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12.12.2013

17:06 Uhr

Neuer Sponsoring-Deal

Barça wirbt im Verborgenen für Intel

VonDésirée Linde

Werbung auf dem Gesäß von Spitzenkickern gibt es längst, jetzt erschließt Halbleiterhersteller Intel mit dem FC Barcelona weitere Trikot-Werbeflächen. Der Deal ist für Barça in vielfacher Hinsicht ungewöhnlich.

Einmal ein etwas anderer Lupfer im Fußball: Die FC-Spieler Gerard Pique (links) und  Carles Puyol rahmen Sandro Rosell und Deborah Conrad von Intel ein. Intel/Pressebild

Einmal ein etwas anderer Lupfer im Fußball: Die FC-Spieler Gerard Pique (links) und Carles Puyol rahmen Sandro Rosell und Deborah Conrad von Intel ein.

Barcelona/DüsseldorfIn den Sekunden nach jedem Tor von Weltfußballer Messi für den FC Barcelona dürfte die Führungsetage des US-amerikanischen Computertechnologie-Herstellers Intel – männlich wie weiblich – sich künftig nur eine Frage stellen: Zieht er es aus?

Wenn sich die Spitzenkicker des spanischen Topklubs künftig die Unterseite ihres Trikots über den Kopf ziehen oder nach dem Spiel untereinander tauschen, dürfte der Applaus bei Intel groß sein. Denn nur dann kommt das Logo des Unternehmens zum Vorschein.

Die Finanzlage beim FC Barcelona 2012

Einnahmen

In der Money League der Wirtschaftsprüfer von Deloitte liegt der FC Barcelona mit einem Umsatz von 451 Millionen Euro auf Platz zwei. Die mit Abstand größten Einnahmen kommen aus der TV-Vermarktung. Ein lukrative Vertrag mit der TV-Vermarktungsgesellschaft Mediapro spülte rund 183 Millionen Euro in die Kassen des Vereins, das sind rund 40 Prozent der Gesamteinkünfte.
Ein Viertel der Einnahmen stammen aus dem Ticketverkauf. Mit durchschnittlich knapp 80.000 Zuschauern liegt Barça im Vergleich zu anderen europäischen Top-Mannschaften ganz weit vorne.

Ausgaben

Barça hat angefangen zu sparen: Insgesamt gab der Klub in der Saison 2010/2011 laut Geschäftsbericht rund 441 Millionen Euro aus, 54 Millionen weniger als in der Vorsaison. Wichtigster Kostenblock sind die Personalkosten des Kaders, die Barcelona mit 257 Millionen Euro beziffert.
Barça hat auch hier den Rotstift angesetzt und die Gehälter um rund 10 Millionen Euro gekürzt. Insgesamt wies der Verein nach Steuern einen Verlust von neun Millionen Euro nach Steuern aus.

Schulden

Nach der Saison 2010/2011 wies der Verein Schulden in Höhe von 364 Millionen Euro aus. Immerhin rund 77 Millionen Euro weniger als in der Vorsaison. José Gay de Liébana, Wirtschaftsprofessor an der Universität von Barcelona, taxiert die Schulden jedoch deutlich höher: Er schätzt, dass der Verein mit 578 Millionen Euro in der Kreide stünde, würde man alle Verbindlichkeiten mit einrechnen.
Danach wäre der FC Barcelona der am höchsten verschuldete Verein der spanischen Liga. Ein Gläubiger Barcelonas ist auch der Staat, dem der Verein derzeit rund 48 Millionen an Steuern schuldet.

In dem am Donnerstag offiziell bestätigten Sponsoring-Deal haben Barça und Intel vereinbart, dass das der Schriftzug „Intel inside“ passenderweise auf der Innenseite des Trikots zu sehen sein wird. So spielen Trikottausch und Torjubel beim FC Barcelona ab sofort eine entscheidende Rolle für den Werbepartner.

Damit erschließt der US-Konzern weitere Werbeflächen bei den Fußballern. Bislang waren die Österreicher – aus aus chronischer Unterfinanzierung heraus – federführend bei der kreativen Suche nach mehr und mehr Werbefläche, etwa mehreren Schriftzügen auf den Trikotärmeln. In Deutschland ist Werbung auf dem Fußballer-Hintern nur in den unteren Ligen erlaubt. Vorreiter in Sachen Hosen-Werbung sind die niedersächsischen Vereine TSV Havelse und Arminia Hannover.

Der Deal ist insofern überraschend, als dass der FC Barcelona lange überhaupt kein Geld von Unternehmen für die Werbefläche auf der Spielerbrust annahm. 107 Jahre spielte der Verein mit kommerzfreier Brust. Das änderte sich allerdings schon vor sieben Jahren, als Barcelona seine Fans behutsam an kommerzielles Sponsoring heranführte.

Kommentare (1)

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Schlitzohr

12.12.2013, 19:52 Uhr

Kleine Korrektur: das links im Bild ist Puyol, nicht Pique

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