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25.07.2015

17:21 Uhr

Mythos Borussia Mönchengladbach

Zurück in die Vergangenheit

VonThomas Schmitt

Die Fohlen scharren mit den Hufen. Borussia Mönchengladbach hat wieder ein Team, das Hoffnungen auf große Erfolge weckt. So wie in den goldenen Siebzigerjahren, als der Kult um den Verein am Niederrhein begann.

Deutscher Meister 1975: Borussia Mönchengladbach. Stehend von links nach rechts: Jupp Heynckes, Trainerassistent Karl-Heinz Drygalski, Reiner Bonhof, Wimmer, Jensen, Wittkamp, Schäffer, Danner und «Meistermacher» Trainer Hennes Weisweiler. Vorn von links nach rechts: Masseur Stock, Klinkhammer, Berti Vogts, Kleff und Alan Simonsen. dpa

Meister 1975

Deutscher Meister 1975: Borussia Mönchengladbach. Stehend von links nach rechts: Jupp Heynckes, Trainerassistent Karl-Heinz Drygalski, Reiner Bonhof, Wimmer, Jensen, Wittkamp, Schäffer, Danner und «Meistermacher» Trainer Hennes Weisweiler. Vorn von links nach rechts: Masseur Stock, Klinkhammer, Berti Vogts, Kleff und Alan Simonsen.

DüsseldorfDer Fußballklub Borussia Mönchengladbach ist wieder obenauf. Dritter in der Bundesliga, direkt für die Champions League qualifiziert und in der Rückrunde sogar bestes Team der Liga – vor den großen Bayern. Kein Wunder, dass da Erinnerungen an die goldene Zeit der Gladbacher in den Siebzigern wach werden: als die Borussia nicht nur die Liga, sondern auch Europa rockte.

Mit dem Schweizer Lucien Favre haben die Borussen wieder einen Übungsleiter, der ähnlich wie die längst verstorbene Trainerlegende Hennes Weisweiler arbeitet. Das stellt sogar dessen Witwe Gisela Weisweiler fest. „In Lucien erkenne ich meinen Mann wieder.“ Auf Weisweilers Stufe steht Favre zwar noch nicht. Doch er ist auf dem Weg dahin.

Favre belebt einen Mythos, der Mitte der Sechzigerjahre in der Regionalliga entstand. Am 27. April 1964 unterschrieb Weisweiler bei Borussia Mönchengladbach. „Das war für den Verein ein Führungs- und Paradigmenwechsel der elementaren Art, wie er schärfer kaum hätte ausfallen können“, stellen Kurt Röttgen und Hermann Josef Weskamp in dem Buch „Hennes Weisweiler“ fest.

Borussia Mönchengladbach 2017: Fakten zu den Fohlen

Verein

Borussia Mönchengladbach feierte 2010 ihren 110. Geburtstag. Der 1. August 1900 ist der offizielle Gründungstag des VfL. Die Fußballprofis spielten zuletzt 2016 in der Uefa Champions League und 2017 in der Europa League.
Quelle: Borussia Mönchengladbach

Anhänger

Verein: Mehr als 81.000 Mitglieder (Stand: April 2017).
Fanklubs: mehr als 1100 mit rund 40.000 Mitgliedern
Jünter-Club: 15.270 Mitglieder

„Das ist unser Kapital“, meint der Vereinspräsident.

Social Media

Vertreten auf Facebook Twitter, Instagram, Vine, Soundcloud, Youtube, Google+, SinaWeibo, Snapchat
Digitale Reichweite: 1,385 Millionen Fans

Stadion

Name: Borussia-Park, kein Sponsor
Fassungsvermögen 54.010 Zuschauer,
alle Plätze überdacht, davon 37.865 Sitzplätze

Trikots

Vereinsfarben: schwarz-weiß-grün
Spielkleidung: weiß (Heim), hellgrün (Auswärts), schwarz (Auswärts II)

Größte Erfolge

Deutscher Meister: 1970, 1971, 1975, 1976, 1977
DFB-Pokalsieger: 1960, 1973, 1995
Deutscher Supercupsieger: 1977
UEFA-Cup-Sieger: 1975, 1979

Bilanz

Umsatz 2010: 71,6 Millionen Euro, 2015: 160,6 Millionen Euro, 2016: 196,9 Millionen Euro
Eigenkapital 2010: 15,3 Millionen Euro, 2015: 61,4 Millionen Euro, 2016: 88 Millionen Euro

Sponsoring

Werbeeinnahmen 2016: 36,3 Millionen Euro, Sponsoring 2005: 18,7 Millionen Euro
Hauptsponsor: Postbank
Co-Sponsoren: Audi, Bitburger, Böklunder, digiBet, Kappa, Kyocera, Reuter, Santander, ZTE

Werte im Klub

Wert der Marke: 159 Millionen Euro (Brand Finance, 2016)
Transferwert Profiteam: 164 Millionen Euro (Transfermarkt.de, April 2017)

Wertvollste Spieler

Mahmoud Dahoud (15 Millionen Euro), Christoph Kramer (12 Millionen Euro), Patrick Herrmann (8 Millionen Euro), Lars Stindl (13 Millionen Euro), Yann Sommer (9 Millionen Euro), Andreas Christensen (16 Millionen Euro)

Hennes, wie ihn alle nannten, blieb elf Jahre, so lange wie keiner vor ihm in der Bundesliga. Von Beginn an war Günter Netzer ein wichtiger Bestandteil seines Teams, als Spielmacher mit der Nummer 10. „Zwei höchst unterschiedliche Persönlichkeiten – eine Idee vom Fußball“, schreiben Röttgen und Weskamp. „Sie schwören auf Offensive, auf ihre eigenen Stärken.“

Das Konzept ging schon in der Regionalliga auf. In der Saison 1964/65 schoss die Truppe von Weisweiler 92 Tore und stieg in die Bundesliga auf. „Es ist die Geburtsstunde der Fohlenelf“, urteilen die Weisweiler-Biographen. Der Name stamme von dem Sportjournalisten August Hurtmanns. „Er passt trefflich auf die vor lauter Lust und Kraft manchmal überschäumende Spielweise.“

Postbank über Borussia Mönchengladbach: „Sponsoring erhöht die Kaufbereitschaft“

Postbank über Borussia Mönchengladbach

„Sponsoring erhöht die Kaufbereitschaft“

Nahezu jeder Deutsche kennt die Postbank. Trotzdem wirbt das Institut bis 2020 mit dem Fußballklub Borussia Mönchengladbach. Aus gutem Grund, sagt Joachim Strunk: Wer das Sponsoring kennt, kauft lieber ein Geldprodukt.

Vorne hui, hinten pfui – dies war allerdings ebenfalls lange ein Kennzeichen der Gladbacher Spielweise. So kassierte die Elf im ersten Bundesligajahr 68 Gegentore, konnte aber trotzdem auf Platz 13 den Klassenerhalt sichern. In den folgenden Jahren ging es langsam aufwärts. Platz acht und zwei dritte Plätze folgten. Doch der eigentliche Durchbruch sollte erst danach kommen.

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