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27.01.2011

14:15 Uhr

Nach Halbfinaleinzug

Bayern sehnen mehr Ruhe herbei

Der große Stress ist dem FC Bayern München durch das 4:0 in Aachen vorerst erspart geblieben. Ob jetzt auch Frieden einkehrt, hängt aber von den kommenden beiden Auswärtsspielen ab.

Schlechte Miene zum guten Spiel: Louis van Gaal Quelle: Reuters

Schlechte Miene zum guten Spiel: Louis van Gaal

AachenDer Sieger wirkte gereizt wie ein Verlierer. Selbst das am Ende lockere 4:0 (1:0) im Viertelfinale des DFB-Pokals bei Alemannia Aachen konnte Louis van Gaal nur bedingt aufheitern. Fragen nach dem „Mailand-Flüchtling“ Mark van Bommel und der angespannten Stimmung im Verein bezeichnete der Trainer des FC Bayern München im Anschluss an die Partie als niveaulos. „Ich habe in einer Zeitung eine Schlagzeile gelesen „Fliegt van Gaal heute'. Das spielt in den Medien eine größere Rolle als in meinem
Vorstand oder meinem Verein“, kommentierte der Niederländer missmutig.

Unbeeindruckt von den Streitereien der Führungskräfte und der Suche nach einer neuen Hierarchie innerhalb der Mannschaft kam der FC Bayern zu einem standesgemäßen Sieg über den tapferen Zweitligisten.

„Es war sehr unruhig in dieser Woche. Aber wir haben das sehr gut und professionell abgeschlossen“, befand van Gaal. Doch die Schlechtwetterfront ist trotz des 22. Einzugs des Titelverteidigers in die Pokal-Vorschlussrunde noch nicht vollends abgezogen. Auch der Fußball-Lehrer wollte weitere Stürme nicht ausschließen: „Das wird wieder so sein. Ich weiß das, ich bin Trainer von Bayern München.“

Schon am Morgen nach dem Sieg in Aachen bestätigte sich die Vorahnung des Fußball-Lehrers. „Wo Kooperation nötig ist, trifft van Gaal - so der Eindruck - Entscheidungen im stillen Kämmerlein. Somit ist van Gaal jetzt noch mehr zum Erfolg verdammt“, meinte der ehemalige Bayern-Star Oliver Kahn in einer Kolumne des Fachmagazins „kicker“. Dagegen rief Christian Nerlinger aus Sorge um eine weitere Stimmungseintrübung alle Beteiligten zur Zurückhaltung auf: „Jetzt muss Ruhe rein.“ Immerhin könnte der Sieg in Aachen dazu beitragen, dass der Wunsch des Sportdirektors Wirklichkeit wird. Vorausgesetzt, der FC Bayern legt in den nun anstehenden Spielen in Bremen und in Köln seine Auswärtsschwäche ab und tritt ähnlich effektiv auf wie auf dem „Tivoli“. Nach dem frühen Treffer von Mario Gomez (26.) sorgten Thomas Müller (75./80.) und Arjen Robben (88.) für die Entscheidung.

„Das war ein auch in dieser Höhe verdienter Sieg“, befand Uli Hoeneß erleichtert. Zu den Querelen der vergangenen Tage wollte sich der Präsident jedoch nicht äußern. „Ich beantworte nur Fragen zum Spiel.“ Sorgen, dass es nach dem Weggang des bisherigen Kapitäns van Bommel zu mannschaftinternen Hierarchieproblemen kommen könnte, hegt van Gaal nicht. Die Beförderung von Philipp Lahm zum Spielführer bezeichnete er als folgerichtig: „Das ist normal. Er hat die Binde getragen, wenn van Bommel nicht dabei war.“

In diese Entscheidung sei auch Bastian Schweinsteiger, neben Lahm zweiter Leitwolf des Teams, eingebunden gewesen: „Sie können das miteinander machen. Ich werde keinen dritten Kapitän benennen, weil ich denke, dass diese zwei ausreichen.“ Die schleppende Genesung von Franck Ribéry trübte die Freude über den Erfolg in Aachen. Alle Hoffnungen auf ein baldiges Comeback des Franzosen könnten sich als Wunschdenken erweisen. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung (Donnerstag) fällt Ribéry wegen einer Bänderzerrung im linken Knie weitere drei Wochen aus. Für ihn ist es bereits die zweite längere Pause in dieser Saison: Beim Gastspiel in Hoffenheim im vergangenen September hatte der 27-Jährige einen Bänderriss im linken Sprunggelenk erlitten und danach mehrere Wochen gefehlt.

Von

dpa

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