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12.10.2011

06:15 Uhr

Neuer DFB-Rekord

Deutschland schießt Belgien im Schongang ab

VonThorsten Giersch

Pflicht erfüllt, Rekord gebrochen: Die deutsche Nationalmannschaft hat die beste EM-Qualifikation in der DFB-Geschichte mit einem 3:1-Sieg gegen Belgien gekrönt. Doch das Spiel war alles andere als ein Selbstläufer.

DüsseldorfWenn es läuft, dann läuft es richtig. Und es läuft in diesen Monaten für die deutsche Nationalmannschaft. Trotz umfangreicher Umbaumaßnahmen des Personals und eines hochmotivierten Gegners gewann die DFB-Elf auch ihr zehntes Spiel der Qualifikation für die Euro 2012. „Es ist eine tolle Leistung über 14 Monate nach einer schwierigen WM“, jubelte Bundestrainer Joachim Löw. Die tapfer kämpfenden Belgier unterlagen am Ende 3:1 und verpassten so im letzten Moment die Qualifikation für das Turnier in Polen und der Ukraine. Im Fernduell holte sich die Türkei Platz zwei in der Gruppe A und kann nun über die Playoffs noch das Ticket zur EM-Endrunde buchen.

„Zehn Spiele, zehn Siege - was will man mehr. Es ist eine tolle Leistung über 14 Monate nach einer schwierigen WM“, jubelte Joachim Löw anschließend. „Wir wollten den Endspurt, wir wollten mit zehn Siegen über die Ziellinie, weil man sich mit jedem Sieg einen gewissen Respekt verschafft“, betonte der Bundestrainer acht Monate vor dem Turnier. Auch Mittelfeldspieler Thomas Müller vom FC Bayern zeigte sich zufrieden: „Wir waren gefährlich nach vorn in allen Aktionen, das war der Schlüssel. Eine neu formierte Mannschaft - das macht im Moment nichts aus. Wir sind gut gerüstet.“ Mesut Özil, Torschütze zum 1:0, freute sich gleich doppelt: Über den Rekord für das DFB-Team und die geschaffte Relegation der Türkei: „Ich freue mich natürlich für die“, sagte der türkisch-stämmige Real-Star und fügte hinzu: „Es wird Zeit, dass Deutschland mal wieder Europameister wird.“

Bundestrainer Joachim Löw verzichtete auf diesmal Mario Götze. Für ihn rückte Mesut Özil zurück ins Team. Neben dem angeschlagenen Miroslav Klose fehlten die Bayern-Spieler Bastian Schweinsteiger und Jerome Boateng. Schweinsteiger hat einen schmerzhaften Bluterguss oberhalb des Knies, Boateng plagen muskuläre Probleme. Für ihn spielte Benedikt Höwedes auf der rechten Abwehrseite und für Schweinsteiger Toni Kroos.
Kurzfristig rückte zudem Mats Hummels für Holger Badstuber in die Innenverteidigung und André Schürrle für Lukas Podolski auf die linke Mittelfeldseite. Damit standen fünf neue Akteure in der Startformation im Vergleich zum Türkei-Spiel.

Bei Belgien brachte Coach Georges Leekens nach dem 4:1-Sieg gegen Kasachstan drei Neue: Für van Buyten (Gelbsperre), Mertens und de Camargo spielten Lombaerts, Fellaini und Ogunjimi. Doch die personellen Wechsel waren nur bedingt der Grund, warum die deutsche Elf in der Anfangsphase in die Defensive geriet. Die Gäste rannten vom Anpfiff weg um ihr Leben und führten die Zweikämpfe verbissen. Zudem wurden sie von den zahlreichen mitgereisten Fans lautstark angefeuert. Die deutschen Anhänger waren zunächst kaum zu hören.

Die Versuche, das Spiel zu beruhigen, schlugen fehl. Die Zuschauer rieben sich überrascht die Augen, wie fehlerhaft das Aufbauspiel in der Anfangsphase war. Allerdings wusste die junge belgische Truppe die Freundschaftsspiel-Einstellung der Gastgeber nicht zu nutzen. Vor allem der für Borussia Mönchengladbach spielende Stürmer de Camargo fehlte ihnen sehr. Es mangelte an Präzision beim finalen Pass. Die erste einigermaßen gelungene Aktion entstand nach sage und schreibe 19 Minuten, als Müller auf rechts Schürrle bediente und der auf Gomez flankte. Doch der brachte den Kopfball nicht aufs Tor.

Negative Höhepunkte waren die bis dahin gezeigten Leistungen der beiden Profis aus Madrid, Sami Khedira und Mesut Özil. Vor allem Letzterer bot in den ersten 30 Minuten eine unkonzentrierte und scheinbar motivationsfreie Leistung. Dass die deutsche Elf nach gut 20 Minuten allmählich die Spielkontrolle übernahm, lag eher an den nachlassenden Belgiern. Sie konnten ihr hohes Tempo beim Pressing nicht mehr halten und standen nun tiefer.

So kam es in der 26. Minute zur ersten richtig guten Chance für Deutschland. Schürrle, bisher eindeutig der Beste seines Teams, zog, wie es seine Art ist von, halblinks in die Mitte - doch sein Rechtsschuss verfehlte das Tor um rund drei Meter.

Kommentare (2)

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einLeser

12.10.2011, 09:33 Uhr

Man sollte Artikel zumindest von einem Kollegen nochmals lesen lassen bevor man ihn online stellt.........zwei doppelte Absätze.......

Wlilly_Wacker

12.10.2011, 10:17 Uhr

Wenn ich den Aufmarsch der Spieler beobachte, wird mir immer etwas schlecht.

Ein türkischer Interviewpartner vor dem Spiel Türkei : Deutschland sagte 'wir werden Siegen, wir haben Nationalstolz!'

Der fehlt den Deutschen Spielern! Alle haben den deutschen Pass und sich für die Sicherheit und Bequemlichkeit in diesem Land entschieden! Wäre es nicht normal die Landeshymne beim Aufmarsch mit zu singen? Schweden, Belgier, Türken... Alle tun dies!

Also lieber DFB-Präsident, sprich mit deinen Jungs. Diese Bilder gehen regelmäßig um die Welt! Sie prägen ein Bild von DEUTSCHLAND!
Oder sind sie zu dumm um den Text zu behalten?

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