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16.05.2012

20:54 Uhr

Nach Chaos in den Schlussminuten

Hertha legt Einspruch gegen Spielwertung ein

Die Entscheidung in Berlin ist gefallen: Hertha BSC legt Einspruch gegen die Wertung des Relegationsspiels ein. Auch der Kontrollausschuss des DFB hat nach dem Chaosspiel erste Ermittlungen aufgenommen.

Beim Relegations-Spiel am Dienstag in Düsseldorf zündelten Gäste- und Heimfans mit Pyrotechnik. dpa

Beim Relegations-Spiel am Dienstag in Düsseldorf zündelten Gäste- und Heimfans mit Pyrotechnik.

DüsseldorfHertha BSC legt beim Deutschen Fußball-Bund Einspruch gegen die Wertung des Relegations-Rückspiels bei Fortuna Düsseldorf ein. Dies gab der Berliner Club am Mittwoch bekannt. „Ein regulärer Spielbetrieb war für uns nicht mehr möglich“, begründete Manager Michael Preetz diesen Schritt, „mit einem sportlichen Geschehen hatte dies nichts mehr zu tun.“ Es gehe darum, dass die „irregulär zustande gekommene Spielwertung“ aufgehoben werde.

Über den Einspruch und damit auch den Aufstieg der Düsseldorfer entscheidet nun das DFB-Sportgericht. Der DFB-Kontrollausschuss hat bereits Ermittlungen aufgenommen. Bereits am Freitag (13.30 Uhr) wird vor dem DFB-Sportgericht verhandelt.

Fortuna Düsseldorf hat deshalb die geplante Feier zum Aufstieg am Samstag abgesagt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa reagierte der Verein damit auf den Einspruch. „Wir werden uns dazu offiziell am Donnerstag äußern“, erklärte Fortuna-Sprecher Tom Koster am Mittwoch. Die Rheinländer hatten eine große Party in der Esprit-Arena vorgesehen.

Die Relegations-Partie war am Dienstag unter skandalösen Umständen zu Ende gegangen. Weil Fortuna-Anhänger schon vor dem Abpfiff den Rasen stürmten, musste Schiedsrichter Wolfgang Stark das Spiel für rund 20 Minuten unterbrechen. Sportlich hatte Düsseldorf mit dem 2:2 die Rückkehr in die Bundesliga geschafft.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) verurteilten am Mittwoch die Vorkommnisse im Düsseldorfer Stadion am Dienstagabend scharf. Zudem hat der Kontrollausschuss des DFB Ermittlungen aufgenommen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sieht besonders die Vereine der drei Profiligen in der Verpflichtung. Die Klubs müssten dafür sorgen, dass in den Stadien das ihnen zustehende Hausrecht auch ausgeübt werde. Der Minister appellierte an die Vereine, die Kontrollen in den Stadien zu verschärfen. Zudem müsse sichergestellt werden, dass Stadionverbote ausgesprochen und diese auch bundesweit durchgesetzt würden.

DFB und DFL erklärten zuvor, es sei „ein Punkt erreicht, an dem neue Wege gegen Gewalt im Umfeld von Fußballspielen gegangen werden müssen“. Konkret werde man noch vor Beginn der kommenden Saison eine Zusammenkunft aller Präsidenten der in den drei Profiligen aktiven Vereine einberufen, auf der „das weitere Vorgehen besprochen werden soll“.

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Auch Bundestrainer Joachim Löw kritisierte die Vorfälle „aufs Äußerste“. „Ungeheuerlich, dass eine Minderheit von Fans vor dem Abpfiff den Platz stürmt. Wo es um so viel geht, um den Aufstieg, um die Existenz, um riesengroßen Erfolg“, erklärte der Bundestrainer am Mittwoch auf Sardinien. Löw hatte die Skandalpartie am Dienstagabend im Fernsehen zwar nicht live verfolgt, aber sich umgehend über die Vorkommnisse informiert.

Kommentare (8)

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investival

16.05.2012, 19:16 Uhr

Das Spiel hätte eigentlich nach den xx Feuerwerkswürfen aus dem Hertha-Block abgebrochen werden müssen.
Dass da gültige 2:1 für Fortuna wäre dann kaum zu deren Lasten verwendbar gewesen.
DAS wäre ein Exempel gewesen!

Nun protestiert also Hertha; natürlich ... - natürlich nicht gegen den eigenen Anhang, der die 7 Min. Verlängerung, und viel mehr [sic!], erst provoziert hatte.
> Berlins Justizsenator Thomas Heilmann kritisierte derweil die Einsatzkräfte in Düsseldorf. <
Die sichtbar zu viel Mühe mit "seinem" Anhang hatten ... - Und dann an anderer Stelle offensichtlich, natürlich, fehlten.

Der Schiri hat nach 7 Min. Unterbrechung dennoch, freilich riskanterweise, weiter machen lassen, dabei aber das Spiel souverän - und, immerhin, ohne! Gewalt - zu Ende gebracht.
So what ...?

- "Groß" wäre es, die Fortuna böte Hertha eine Wiederholung der Restspielzeit ab besagten Feuerwerkswürfen an - bei 2:1, unter Berücksichtigung des berechtigten Platzverweises.
Vor eigenem Publikum.
Was sich so rehabilitieren könnte - und, freilich, sollte. Zusammen mit dem Hertha-Anhang.

Mag der DFB das nun anordnen, fehlt der Fortuna die Kraft, und bevor bei den Herthanern die Frustgewalt eskaliert, dass sie nicht nur in Zügen randalieren.

Revidiert er hingegen die bis zum 2:1 erbrachte Leistung beider Mannschaften, darf man sich wohl nicht weiter wundern.

icke

16.05.2012, 20:19 Uhr

Selbst als Herthaner muss man zugeben, dass Hertha verdient abgestiegen ist. Sollte das Spiel wiederholt werden, würde Hertha auch wieder verlieren. Viel besser wäre es den Preetz zu ersetzen. Sonst holt er wieder so einen Wundertrainer. Und der Lell kann auch gehen; der wendet mehr Energie fürs Stänkern auf als fürs Fußballspielen.

Competist

16.05.2012, 20:50 Uhr

Das Spiel muss aus folgenden Gründen selbstverständlich wiederholt werden:
1. Schiedsrichter Stark hätte das Spiel abbrechen müssen. Nach dem Vorfall war die Sicherheit weder für die Spieler, noch für die am Spielfeldrand stehenden Zusachauer, für die restliche Spielzeit gewährleistet.
Abbruch = Wiederholung des Spiels.
2. Teile des Rasens wurden bereits entfernt.
3. Wo kämen wir hin wenn die Zuschauer entscheiden wann ein Spiel zu Ende ist? Beim nächsten Spiel laufen sie dann 20 min vor Schluss aufs Feld? Geht einfach nicht.
4. Jeder Fussballfan weiss genau, dass ein Spiel auch in der letzten Minute, ja sogar in der letzten Sekunde entschieden werden kann.
Es gibt also nur eine richtige Entscheidung und diese ist eine Wiederholung des Spiels. Der DFB kann und wird auch nicht anders entscheiden.
Schade für Fortuna, das stand die Glücksgöttin als Namensträgerin des Vereins wohl nicht an Düsseldorfs Seite.

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