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08.03.2006

08:30 Uhr

Mit WM-Stadiontechnik bei Kunden punkten

Avaya knüpft die Netze mit leisen Tönen

VonHans Schürmann

Die Fußball-Weltmeisterschaft ist nicht nur sportlich ein Highlight, auch technologisch hat die Veranstaltung einiges zu bieten. Wie bereits bei der letzten WM in Japan und Korea will der Technologiesponsor Avaya das Großereignis nutzen, um mit neuester Kommunikationstechnik zu brillieren.

Eine Mitarbeiterin von Avaya-Tenovis steht in einem Kellerraum der Firma in Frankfurt zwischen den Computern einer Großrechenanlage, die probeweise für die kommende Fußball-Weltmeisterschaft 2006 aufgebaut wurde. Foto: dpa

Eine Mitarbeiterin von Avaya-Tenovis steht in einem Kellerraum der Firma in Frankfurt zwischen den Computern einer Großrechenanlage, die probeweise für die kommende Fußball-Weltmeisterschaft 2006 aufgebaut wurde. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Der Netzwerkspezialist liefert die Datenkommunikation für die zwölf Stadien und verknüpft diese über das Internet mit der Zentrale in Frankfurt. "Wenn alles so funktioniert, wie wir es geplant haben, ist das die beste Referenz, die wir uns vorstellen können", sagt Andrea Rinnerberger, Marketingchefin von Avaya.

Das US-Unternehmen aus New Jersey ist ein weltweit führender Anbieter von Internettelefonie. Der Konzern, der weltweit rund 20 000 Mitarbeiter beschäftigt und im vergangenen Jahr 4,9 Mrd. Dollar umgesetzt hat, versucht mit dem Engagement bei der Fußballweltmeisterschaft seinen Bekanntheitsgrad in den wichtigsten Absatzländern zu erhöhen. "Wir werden mit zahlreichen gezielten Marketingaktionen dafür sorgen, dass potenzielle Kunden erfahren, welches Know-how wir zu bieten haben", beschreibt die Marketingfrau die Strategie. Diese Chance hat Avaya bei der letzten WM in Japan vertan. "Wir haben es damals zwar geschafft, unseren Namen bekannter zu machen, es ist uns aber nicht gelungen, unsere technische Kompetenz zu kommunizieren", sagt Rinnerberger.

Diesmal kommt eine weitere Herausforderung hinzu. Die Marke Tenovis soll im Laufe des Jahres durch die Marke Avaya ersetzt werden. Ende 2004 hatte der Netzwerkspezialist den deutschen Telekomausrüster Tenovis von der Private-Equity-Firma Kohlberg Kravis Roberts übernommen. In Deutschland ist Tenovis heute noch bekannter als Avaya. Das soll sich nun ändern.

Den Marketingleuten steht dafür allerdings kein üppiges Budget zur Verfügung. Im Grunde nur ein Bruchteil der 100 Millionen Dollar, die das Unternehmen seit 2001 in die Netzwerktechnik für die Stadien investiert hat. "Die Summe reicht nicht aus, um Fernsehwerbung zu schalten. Wir konzentrieren uns daher vor allem auf Direktmarketing-Aktionen, die wir gemeinsam mit dem Vertrieb planen", sagt Rinnerberger.

Experten sind jedoch skeptisch, ob das reichen wird. Das Sportmarketing eigne sich zwar besonders gut, um schnell eine Markenbekanntheit aufzubauen, sagt Stephan Schröder vom Marktforschungsinstitut Sport + Markt. Doch der Status eines offiziellen Fifa-Sponsors reiche dazu bei weitem nicht aus. "Hier stellt sich schon die Frage, wofür das Engagement eingegangen wurde, wenn man die Chancen, die es zweifellos bietet, nicht nutzt und die getätigten Infrastrukturleistungen zur Realisierung der WM nicht dominant kommuniziert", wundert sich der Marktforscher. Im Vergleich zu den durchschnittlichen Bekanntheitswerten anderer Fifa-Sponsoren fällt Avaya deutlich ab.

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