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02.03.2012

15:52 Uhr

Neuer DFB-Präsident

Die Idealbesetzung

Wolfgang Niersbach ist neuer DFB-Präsident. Er will sich für Bürokratieabbau und den Nachwuchs einsetzen. Niersbach wurde reichlich mit Vorschusslorbeeren bedacht, er gilt als Wunschkandidat seines Vorgängers Zwanziger.

Wolfgang Niersbach will die Einheit des deutschen Fußballs stärken. Der 61-Jährige ist der neue Mann an der Spitze des DFB. dpa

Wolfgang Niersbach will die Einheit des deutschen Fußballs stärken. Der 61-Jährige ist der neue Mann an der Spitze des DFB.

Frankfurt am MainWolfgang Niersbach ist einstimmig zum neuen Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gewählt worden. Der bisherige Generalsekretär durfte sich beim Außerordentlichen DFB-Bundestag in einem Frankfurter Flughafen-Hotel über das klare Votum der 260 Delegierten sogar ohne Enthaltung freuen und führt nun als Nachfolger von Theo Zwanziger den größten Sportfachverband der Welt an. „Du wirst ein großartiger Präsident“, prophezeite Zwanziger am Freitag bei einer Versammlung voller Lobeshymnen und Erinnerungen.

Der 61-Jährige war einziger Kandidat und ist zunächst einmal bis zum nächsten Bundestag im Oktober 2013 im Amt. „An allererste Stelle stelle ich die Einheit des Fußball“, sagte der frühere Agenturjournalist Niersbach. „Ich bin in vielerlei Hinsicht ein Quer- oder Seiteneinsteiger, einer, der sich diesem DFB seit 24 Jahren mit Haut und Haaren verschrieben hat.“ Niersbach kündigte an, die Bürokratie abzubauen und den Service des 6,75 Millionen Mitglieder starken Verbandes zu stärken.

Wolfgang Niersbach

Privates

Wolfgang Niersbach, geboren am 30.11.1950 in Nettesheim, ist geschiedener Vater von zwei Töchtern und bekennender Fan von Fortuna Düsseldorf. Niersbach hat gute Beziehungen zur Wirtschaft, nennt Franz Beckenbauer einen langjährigen Freund und hat zahlreich Kontakte im internationalen Fußball. Er spricht fließend Englisch und Französisch und ist zudem Träger des Bundesverdienstkreuzes

Bisheriger Werdegang

Als Redakteur der Nachrichtenagentur Sport-Informations-Dienst arbeitet Niersbach 15 Jahre lang. Nebenher gestaltet er als verantwortlicher Redakteur elf Jahre lang diverse Stadionzeitungen. Seit 1988 arbeitet der einstige Nachrichtenredakteur für den DFB. Zunächst als Pressechef der Nationalmannschaft, dann als Mediendirektor, als Geschäftsführender Vizepräsident des WM-Organisationskomitees von 2006, als Direktor und schließlich seit dem 26. Oktober 2007 als Generalsekretär.

Niersbach wird DFB-Präsident

Nach einer DFB-Präsidiumssitzung am 7. Dezember 2011 in Frankfurt am Main wurde bekannt gegeben, dass Niersbach zur Wahl als neuer DFB-Präsident bereitstehe. Auf dem Außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt wird Wolfgang Niersbach am 2. März 2012 zum neuen Präsidenten ernannt. Er übernimmt das Amt von Dr. Theo Zwanziger, der seit 2004 im Amt war. Man hätte ihn allerdings auch jetzt schon gerne in der UEFA-Exekutive. Dort soll er 2013 Zwanziger ablösen.

Ein Schwerpunkt bleibt die Nachwuchsarbeit. Der elfte Präsident der Verbandsgeschichte verwies auf die 366 Stützpunkte mit 1000 bezahlten Trainern: „Man kann da sogar vom deutschen Weg sprechen. Ich glaube, das System ist nahezu perfekt, aber es muss immer noch verbessert werden.“

Nach siebeneinhalb Jahren an der Spitze des DFB verabschiedete sich Zwanziger mit dem, was er am besten kann - mit einer Rede: „Ich bin ein zufriedener und glücklicher Mensch. Ich schaue zurück auf eine fantastische Zeit beim DFB“, sagte der 66 Jahre alte Jurist aus Altendiez und durfte sich noch einmal mit viel Applaus und Standing Ovations feiern lassen. Von Bundeskanzlerin Angela Merkel gab es eine Videobotschaft.

Mit den Worten „Fußball ist nicht alles, alles hat seine Zeit“ eröffnete Zwanziger seine Ansprache. „Meine Zeit im schönsten Amt, das es in Deutschland subjektiv gibt, ist vorbei. Ich freue mich auf morgen.“ Niersbach werde und müsse den Fußball nicht neu erfinden, sagte der Jurist: „Du wirst dich nicht verändern, denn der Einzige, der versucht hat, dich zu ändern, das war ich - und ich bin gescheitert.“

Kommentare (1)

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svebes

03.03.2012, 08:56 Uhr

ja klar Wunschkandidat - die Leichen bleiben im Keller und alles geht weiter wie bisher. Fast so schön wie in Brüssel und der dortigen Selbstversorgung.

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