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03.07.2015

15:14 Uhr

Nach WM-Aus und Kritik

DFB gibt Bundestrainerin Neid Jobgarantie

Der DFB reagiert auf die Kritik aus der Bundesliga an Silvia Neid, der taktische Mängel vorgeworfen werden. Die Bundestrainerin genieße weiterhin „totales Vertrauen“. Gegen England soll eine kleine Wiedergutmachung her.

„Silvia Neid hat das Gesicht unserer Frauen-Nationalmannschaft entscheidend geprägt und großartige Erfolge gefeiert.“ dpa

Bundestrainerin Silvia Neid

„Silvia Neid hat das Gesicht unserer Frauen-Nationalmannschaft entscheidend geprägt und großartige Erfolge gefeiert.“

Frankfurt am MainSilvia Neid muss ungeachtet des WM-Scheiterns der deutschen Fußball-Frauen und der teils heftigen Kritik aus der Bundesliga nicht um ihren Job als Bundestrainerin bangen. Einen Tag vor dem Spiel um Platz drei gegen England sprach DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock ein Machtwort in der zunehmend hitzigen Debatte. „Silvia Neid hat das Gesicht unserer Frauen-Nationalmannschaft entscheidend geprägt und großartige Erfolge gefeiert. Daher genießt sie auch weiterhin unser totales Vertrauen“, sagte Sandrock in einem am Freitag auf der Verbands-Homepage veröffentlichten Interview.

Dennoch ist fraglich, ob Neid ihren letzten WM-Auftritt an diesem Samstag (22.00 Uhr/MESZ) in Edmonton richtig genießen kann. Die 51-Jährige, die ihren Posten nach den Olympischen Spielen 2016 in Rio an Steffi Jones abgibt, ist nach dem verpassten Titel durch das 0:2 im Halbfinale gegen die USA ins Kreuzfeuer der Kritik geraten.

„Wir haben jetzt zweimal hintereinander das Ziel nicht erreicht. Es muss ein Umbruch eingeleitet werden, gerade mit Blick auf Olympia im nächsten Jahr“, forderte Turbine Potsdams Trainer-Urgestein Bernd Schröder. Wie seine Kollegen Ralf Kellermann vom DFB-Pokalsieger VfL Wolfsburg und Colin Bell vom Champions-League-Sieger 1. FFC Frankfurt bemängelte er fehlende Flexibilität im Taktikbereich. „Wir sind zu ausrechenbar“, kritisierte Schröder, „nach dem Rückstand gegen die USA hatten wir keinen Plan B“.

Frauenfußball: Der deutsche Kader für die WM in Kanada

Bundestrainerin

Silvia Neid. Geboren am 2. Mai 1964 in Walldürn. Größe: 1,66 m. Persönliche Auszeichnungen: Welttrainerin des Jahres 2010, 2013, Silbernes Lorbeerblatt (Quelle: sid)

Tor

Nadine Angerer. Geboren am: 10. November 1978 in Lohr/Main. - Größe: 1,75 m. Verein: Portland Thorns. Persönliche Auszeichnungen: Weltfußballerin des Jahres 2013, Europas Fußballerin des Jahres 2013.
Almuth Schult. Geboren am 9. Februar 1991 in Dannenberg. - Größe: 1,80 m. Verein: VfL Wolfsburg.
Laura Benkarth. Geboren am 14. Oktober 1992 in Freiburg. - Größe: 1,73 m. Verein: SC Freiburg.

Abwehr (1)

Saskia Bartusiak. Geboren am 9. September 1982 in Frankfurt/Main. - Größe: 1,70 m. Verein: 1. FFC Frankfurt.
Jennifer Cramer. Geboren am 24. Februar 1993 in Frankenberg. - Größe: 1,68 m. Verein: Turbine Potsdam.
Josephine Henning. Geboren am 8. September 1989 in Trier. - Größe: 1,75 m. Verein: Paris St. Germain.

Abwehr (2)

Tabea Kemme. Geboren am 24. Dezember 1991 in Stade. - Größe: 1,68 m. Verein: Turbine Potsdam
Annike Krahn. Geboren am 1. Juli in Bochum. - Größe: 1,73 m. Verein: Paris St. Germain.
Leonie Maier. Geboren am 29. September 1992 in Stuttgart. - Größe: 1,63 m. Verein: Bayern München.

Abwehr (3)

Babett Peter. Geboren am 12. Mai 1988 in Oschatz. - Größe: 1,71 m. Verein: VfL Wolfsburg.
Bianca Schmidt. Geboren am 23. Januar 1990 in Gera. - Größe: 1,74 m. Verein: 1. FFC Frankfurt

Mittelfeld (1)

Melanie Behringer. Geboren am: 18. November 1985 in Lörrach. - Größe: 1,72 m. Verein: Bayern München.
Sara Däbritz. Geboren am 25. Februar 1995 in Amberg. - Größe 1,71 m. Verein: SC Freiburg
Lena Goeßling. Geboren am 8. März 1986 in Bielefeld. - Größe: 1,71 m. Verein: VfL Wolfsburg.

Mittelfeld (2)

Simone Laudehr. Geboren am: 12. Juli 1986 in Regensburg. - Größe: 1,75 m. Verein: 1. FFC Frankfurt.
Melanie Leupolz. Geboren am: 14. April 1994 in Wangen im Allgäu. - Größe: 1,73 m. Verein: Bayern München.
Lena Lotzen. Geboren am 11. September 1993 in Würzburg. Größe: 1,71 m. Verein: Bayern München.
Dzsenifer Marozsan. Geboren am 18. April 1992 in Budapest/Ungarn. Größe: 1,71 m. Verein: 1. FFC Frankfurt.

Angriff (1)

Pauline Bremer. 10. April 1996 in Dransfeld. Größe: 1,71 m. Verein: Turbine Potsdam.
Anja Mittag. 16. Mai 1985 in Chemnitz. Größe: 1,68 m. Verein: FC Rosengard/Schweden.
Lena Petermann. 5. Februar 1994 in Cuxhaven. Größe: 1,74 m. Verein: SC Freiburg.

Angriff (2)

Alexandra Popp. Geboren am 06.04.1991 in Witten. Größe: 1,74 m. Verein: VfL Wolfsburg.
Celia Sasic. Geboren am: 27.06.1988 in Bonn. Größe: 1,74 m. Verein: 1. FFC Frankfurt.

Der DFB reagierte prompt und stärkte Neid demonstrativ den Rücken. „Ich bin schon sehr verwundert darüber, wie sich jetzt der eine oder andere Trainer aus der Bundesliga in der Öffentlichkeit gegenüber der Bundestrainerin und der Mannschaft geäußert hat“, wies Generalsekretär Sandrock die Kritik zurück.

Zuvor hatte bereits Spielführerin Nadine Angerer, die gegen England ihr 146. und letztes Länderspiel bestreiten wird, gepoltert: „Das macht mich richtig sauer. Weil es immer leicht ist, Sachen von außen zu beurteilen. Wenn man keine Ahnung hat, muss man erstmal die Hintergründe kennen. Ich bin enttäuscht, dass nach einer Niederlage alles infrage gestellt wird.“

Die heftige Abwehrreaktion brachte wiederum Schröder in Rage. Der 72-Jährige ärgerte sich besonders über die fehlende Selbstkritik der Beteiligten. „Die U-21 der Männer hat nach ihrem EM-Ausscheiden klar Position bezogen. Warum kriegen das die Frauen nicht hin?“, sagte der Turbine-Coach. Er erwartet folgendes Szenario: „Sollten wir gegen England Rang drei holen, wird die Selbstbeweihräucherung weiter gehen. Dann wird gesagt: Platz drei ist doch gar nicht so schlecht.“

Frankfurts Manager Siegfried Dietrich fordert unabhängig vom Ausgang der England-Partie eine grundsätzliche Analyse. Neid habe früher immer gefordert, „dass in den Vereinen professioneller gearbeitet und trainiert werden muss.“ Nun müsse sich auch die DFB-Auswahl dieser Diskussion stellen. „Die Nationalmannschaft soll weiter Vorreiter im internationalen Frauenfußball sein, deshalb gilt es konstruktiv über die zukünftige Entwicklung zu sprechen“, sagte Dietrich der Deutschen Presse-Agentur und stellte fest: „Keiner hat die Bundestrainerin persönlich angegriffen. Mit einer solchen Kritik muss man umgehen.“

Von

dpa

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