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30.01.2007

21:50 Uhr

Münchener beißen sich an Bochum die Zähne aus

Bayern mit Blamage statt Wiedergutmachung

Bayern München rutscht immer tiefer in die Krise und kann das Ziel Meisterschaft so langsam abschreiben. Fünf Tage nach dem verpatzten Rückrundenstart in Dortmund (2:3) kam der deutsche Meister auch im Heimspiel gegen den VfL Bochum nicht über ein mageres 0:0 hinaus.

Auch Bastian Schweinsteiger, hier im Zweikampf mit Bochums Christoph Dabrowski, konnte keine entscheidenden Akzente setzen. Foto: ap ap

Auch Bastian Schweinsteiger, hier im Zweikampf mit Bochums Christoph Dabrowski, konnte keine entscheidenden Akzente setzen. Foto: ap

HB MÜNCHEN. Der Rückstand auf die Spitzenteams Werder Bremen und Schalke 04, die beide erst am Mittwoch spielen, könnten nach Abschluss des 19. Spieltages auf acht Zähler anwachsen. Damit dürfte drei Wochen vor dem Champions-League-Achtelfinale gegen Real Madrid auch der Druck auf Trainer Felix Magath weiter wachsen.

Während die Bayern, von gellenden Pfiffen begleitet, in die Kabine schlichen, flüchtete Karl-Heinz Rummenigge aus dem Stadion. „Ich sage jetzt nichts. Da muss ich erst eine Nacht drüber schlafen“, bemerkte der Bayern-Vorstandschef. Mit drastischen Worten reagierte Roy Makaay auf das Remis. „Der Ball wollte nicht rein. Zwei Punkte verloren, Scheiße“, sagte der Niederländer. „Im Moment brauchen wir nicht von der Meisterschaft zu reden, aber verlieren sie nicht aus den Augen“, meinte sein Landsmann Mark van Bommel, „aber dafür müssen wir einfach besser spielen.“

Obwohl der Coach und Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge die Mannschaft nach der Niederlage in Dortmund in die Pflicht genommen hatten, enttäuschten die Bayern auch gegen Bochum auf der ganzen Linie. „Es ist fünf vor Zwölf für den FC Bayern. Wenn wir Dienstag gegen Bochum nicht gewinnen, dann ist der Titel so gut wie weg“, hatte Magath nach der Pleite von Dortmund erklärt. Seine Mannschaft wirkte gegen den VfL Bochum verunsichert und fand nie zu ihrem Spiel. Von dem geforderten Einsatz und der Leidenschaft war nichts zu sehen. Auch spielerisch hatten die Gastgeber vor 64 000 Zuschauern erneut wenig zu bieten. Ohne Leidenschaft und Emotionen spulte das Münchner Starensemble sein Pensum herunter, allein von Makaay ging gelegentlich Gefahr aus. Lukas Podolski, der nach der Pause für Claudio Pizzaro kam, konnte sich erneut nicht für einen Platz in der Startelf empfehlen.

Der VfL, der die letzten fünf Spiele in München jeweils verloren hatte, verdiente sich den Punkt redlich. In einigen Szenen agierten die Gäste sogar durchdachter als der FC Bayern. Der Tabellen-15. hatte bei seinen seltenen Kontern die größte Chance durch den Griechen Theofanis Gekas (56.). Nach einem Fehler des sehr schwachen Nationalspielers Philipp Lahm musste Kahn gegen den Schuss des Griechen sein ganzes Können aufbieten. „Wir haben die Qualität, die Liga zu erhalten. Das haben wir heute bewiesen“, sagte VfL-Profi Zvjezdan Misimovic.

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