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01.09.2015

13:39 Uhr

Millionen aus England

Bundesliga schafft positive Transfer-Bilanz

VonThomas Schmitt

Das gab es schon lange nicht mehr: Die Bundesliga macht satte Gewinne mit Verkäufen von Spielern. Wer in den Millionen aus England schwimmt und wer noch rote Zahlen produziert. Die Bilanz der Transferperiode.

Der Schalker Julian Draxler geht zum VfL Wolfsburg. Eine Folge des Mega-Transfers von Kevin De Bruyne, der für 75 Millionen Euro nach Manchester City wechselt. AFP

Julian Draxler

Der Schalker Julian Draxler geht zum VfL Wolfsburg. Eine Folge des Mega-Transfers von Kevin De Bruyne, der für 75 Millionen Euro nach Manchester City wechselt.

DüsseldorfDer Verkauf von Spielern ist für die Top-Fußballvereine kein gutes Geschäft. Seit der Saison 2004/05 häufte die 1. Bundesliga unter dem Strich Verluste von mehr als einer Milliarde Euro an, stellte der Bundesligaverband DFL fest. Der Löwenanteil dieser Summe entfällt nach Berechnungen von Transfermarkt.de auf den FC Bayern München. Daneben ist vor allem der VfL Wolfsburg langfristig mit roten Zahlen aufgefallen.

Doch diese Grundregel für Topklubs könnte sich nun ändern. Erstmals seit zehn Jahren verbuchten in der am Montag um 18 Uhr zu Ende gegangenen Transferperiode mehr als die Hälfte der Bundesligavereine ein Plus. Das ist sehr ungewöhnlich. Neben Wolfsburg freuten sich auch Hoffenheim, Mainz, Schalke und Stuttgart über Transfergewinne von mehr als zehn Millionen Euro.

Ursache ist in den meisten Fällen der Millionenstrom, der durch die Fernsehsender und die reichen Geldgeber in der englischen Premier League in den Fußball gedrückt wird. Der viel diskutierte Transfer des Belgiers Kevin De Bruyne ist nur die Spitze des Eisberges. In dessen Folge zirkulierten die englischen Millionen schneller als erwartet in der Bundesliga.

Die Transferbilanz der vergangenen fünf Jahre

Platz 17 und 18

Platz 18: Bayern München, -189,8 Millionen Euro

Platz 17: VfL Wolfsburg, -76,18 Millionen Euro

Platz 15 und 16

Platz 16: Borussia Dortmund, -53,96 Millionen Euro

Platz 15: Hamburger SV, -27,15 Millionen Euro

Platz 13 und 14

Platz 14: Hannover 96, -23,48 Millionen Euro

Platz 13: Borussia Mönchengladbach, -20,67 Millionen Euro

Platz 11 und 12

Platz 12: Bayer 04 Leverkusen, -15,63 Millionen Euro

Platz 11: Eintracht Frankfurt, -7,45 Millionen Euro

Platz 9 und 10

Platz 10: FC Ingolstadt, -5,52 Millionen Euro

Platz 9: FC Augsburg, -3,52 Millionen Euro

Platz 7 und 8

Platz 8: Darmstadt 98, -1,21 Millionen Euro

Platz 7: 1. FC Köln, 1,65 Millionen Euro

Platz 5 und 6

Platz 6: Hertha BSC, 9,35 Millionen Euro

Platz 5: VfB Stuttgart, 15,05 Millionen Euro

Platz 3 und 4

Platz 4: 1899 Hoffenheim, 16,24 Millionen Euro

Platz 3: Werder Bremen, 21,3 Millionen Euro

Platz 2

Platz 2: FSV Mainz 05, 23,95 Millionen Euro

Platz 1

Platz 1: FC Schalke 04, 29,38 Millionen Euro

Das zeigte sich nicht nur am Wechsel von Julian Draxler, der für 35 Millionen Euro von Schalke nach Wolfsburg wechselt. Bis Montag um 18 Uhr wurden urplötzlich weitere Millionenbeträge locker gemacht. Bayer Leverkusen gab nicht nur zehn Millionen für den Dortmunder Kevin Kampl, sondern auch noch zwölf Millionen für Javier "Chicharito" Hernandez von Manchester United aus. Der FC Augsburg kaufte für fünf Millionen Ja-Cheol Koo (bisher Mainz). Der Hamburger SV investierte drei Millionen in Aaron Hunt vom VfL Wolfsburg.

Rangliste: Die teuersten Transfers der Bundesliga

Platz 10

Edin Dzeko 2011, VfL Wolfsburg zu Manchester City, 34 Millionen Euro

Platz 9

Mario Gomez 2009, VfB Stuttgart zu Bayern München, 35 Millionen Euro

Julian Draxler 2015, Schalke 04 zum VfL Wolfsburg, 35 Millionen Euro

Renato Sanches 2016, Benfica Lissabon zu Bayern München 35 Millionen Euro

Platz 8

Mario Götze 2013, Borussia Dortmund zu Bayern München, 37 Millionen Euro

Arturo Vidal 2015, Juventus Turin zu Bayern München, 37 Millionen Euro

Platz 7

Mats Hummels, 2016, von Borussia Dortmund zu Bayern München, 38 Millionen Euro (geschätzt)

Platz 6

Javi Martínez 2012, Athletic Bilbao zu Bayern München, 40 Millionen Euro

Platz 5

Roberto Firmino 2015, 1899 Hoffenheim zum FC Liverpool, 41 Millionen Euro

Platz 4

Henrikh Mkhitaryan, 2016: von Borussia Dortmund zu Manchester United, 42 Millionen Euro

Platz 3

Granit Xhaka, 2016: von Borussia Mönchengladbach zu Arsenal London, 45 Millionen Euro

Julian Draxler, 2017: vom VfL Wolfsburg zu Paris Saint Germain, 45 Millionen Euro

Platz 2

Leroy Sane, 2016: Von Schalke 04 nach Manchester City, 50 Millionen Euro

Platz 1

Kevin De Bruyne 2015, VfL Wolfsburg zu Manchester City, 75 Millionen Euro

Überhaupt Schalke: Viele Vereinsmitglieder mögen den Abschied des Ur-Schalkers Draxler nicht verstehen. Doch dieser Deal liegt absolut in der Geschäftslogik der vergangenen fünf Jahre. Diese lautet: Auf die Jugend setzen und gute Spieler nach einigen Jahren teuer verkaufen. Im Fünfjahresvergleich setzte sich Schalke damit an die Bundesliga-Spitze.

Kein anderer aktueller Erstligist erzielte unter dem Strich in fünf Jahren durch Spielertransfers so viel: knapp 30 Millionen Euro. Und kein anderer schaffte damit – nach den Berechnungen von Transfermarkt.de – in vier von fünf Fällen einen positiven Wechselsaldo. Das ist überaus bemerkenswert für einen Verein, der zuletzt vor allem durch zahlreiche Trainerwechsel auffiel.

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