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03.06.2015

17:41 Uhr

Nachfolger-Debatte entbrannt

Ein ganz normaler Tag für Blatter

Die Rückzugsankündigung von Joseph Blatter hat die Fußball-Welt in Aufregung versetzt. Während die wahren Motive des Schweizers noch nicht geklärt sind, wird schon über die Nachfolge des Dauer-Regenten debattiert.

Nach Blatters Rücktritt

Wer wird Blatters Nachfolger? Louis Figo denkt drüber nach

Nach Blatters Rücktritt: Wer wird Blatters Nachfolger? Louis Figo denkt drüber nach

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ZürichJoseph Blatter saß am Tag nach seiner spektakulären Rücktrittsankündigung in seinem noblen Büro im Fifa-Hauptquartier und arbeitete, als sei nichts geschehen. Auf dem ganzen Fußball-Globus wurde hingegen mit maximaler Aufregung eine Neuordnung des von Korruptionsskandalen erschütterten Weltverbandes ohne den bald scheidenden Dauerregenten diskutiert – bis hin zu einer möglichen Neuvergabe der WM-Turniere in Russland und Katar.

Die Fifa verkündete: Business as usual auf dem Zürichberg. Emotionaler Höhepunkt in dem Granitbau soll ein minutenlanger Applaus für Blatter von mehreren hundert Mitarbeitern gewesen sein, über Tränen der Rührung beim Schweizer wurde spekuliert.

Jenseits von Zürich herrschte in der Fußball-Welt der Ausnahmezustand. Die Kernfrage: Wer tritt das Blatter-Erbe wann an, wurde dabei heiß diskutiert – mit Spekulationen über logische Bewerber wie Uefa-Boss Michel Platini bis hin zu Fantasiekandidaten wie Diego Maradona. Doch noch herrschte auch Rätselraten über die eigentlichen Motive des 79-jährigen Blatter für eine Demission keine 100 Stunden nach der Wiederwahl. „Wir waren total überrascht, die Frage muss erlaubt sein: Was ist denn passiert zwischen den vier Tagen, in denen er gewählt wurde, bis zu seinem Rücktritt?“, erklärte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

Nachdem Blatter sich immer jeglicher Kritik widersetzt, sämtliche Krisen überstanden und am vergangenen Freitag die Wahl zum Chef des Weltverbandes erneut gewonnen hat, sind die Beweggründe für den freiwilligen Abschied bei einem Sonderkongress vermutlich im Frühjahr 2016 unklar. „Liegt gegen ihn etwas Belastendes vor? Oder reicht ihm die Wiederwahl von letzter Woche für sein Vermächtnis?“, fragte das Blatter oft freundlich gesonnene Boulevardblatt „Blick“ aus dessen Schweizer Heimat.

Berichte der Zeitung „New York Times“ und des Senders ABC legen den Schluss nahe, dass der Schweizer auf juristischen Druck – und eventuell sogar in einer Kurzschlussreaktion – agiert haben könnte. Das FBI soll auch gegen ihn ermittelt haben, wie die „New York Times“ unter Berufung auf Ermittler am Dienstag berichtet hatte.

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