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13.05.2012

15:15 Uhr

Millionen-Trost für BVB

Kagawa nach Pokal-Gala vor dem Absprung

VonThorsten Giersch

Heute feiert Borussia Dortmund das Double, ab Montag muss der BVB wieder kämpfen. Diesmal nicht die Spieler, sondern das Management: Bei Spielmacher Shinji Kagawa stehen die Zeichen auf Abschied.

Shinji Kagawa und sein Trainer Jürgen Klopp: Das Pokalfinale könnte der Abschluss zwei erfolgreicher Jahre gewesen sein. Reuters

Shinji Kagawa und sein Trainer Jürgen Klopp: Das Pokalfinale könnte der Abschluss zwei erfolgreicher Jahre gewesen sein.

Berlin/DortmundOb er auf dem Weg hinauf auf das Podest wohl eine Zehntelsekunde in Richtung VIP-Tribüne geschaut hat? Shinji Kagawa wird gewusst haben, dass Sir Alex Ferguson beim Pokalfinale auf der Tribüne saß, um vor allem ihn zu sehen. Der Trainer von Manchester United soll sehr daran interessiert sein, den jungen Japaner auf die Insel zu holen.

In kaum einem anderen Land ist Höflichkeit wichtiger als in Japan. Und entsprechend ist es für Kagawa eine Ehre, dass der erfolgreichste Trainer der Welt extra nach Deutschland reist, um sich einen 23-Jährigen anzuschauen. Aber es war ja auch ein besonderer Anlass: Ferguson braucht Spieler, die sich gerade in den ganz großen Spielen zeigen. Und das Pokalfinale gegen die Bayern war ein großes Spiel.

Was Kagawa gezeigt hat, dürfte Ferguson in seiner Einschätzung mehr als bestätigt haben. Der Spielmacher schoss nicht nur das 1:0 – das war die leichteste Übung. Er war extrem gedankenschnell, technisch brillant und überaus effektiv. Und vor allem traf der 23-Jährige fast immer die richtige Entscheidung. So einen Instinkt-Fußballer kann Manchester United sehr gut gebrauchen. Zudem hat der Vorzeigeclub beste Erfahrungen mit Asiaten gemacht.

Kagawas Vertrag in Dortmund läuft noch bis 2013. Ihm liegt bei den Westfalen ein Angebot für eine Vertragsverlängerung für weitere drei Jahre vor. Doch bisher warten die Borussen vergeblich auf ein positives Zeichen und planen bereits zweigleisig.

Für Borussia Dortmund wäre ein Weggang Kagawas gleich in doppelter Hinsicht ein Verlust: Zum einen ist er in Japan ein Superstar und mit seinem Stern stieg auch die Bekanntheit des BVB im Land der aufgehenden Sonne, wovon die gesamte Bundesliga profitierte.

Aber vor allem würde Kagawa – übrigens wissen Stadionsprecher Norbert Dickel und so ziemlich jeder Fan, dass dies sein Vor- und Shinji der Nachname ist – dem deutschen Meister natürlich als Fußballer fehlen. Wer jetzt unkt, dass der Weggang des Japaners dem BVB so schmerzen würde, dass der Club dem FC Bayern nicht mehr gewachsen wäre, der übertreibt, und zwar aus vier Gründen.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

13.05.2012, 15:44 Uhr

Ich habe keine Zweifel daran, dass der BVB einen Weggang von Kagawa verkraften kann. Jedoch steht es bereits im Artikel, dass es aus kommerziellen Gründen dumm wäre diesen Spieler zu verkaufen. Pahh 15 Mio. Das ist ein bisschen wenig für einen Spieler, der dem BVB das Tor auf die Absatzmärkten in Ostasien und Südostasien eröffnen kann.

Für einen Kagawa kann der BVB von ManU ruhig 40 bis 60 Mio verlangen, weil in der Geschäftswelt von ManU nicht "sportliche" Dinge für die Preisfestellung eine Rolle spielen.

ManU ist auf den internationalen Absatzmärkten bereits gut positioniert. 15 Mio ist da ein Schnäppchen. Sollte aber der BVB tatsächlich vorhaben den Bayern Paroli zu bieten, dann heißt dies nicht weniger als ein international zu werden.

Der BVB muss endlich mal anfangen in größeren Dimensionen zu denken. Wenn Watzke & Co. denkt es sei dafür noch zu früh, dann lassen sie Kagawa ziehen. Aber wenn sie es für 15 Mio tun, dann sind sie Narren.

KunzKunz

13.05.2012, 23:40 Uhr

Ich bin anderer Meinung: Wenn Kagawa vorgibt in der Premier League spielen zu wollen damit man ihn in Japan öfter sehen kann (narzßitisch gepolt) und weil diese PL angeblich in Japan interessanter sei als die BL muss ich sagen - Zorc hat es verpasst dem Japaner aufzuzeigen wie schnell sein Ruhm in der PL zuende sein kann. Das haben schon viele vor Kagawa versucht .. ich erinnere an ein "Schnitzel" aus Dortmund BVB der glaubte der PL gewachsen zu sein und ging - trotz Warnung - nachdem er auf der Insel angekommen war - doch so jämmerlich unter und ich erinnere auch an Nuri Sahin der bei Real versauert .. der ehemalige BVBler Meczelder - der nach Barca ging - spielt heute beim Erzrivalen Schalke 04 oder doch nicht mehr und ist auf jeden Fall vom Fenster wech -- also untergegangen. Der ehemalige BVB Verteidiger wurde durch Schmelzer sehr, sehr gut kompenisert.

Wenn ich Kagawa einen Tipp geben könnte würde ich ihm dringend raten beim BVB zu bleiben .. Nur so hat er Chancen auf die Zukunft. Die rauhe englische Liga ist nichts für Shinji - die ist Gift für ihn .. ich kann da nur warnen ... Und dem H-Blatt Redakteur will ich bitten .. Schreibt doch sachlihcer und nicht so auffällig als Bauern Fans

Shinji bleib .. das ist ein guter Tipp. VErlang von Zorci mehr KOhle und eine ausstiegklausel un ddamit fährst du am besten ...

Und noch was: Die BVB Gruppe - diesen Gruppenzusammenhalt - den BVB-Mannschaftsgeist - bekommst du nie, nie mehr wieder. Nuri kann dir das bestätigen ..

Vorname_Nachname

14.05.2012, 12:08 Uhr

Hervorragender Artikel. In einem Punkt eine kleine Korrektur:

"übrigens wissen Stadionsprecher Norbert Dickel und so ziemlich jeder Fan, dass dies sein Vor- und Shinji der Nachname ist"

Das stimmt nicht. Kagawa ist der Familienname und Shinji der Vorname. Wenn der Stadionsprecher "Kagawa Shinji" sagt, dann folgt er damit einfach der ostasiatischen Namensordnung, wo der Nachname zuerst kommt (siehe Wikipedia, Art. "Japanischer Name") - so wie man auch Mao Zedong sagt, obwohl Mao der Nachname ist. Oder in Bayern "der Huber Franz".

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