textilien dürften schon verschlissen oder zumindest recht vergilbt sein - so sind nach Berechnung der Forscher 70 Prozent der Geschirrtücher schon mehr als fünf Jahre alt.

Im Mittelpunkt der Messe stehen die neuen Wohnmodetrends: Viel Farbe mit grün, türkis und rot - aber als Gegensatz auch die schlichte schwarz-weiße Gestaltung. "Es ist alles sehr farbig geworden, sehr heiter", sagt Designer Norbert Winklmann von decoteam, einem Zusammenschluss von sieben Produzenten. Auch die Mode der 70er und 30er Jahre spielt wieder eine Rolle. "Es ist ein Mix von Versatzstücken aus der Vergangenheit", sagt Winklmann.

Donata Apelt- Ihling, Eigentümerin der Heimtextil-Firma Apelt aus Baden-Württemberg meint, die Gestaltung sei etwas strenger als früher - alles muss in der Wohnung zusammenpassen vom Boden über die Wände bis zu den Möbeln.

Auch neue Produktideen werden auf der Messe gezeigt. So hat van Dillen ein Handtuch entwickelt, dass maschinell zu einem handgroßen Päckchen zusammengepresst wird. Seine normale Größe entfaltet das Produkt erst, wenn der Käufer es im Wasser einweicht. Vorteil des Verfahrens: Die Produkte sind so klein, dass sie leicht direkt neben der Warenhauskasse angeboten werden können.

Eine andere Idee zeigt die Firma Vossen aus Österreich: Ihr neues Thermo-Handtuch wird zum Teil aus Soja hergestellt. "Ideal für die Sauna - es nimmt die Wärme viel schneller auf und gibt sie schneller wieder ab", erläutert Mitarbeiterin Pia-Marie Wartmann. In den USA seien Soja-Fasern bei T- Shirts schon weit verbreitet - in Europa aber eine Neuheit.

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