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18.07.2012

17:04 Uhr

Nach Sicherheitsgipfel

Fans drohen dem DFB mit Ende der Zusammenarbeit

Fanorganisationen sind verärgert über die Ergebnisse des Sicherheitsgipfels und fühlen sich nicht in die Entscheidungen einbezogen. Manche drohen dem DFB und der DFL sogar mit einem Ende der Zusammenarbeit.

53 deutsche Proficlubs wurden zum Sicherheitsgipfel eingeladen, aber keine Abgesandten von Fanorganisationen. dpa

53 deutsche Proficlubs wurden zum Sicherheitsgipfel eingeladen, aber keine Abgesandten von Fanorganisationen.

BerlinAus Ärger über die verschärften Stadionverbote gehen Fanvertreter auf Konfrontationskurs mit den deutschen Fußball- Verbänden. Einige Organisationen drohen nach dem Berliner Sicherheitsgipfel, die Zusammenarbeit mit Deutschem Fußball-Bund und Deutscher Fußball Liga einzustellen.

„Wir werden darüber nachdenken, ob wir weiterhin in der AG Fanbelange des DFB und der DFL mitarbeiten wollen. Sollte es soweit kommen, würde es meiner Einschätzung nach ein klares Votum bei uns geben“, sagte Philipp Markhardt von ProFans, die in der Arbeitsgruppe vertreten sind, am Mittwoch. „Man muss ein Zeichen setzen, dass es so einfach nicht geht. Wir sind sprachlos.“

Der vom Sicherheitsgipfel beschlossene Verhaltenskodex

Zweck

Der vorliegende Verhaltenskodex definiert die wichtigsten Grundsätze zur Wahrung eines gewaltfreien, sicheren und fairen Wettbewerbs im deutschen Fußball. Er beschreibt Verhaltensregeln zum Schutz der Zuschauer bei Fußballspielen und zur Förderung einer friedlichen Fußballkultur.

Der Kodex ist das gemeinsame Bekenntnis der Vereine und Verbände, alle notwendigen Maßnahmen für noch mehr Sicherheit umzusetzen, sich deutlich sichtbar von Störern, Randalierern und Gewalttäter zu distanzieren und damit die Grundwerte des Fußballs zu bewahren.

Verhaltensgrundsätze

Mit dem vorliegenden Verhaltenskodex erklären wir: Wir treten für die Werte des Fußballs ein Fußball ist ein gesellschaftliches Gemeinschaftserlebnis, das Millionen Menschen auf emotionale und friedliche Weise verbindet. Die Fans sind ein wichtiger, zentraler Bestandteil unseres Sports. Ihre Unterstützung und ihre Leidenschaft sind Teil dieser einzigartigen, faszinierenden Fußballkultur, die es zu bewahren gilt.

Wir verurteilen jede Form von Gewalt

Die Sicherheit der Zuschauer und aller an der Organisation und Durchführung eines Fußballspiels Beteiligten ist die Basis unseres Fußballs. Wir distanzieren uns in aller Form und deutlich sichtbar von Störern, Randalierern und Gewalttätern. Für sie gibt es keinen Platz im Fußball.

Wir dulden keine Pyrotechnik beim Fußball

Das Abbrennen von Feuerwerk gefährdet die Gesundheit der Zuschauer und den Spielbetrieb. Schon aus diesem Grund kann Pyrotechnik kein Bestandteil einer schützenswerten Fankultur sein. Wir sagen 'Nein' zu Pyrotechnik im Stadion und im Umfeld von Fußballspielen.

Wir bestehen auf die Einhaltung der Regeln

Stadien sind kein rechtsfreier Raum. Wer zu einem Fußballspiel geht, muss sich, wie bei allen anderen Veranstaltungen an die Regeln halten. Das geltende Recht, die jeweilige Stadionordnung und die Weisungen der Ordnungsdienste sind von jedem Zuschauer zu respektieren und einzuhalten.

Wir stehen für eine konsequente Sanktionierung

Verstöße gegen die Stadionordnung und geltendes Recht müssen wirkungsvoll geahndet werden. Wir werden unsere Sanktionsmöglichkeiten gegen Störer, Randalierer und Gewalttäter konsequent ausschöpfen und umsetzen.

Bei der Sicherheitskonferenz hatten 53 deutsche Proficlubs auf Einladung von DFB und DFL sich neben einem Verhaltenskodex einstimmig unter anderem auch auf eine Verlängerung der Stadionverbote geeinigt. Diese sollen von bislang drei auf fünf und in „extremen Ausnahmefällen“ auf zehn Jahre erhöht werden. Diese Rücknahme einer Aufweichung von 2007 muss noch vom DFB-Präsidium beschlossen werden.

Der Verband betonte, dass die Überarbeitung des Stadionverbotsverfahrens in der Task Force Sicherheit, an der auch Fanvertreter beteiligt sind, zuvor als Empfehlung aufgenommen worden war. „Für intensivere Fälle muss es gerade im Sinne der friedlichen Fans erlaubt sein, mit einem Gewalttäterausschluss zu antworten“, betonte der DFB-Sicherheitsbeauftragte Hendrik Große Lefert. Die im Vorfeld bereits eingerichtete AG Stadionverbote werde unter Beteiligung von Fanorganisationen von August an Details ausarbeiten.

Markus Delnef von den Queer Football Fanclubs beklagte, dass sich die AG Stadionverbote noch gar nicht konstituiert habe, aber bereits mit Ergebnissen konfrontiert sei. „Das ist unglaublich. Meine persönliche Meinung ist: Dann ist die AG eine Farce, ein Feigenblatt und hat keine Existenzberechtigung“, sagte der Mainzer.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

18.07.2012, 18:04 Uhr

„Wie kann ich einem 17-Jährigen eine Perspektive bieten, wenn er zehn Jahre Stadionverbot bekommt?“

Was ist denn das für eine Aussage ?

Wir wollen schöne und interessante Fussballspiele mit friedlichen und sportbegeisterten Fans auf den Rängen. Was wir nicht brauchen, sind Vollpfosten die nichts anderes im Sinn haben zu stören und um jeden Preis negativ auffallen wollen. Solche gehören ausgeschlossen und müssen die Konsequenzen für ihr Handeln vollumfänglich tragen - egal welchen Alters !

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