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10.10.2013

12:57 Uhr

Nach Greenpeace-Protest

100-prozentige Sicherheit in Stadien gibt es nicht

VonAnis Micijevic, Alexander Möthe

Der Anti-Gazprom-Protest von Greenpeace beim Champions-League-Spiel in Basel zeigt einmal mehr: Völlige Sicherheit bei Großveranstaltungen kann es nicht geben. Ähnliche Aktionen sind auch in deutschen Stadien möglich.

Mitglieder von Greenpeace entfalten im Baseler Stadion ein riesiges Protestbanner. dpa

Mitglieder von Greenpeace entfalten im Baseler Stadion ein riesiges Protestbanner.

DüsseldorfEs ist die fünfte Spielminute im Gruppenspiel der Champions League zwischen dem FC Basel und dem FC Schalke 04. Wie aus dem Nichts seilen sich Greenpeace-Aktivisten vom Dach des Baseler Stadions ab. Sie entrollen ein riesiges Transparent, auf dem steht: „Gazprom – don't foul the arctic“. Es ist eine spektakuläre Protestaktion gegen den russischen Gasgiganten und UEFA- und Schalke-Sponsor. Greenpeace rügt dabei die Bohrungen in der Arktis.

Prompt fragt man sich: Wenn Greenpeace-Aktivisten die Sicherheitskräfte in einem europäischen Stadion derart übertölpeln können, können das auch Terroristen? Und kann das auch in Bundesliga-Stadien passieren? Der Sicherheitsbeauftragte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Hendrik Große Lefert, warnt vor unsachlichen Diskussionen um Sicherheitsmaßnahmen in deutschen Stadien angesichts „derartig plakativer Aktionen“.

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Gleichzeitig räumt er aber auch ein, dass es „100-prozentige Sicherheit bei diesen Großveranstaltungen nicht geben“ kann. So könnten Fans beispielsweise Teilstücke von Stoffbannern unter der eigentlichen Kleidung verstecken und ins Stadion schmuggeln. Das gab es auch in der Bundesliga immer wieder, bei konstruktiv-kritischen Inhalten ließ man die Fans aber auch bei unangemeldeten Aktionen unter dem Gesichtspunkt der Meinungsfreiheit gewähren.

In einzelnen Fällen könne ein solches Verhalten aber auch als Verstoß gegen die Stadionordnung geahndet und ein Stadionverbot verhängt werden, sagt Große Lefert. Hinzu kämen strafrechtliche Beurteilungen, die davon unabhängig sind.

Im Fall von Basel hat die UEFA ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Die Kontroll- und Disziplinarkammer will den Fall nach Angaben der UEFA am 17. Oktober behandeln.

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