Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.01.2010

18:37 Uhr

Nach Anschlag in Angola

Togo verlässt Afrika Cup

Die Fußball-Nationalmannschaft von Togo will den Afrika Cup in Angola nach dem blutigen Anschlag auf den Teambus verlassen. Bei dem Anschlag sind wahrscheinlich drei Menschen zu Tode gekommen. Verwirrung herrscht über das Schicksal von Torwart Kodjovi Obilale.

Das Fernsehbild aus Angola zeigt den Abtransport eines verletzten Spielers. Der Togo wird nach dem Terroranschlag auf den Teambus das Land wohl verlassen. Reuters

Das Fernsehbild aus Angola zeigt den Abtransport eines verletzten Spielers. Der Togo wird nach dem Terroranschlag auf den Teambus das Land wohl verlassen.

HB LUANDA/HAMBURG. Nach dem blutigen Anschlag auf den Mannschaftsbus wird Togo nicht beim Afrika Cup antreten. Einen Tag nach dem blutigen Anschlag auf den Mannschaftsbus erklärte der togoische Regierungssprecher Pascal Bodjona am Samstagabend, dass die Regierung beschlossen hat, die Fußball-Nationalmannschaft zurückzurufen. „Wir können unter diesen Umständen am Wettbewerb nicht teilnehmen. Die Spieler stehen unter Schock“, sagte er in einem Statement.

„Kein Spieler ist bereit, bei diesem Cup anzutreten. Wir sind gekommen, um ein Fußball-Fest zu feiern, aber jetzt ist es, als würde man in den Krieg ziehen“, hatte Togos Torwart Kossi Agassa am Samstag im Radio France Info zuvor schon gesagt. Togo sollte am Montag in Cabinda gegen Ghana sein erstes Turnierspiel bestreiten. Doch auch die Ghanaer beraten inzwischen mit ihrem Verband darüber, ob sie ihre Teilnahme am Afrika Cup aufrechterhalten wollen.

Bestätigt wurden bislang zwei Tote, Medienberichten zufolge sollen drei Personen den Angriff nicht überlebt haben. Die Regierung Angolas hatte den Übergriff als „terroristischen Akt“ verurteilt. Der Bus mit Spielern und Funktionären war unter Beschuss geraten, kurz nachdem er die Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Angola passiert hatte. Mehrere Menschen wurden bei dem Anschlag zudem verletzt. Die schockierten Spieler hatten sich in ersten Reaktionen gegen eine Teilnahme und für eine schnelle Heimreise ausgesprochen.

Verwirrung über Opferzahl

Während die togolesische Regierung zunächst mitteilte, nur der Busfahrer sei ums Leben gekommen, war in anderen Berichten von mehr Todesopfern die Rede. Verwirrung herrschte über das Schicksal von Torwart Kodjovi Obilale. Während auf der Homepage des französischen Radiosenders RMC berichtet wurde, der Keeper habe seine Verletzungen nicht überlebt, wurde dies vom Präsidenten von Obilales Club GSI Pontivy dementiert. Er stünde in ständigem Kontakt mit der Ehefrau Obilales, der in eine Klinik in Südafrika gebracht worden sei, wurde Clubpräsident Philippe Le Mestre, bei "L'Equipe" zitiert. Ein Sprecher des afrikanischen Verbandes hatte zuvor bestätigt, dass ein Assistenz-Trainer Togos und der Pressesprecher gestorben seien. Ein weiterer Torwart Togos, Kossi Agassa, sprach bei France-Info von drei Toten. Weitere Personen seien verletzt worden.

Der Weltfußball-Verband Fifa forderte vom afrikanischen Verband CAF und dessen Präsidenten Issa Hayatou einen umfangreichen Bericht an. Einige englische Vereine denken darüber nach, ihre für das Turnier abgestellten Spieler zurückzubeordern. Eine Sicherheitsdebatte um die WM im Sommer in Südafrika, der ersten auf dem afrikanischen Kontinent, ist indes noch nicht entbrannt.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

docdet

10.01.2010, 02:09 Uhr

Feindseligkeiten über die Sportebene auszutragen ist das allerletzte!
Egal, welche Motive, erfolgreiche Sportler sind das Vorbild für jedes Kind, egal aus welchem Land..
Also bitte, tell da people RESPECT!!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×