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29.08.2016

17:03 Uhr

Nationalmannschaft

Löw benennt Kapitän erst nach dem Finnland-Spiel

Bundestrainer Löw hat sich schon entschieden, an wen er die Binde nach dem Rücktritt von Kapitän Schweinsteiger weiterreicht. Verkünden wird er es erst nach dem Test gegen Finnland. Für ihn haben andere Dinge Priorität.

Löw hat die Entscheidung über die Nachfolge Schweinsteigers schon getroffen. Doch sie ist für ihn nicht so bedeutungsschwer wie für die Öffentlichkeit. dpa

Der Kapitän geht von Bord

Löw hat die Entscheidung über die Nachfolge Schweinsteigers schon getroffen. Doch sie ist für ihn nicht so bedeutungsschwer wie für die Öffentlichkeit.

DüsseldorfSichtlich erholt nach dem langen Sommerurlaub hat Joachim Löw den Startschuss für sein womöglich letztes großes Projekt als Bundestrainer gegeben. Der 56-Jährige blickte beim Neustart der Fußball-Nationalmannschaft am Montag in Düsseldorf nicht mehr groß zurück auf den in Frankreich verpassten EM-Triumph, sondern richtete den Fokus bereits konsequent nach vorne: Mit der erfolgreichen Titelverteidigung bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland will Löw seine Amtszeit nach dann zwölf Chef-Jahren nochmals vergolden. „Die nächste spannende Aufgabe ist die WM-Qualifikation“, erklärte Löw.

Die Zukunft beginnt aber erst nach dem Abschiedsspiel für Bastian Schweinsteiger am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF) in Mönchengladbach gegen Finnland. Erst am Tag danach will Löw seinen neuen Kapitän benennen, der am 15. Juli 2018 in Moskau den WM-Pokal in Händen halten soll. „Der neue Kapitän wird am Donnerstag öffentlich gemacht“, verkündete Löw. Die Entscheidung hat er schon getroffen, sie ist für ihn aber nicht so bedeutungsschwer wie für die Öffentlichkeit und wohl auch die am heißesten gehandelten Kandidaten. „Das Thema ist für mich nicht so dominant“, sagte Löw. „Einem werde ich die Binde geben.“

Als Favorit auf die Schweinsteiger-Nachfolge wird Torwart Manuel Neuer gehandelt, der schon bei der EM quasi als Turnierkapitän fungiert hatte. Der noch verletzte Weltmeister Jérôme Boateng und der von Löw als Führungskraft ebenfalls sehr geschätzte Sami Khedira gelten als heißeste Mitbewerber. Löw verwies extra auf einen „guten Spielerkreis“, aus dem er seine Wahl treffen konnte. Toni Kroos wird nach Schweinsteigers Rücktritt in den Mannschaftsrat aufrücken.

Löw bezeichnete es als „tolle Sache“, dass Schweinsteiger noch ein 121. Mal das Nationaltrikot tragen wird. Seine einzige Sorge gilt dem bislang geringen Interesse der Fans. „Es wäre schade für Bastian Schweinsteiger, wenn das Stadion nicht ausverkauft wäre“, erklärte Löw. Der aktuell verletzte Lukas Podolski soll im März 2017 bei einem Test-Länderspiel in Deutschland ebenfalls noch ein 130. Mal für Deutschland auflaufen, wie der Bundestrainer berichtete.

Für ihn sei es „eine Ehrensache“ gewesen, seinen langjährigen Wegbegleitern ein vom DFB eigentlich abgeschafftes Abschiedsspiel im Rahmen eines Freundschaftsspiels zu ermöglichen. „Sie haben die Nationalmannschaft geprägt und das Größtmögliche erreicht, Weltmeister zu werden“, begründete Löw. Er sagte aber auch, dass das Duo „einen sehr guten Zeitpunkt“ für den Rücktritt gewählt habe.

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