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09.05.2013

15:14 Uhr

Nach zwei Bayern-Pleiten

Nur der Sieg zählt in der Champions League

Bei Bayern München konzentriert sich der gesamte Verein auf das Champions-League-Finale in zwei Wochen gegen Dortmund. Unter diesen Umständen ist Trainer Jupp Heynckes auch ein ganz besonderer Tag ziemlich egal.

Auch an seinem Geburtstag hat Jupp Heynckes auf dem Fußballplatz gestanden. Aber für den Sieg in der Champions League macht er (fast) alles. Reuters

Auch an seinem Geburtstag hat Jupp Heynckes auf dem Fußballplatz gestanden. Aber für den Sieg in der Champions League macht er (fast) alles.

MünchenAuch an seinem 68. Geburtstag hat Jupp Heynckes pflichtbewusst auf dem Fußballplatz gestanden. Aufmerksam überwachte der älteste Meistertrainer in 50 Jahren Bundesliga am Donnerstag mit Käppie und in kurzen Hosen die Übungen seiner Profis. Im Anschluss ließen diese ihren Chef in der Kabine mit einem „Happy Birthday“-Ständchen und lauten „Jupp, Jupp, Jupp“-Rufen hochleben, dazu gab's eine Torte.

„Ich denke, er war schon gerührt, aber er hat es sehr gut verdrückt“, berichtete der junge Österreicher David Alaba über die kleine interne Feier. Die Torte soll auch nur ein Vorgeschmack auf die großen Präsente gewesen sein, die das von Kapitän Philipp Lahm angeführte Team seinem Coach zum Abschied am Saisonende machen möchte. „Champions League und Pokal - das wären die besten Geschenke für ihn“, erklärte Mario Mandzukic am Donnerstag. Der Kroate versprach vor den Endspielen am 25. Mai in London gegen Borussia Dortmund und eine Woche später in Berlin gegen den VfB Stuttgart stellvertretend für seine Kollegen: „Wir werden bereit sein!“

Heynckes berichtete im Vereins-TV von „unzähligen Anrufen, SMS und E-Mails“, die er zum Geburtstag erhalten habe: „Es ist immer schade, dass man nicht mit allen Freunden und Bekannten reden kann. Das bringt so ein Arbeitstag mit sich.“ Mit seiner Frau Iris wollte er zur Feier des Tages am Abend „ein Gläschen Wein trinken“.

Wirtschaftsfakten der Champions League

Prämien

In der Saison 2010/2011 schüttete die Uefa insgesamt 754,1 Millionen Euro an die 32 Teilnehmer der Champions League aus. Neben einer Antrittsprämie von 3,9 Millionen gab es 550.000 Euro für jedes Vorrundenspiel, 400.000 Euro für ein Remis und 800.000 für einen Sieg in der Gruppenphase.
Die Qualifikation für das Achtelfinale war der Uefa 3 Millionen Euro wert, für das Viertel- und das Halbfinale gab es 3,3 und 4,2 Millionen Euro Prämie. Während sich der unterlegene Finalist mit 5,6 Millionen Euro trösten durfte, kassierte Sieger Barcelona für den Titel satte 9 Millionen Euro.

Market Pool

Neben den Siegprämien werden an die Vereine Anteile des Market Pools ausgeschüttet, in dem die Einnahmen durch Fernsehgelder gesammelt sind. In der vergangenen Saison waren das 341 Millionen Euro.
Der Anteil der einzelnen Teams ist dabei neben der Menge an Spielen auch von den im eigenen Land bezahlten Fernsehgeldern abhängig und der Ligaplatzierung des Vorjahres abhängig. So konnte Manchester United als unterlegener Finalist 2011 trotzdem insgesamt knapp 2 Millionen Euro mehr einnehmen als Sieger Barcelona.

Solidarzahlungen

Ein Teil der Prämien gingen zudem an Mannschaften, die bereits in einer der Qualifikationsrunden ausgeschieden sind. Jeder gescheiterte nationale Meister erhielt 200.000 Euro Antrittsprämie, jedes Team 130.000 Euro für das Erreichen der nächsten von insgesamt drei Runden, also maximal 590.000 Euro.

So viel Geld bekamen die Klubs

Die Einnahmen ausgewählter Teams in der Champions-League-Saison 2011:

FC Barcelona: 51,025 Millionen Euro
Manchester United: 53,197 Millionen Euro
Real Madrid: 39,822 Millionen Euro
FC Schalke: 39,288 Millionen Euro
Inter Mailand: 37,982 Millionen Euro
Bayern München: 32,562 Millionen Euro

Sponsoren

Die Uefa lässt in jeder Drei-Jahres-Periode nur maximal acht Hauptsponsoren für die Champions League zu, deren Branchen sich nicht überschneiden dürfen. Im Moment sind das die Firmen Ford, Mastercard, Sony Ericsson, Sony Europe, Playstation als Marke der Sony Computer Entertaintmend Europa, UniCredit und in allen Ländern, in denen Alkoholwerbung erlaubt ist, Heineken. Adidas als Lieferant des offiziellen Spielballs ist nur Ausrüster und damit Nebensponsor.
Die Vereine dürfen weiterhin ihren persönlichen Hauptsponsoren auf dem Trikot tragen, allerdings nur diesen einen. Der Mediawert der aktuell sieben Hauptsponsoren der Champions League wird auf 15 Millionen Euro geschätzt. Für die kommenden drei Jahre stehen als Sponsoren bereits Heineken, UniCredit, Ford, Mastercard und Playstation fest.

Fernsehrechte

Die Übertragungsrechte an der Champions League werden ebenfalls alle drei Jahre für die kommenden drei Spielzeiten vergeben, getrennt nach Free-TV- und Pay-TV-Sendern. Während in der Saison 2011 noch Sky Deutschland und Sat1 die Spiele übertragen, übernahm das ZDF ab Sommer 2012 für drei Jahre die Berichterstattung im Free-TV.
Die Rechte gelten für ein Spiel pro Matchwoche sowie die Übertragung des Finals und des Super Cups – online und im Fernseher. Außerdem umfasst der Vertrag das Zeigen von Spielzusammenfassungen anderer Partien. Offizielle Zahlen zu den Kosten der Rechte gibt es nicht, Experten schätzen den Preis pro Jahr aber auf über 50 Millionen Euro.

Nicht nur am Geburtstag hatte Heynckes beim Feiern „eine Bremse im Kopf“. So werde es für ihn und seine Spieler auch am Samstag nach dem Augsburg-Spiel sein, wenn es mit der Meisterschale im Autokorso zum Münchener Rathaus-Balkon geht. „Es ist schade, dass wir nicht losgelöst feiern können. Wir haben noch zwei riesige Aufgaben vor uns, unser Weg ist noch nicht zu Ende gegangen. Es ist zwar eine Meisterschaftsfeier, aber eine gebremste“, sagte Heynckes. Für ihn ist es die dritte Meisterfeier mit den Bayern nach 1989 und 1990.

Im Hinterkopf steckt bei allem, was die Bayern in diesen Tagen tun, Wembley, das echte in London und das deutsche in Berlin. „Das kann eine historische Saison werden“, betonte Heynckes voller Vorfreude auf den Endspurt, auch seinen ganz persönlichen vor dem erwarteten Karriereende als Trainer. Erklären will er sich zu seiner Zukunft aber erst nach den Finalpartien. „Vorher werde ich mich nur um den FC Bayern kümmern, mich intensiv auf die Spiele vorbereiten.“

Kommentare (4)

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pool

09.05.2013, 20:18 Uhr

Von dem "unvorstellbaren Vermögen", welches Hoeneß verheimlicht haben soll, von den "mehere hundert Millionen Euro" ist so gar nicht mehr die Rede? Wie kommt's? War die Meldung ungenehmigt durchgerutscht? Hat die Öffentlichkeit etwas erfahren, was gar nicht für sie bestimmt gewesen war? Und seither werden die Summen immer kleiner? Treffen wir hier auf ein Schweigekartell?

Wieso ist Hoeneß nicht dagegen vorgegangen? Damit ist das "unvorstellbare Vermögen" in der Steueroase also bestätigt?

Hoeneß hätte sofort dingfest gemacht werden müssen bei einer so unfasslichen Summe, ein Begehren der Bundesregierung an die Schweiz abgesandt zur Durchsuchung der Vontobel Bank, die Affäre als top secret eingestuft, um Kontenräumungen zu verhindern, denn das ist eine ausgewachsene Staatsaffäre! Statt dessen wird sofort ein Steuerskandal postuliert ohne Gerichtsverhandlung - und der Täter spielt das Opfer, erzählt wilde Mitleidsgeschichte, die durch und unglaubwürdig sind und während alle durcheinander quatschen, werden Spuren verwischt!

Der wirkliche Skandal ist der Umgang mit dem Skandal!

Vicario

09.05.2013, 21:56 Uhr

Zitat : Nur der Sieg zählt in der Champions League

Und den wünschen wir Dortmund schon alleine wegen der Uli-Amigo Affäre !!!!

Nic

09.05.2013, 23:07 Uhr

"...angenehm, höflich, bescheiden, ein wunderbarer Mensch und ein fantastischer...", ach was könnten sich hier manche von Euch eine Scheibe davon abschneiden. Denkt mal darüber nach! Deutschland freut sich auf einen Deutschen Champions League Sieger 2013, aber nicht auf solche idiotischen Fans...der Bessere soll gewinnen...und das am Schluss mit Anstand! Bitte! Beide Vereine haben es sich verdient. Sie haben so viel für den Deutschen Fußball getan....und Uli Hoeneß erst recht.

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