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07.12.2012

15:57 Uhr

Neuer Markenbotschafter

Turkish Airlines holt Messi an Bord

VonJan Guldner

Barcelonas Superstar Lionel Messi checkt als Testimonial bei der Fluggesellschaft Turkish Airlines ein. Die enorme Popularität des dreimaligen Weltfußballers soll der türkischen Fluggesellschaft bei der globalen Expansion helfen. Doch der Deal hat eine gewisse Pikanz.

Lionel Messi wird auf einer Pressekonferenz als Testimonial für Turkish Airlines vorgestellt. Reuters

Lionel Messi wird auf einer Pressekonferenz als Testimonial für Turkish Airlines vorgestellt.

BarcelonaIm Konferenzraum Sala Roma herrscht Nervosität. Turkish Airlines (THY) ist zu Gast im Camp-Nou-Stadion des FC Barcelona, um den neuen Markenbotschafter vorzustellen. Der dreimalige Weltfußballer Lionel Messi wird künftig für die Fluggesellschaft werben. Doch der Superstar lässt auf sich warten. Eine halbe Stunde vergeht, die Stimmung droht in Verärgerung umzuschlagen. Dann, endlich, kommt Messi, in Jogginghose und karierter Jacke, durch eine Seitentür in Richtung Podium marschiert.

Blitzlichtgewitter, Kameraklicken, ununterbrochen. Die Anspannung im Raum löst der Argentinier mit der gleichen Mühelosigkeit, mit der er sonst seine Gegner auf dem Platz umkurvt. Ein Lächeln und die Meute ist beseelt. Was kann man mehr von einem Werbeträger erwarten?

Lionel Messi: Seine Sponsoren

Seine Sponsoren

Lionel Messi ist eines der gefragtesten Werbegesichter überhaupt. Davon profitiert der Argentinier auch gehörig. Die Sponsoringberatung Sport+Markt schätzt, dass er im Jahr bis zu 20 Millionen Euro durch Werbedeals verdient. Die jeweiligen Summen sind zumeist unbekannt, die wertvollsten sind hier in absteigender Reihenfolge zusammengestellt.

Stand: 2012

Adidas

Der Vertrag mit dem deutschen Sportartikelhersteller ist der höchstdotierte in der umfangreichen Werbesammlung des weltbekannten Fußballers und auch für den Konzern einer der wichtigsten Werbedeals überhaupt. Dafür, dass er mit Adidas-Schuhen spielt und zu den Markenbotschaftern des Unternehmens gehört, bekommt der Superstar jährlich eine mittlere einstellige Millionensumme überwiesen.

Pepsi

Der amerikanische Getränkekonzern ist bekannt dafür, nur mit Weltstars zu werben. Neben Messi haben auch schon Roberto Carlos, Fernando Torres und Michael Ballack einen kräftigen Schluck aus der Dose genommen. Auch Popstars wie Justin Timberlake und Britney Spears gehörten schon zu den ausgesprochen gut bezahlten Werbegesichtern.

EA Sports

Als „Transfer-Coup“ bezeichnete es der Videospielhersteller EA Sports, als Messi im November vergangenen Jahres das Werbegesicht des Unternehmens wurde. Sein Konterfei schmückt seitdem die weltbekannte Fußballspielreihe „FIFA“. Tatsächlich handelte es sich dabei um einen Transfer, denn für den schärfsten Konkurrenten der FIFA-Reihe, Pro Evolution Soccer von Konami, hatte der Argentinier von 2009 bis 2011 geworben. Die sind nun auf Cristiano Ronaldo umgestiegen.

Lary's

Bastian Schweinsteiger zieht sich am liebsten mit Funny-Frisch-Chips aufs Sofa zurück, Messi greift dafür zur Konkurrenz von Lay’s. Wahrscheinlich beschränkt sich das Fernsehen und Chipsessen aber auf die Werbespots. Denn Spitzensportler müssen streng auf ihre Ernährung achten. Und Messi darf darüber hinaus nicht in Werbekonflikte geraten…

Herbalife

….denn er ist auch Botschafter von Herbalife. Der Konzern ist der offizielle Ernährungspartner des FC Barcelona und hat sich zeitgleich mit dem Deal 2010 auch den kleinen Dribbelkünstler mit ins Boot geholt. Zu der Vereinbarung gehört, dass die unternehmenseigene Stiftung mit der Leo Messi Foundation Ernährungs- und Bildungsinitiativen umsetzt.

Head & Shoulders

Mehrere Trainingseinheiten am Tag, Spiele in der Champions League, im Pokal und in der Liga – Profisportler wie Lionel Messi duschen andauernd. Procter & Gamble macht sich das zu nutze und hat ihn als Werbegesicht für das Anti-Schuppen-Shampoo Head & Shoulders verpflichtet. Ob er es auch tatsächlich nötig hat, ist unbekannt.

Dolce & Gabbana

2009, 2010 und 2011 wurde Messi jeweils zum Weltfußballer des Jahres gekürt. Die letzten beiden Auszeichnungen nahm der Argentinier im edlen Zwirn der italienischen Modemarke Dolce & Gabbana entgegen. Die kleidet ihn seit zwei Jahren bei solchen offiziellen Anlässen ein.

Audemars Piguet

Die Schweizer Luxusuhrenmarke Audemars Piguet konnte Messi 2010 als Markenbotschafter gewinnen. Mittlerweile gibt es in einer limitierten Auflage von 1000 Stück die Leo Messi Royal Oak. Die Uhr wird mit persönlicher Widmung des Spielers in einer lackierten, einem Schuhkarton nachempfundenen, Box ausgeliefert.

Chery

Zu Luxusanzügen- und Uhren passen Luxusautos. Messi wurde 2010 also auch das Gesicht einer Automarke. Allerdings einer auf den ersten Blick etwas skurrilen: Doch der Fußballstar ist auch im fernen China berühmt und so verpflichtete ihn der dort ansässige Autobauer Chery für seine edle Riich-Modellreihe.

Actileche (Marke von Grupo Bimbo)

Möglicherweise noch ein Produkt, bei dem die Ernährungsberater des Superstars einschreiten würden: Weißbrot. Messi bewirbt es aber dennoch. Das Brot nimmt insofern eine Sonderstellung ein, als in erster Linie im spanischsprachigen Raum verkauft wird. Auch für Messi gilt anscheinend: Es muss nicht immer die Welt sein.

Kurztexte von Malte Laug

Seine enorme Beliebtheit wird Messi ab sofort für die Istanbuler Fluggesellschaft einsetzen – als neuer Markenbotschafter der Airline, die sich zu rund 49 Prozent in türkischem Staatsbesitz befindet. Geplant sind Werbespots oder Auftritte bei Firmenevents. Schon die nächste Mission dürfte den Argentinier in seine Heimat führen. Noch im Dezember eröffnet THY die Strecke zwischen Istanbul und Buenos Aires. „Als unser Botschafter soll Messi die Verbindung bei seinen Landsleuten anpreisen“, sagte Zeki Çukur, Senior Vice President für Corporate Communications, Handelsblatt Online.

Turkish Airlines befeuert damit weiter seine Sportsponsoring-Strategie, mit der das aufstrebende Unternehmen zu den arabischen Konkurrenten Emirates und Etihad aufschließen will. Das Marketingbudget stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich. 14,65 Millionen Euro lässt sich THY das Sportsponsoring einer Studie der britischen Sport-Marktforschungsagentur IMR zufolge jährlich kosten, im Vergleich zu anderen Airlines landen sie damit auf Platz sieben von 44.

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