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09.06.2016

17:49 Uhr

Neuer TV-Vertrag der DFL

Geldregen für die deutschen Profi-Klubs

Die Kassen klingeln im deutschen Fußball: Der neue TV-Vertrag beschert pro Saison Einnahmen in Milliardenhöhe. Folgen hat der Vertrag allen voran für Sky – denn das Freitagsspiel der Bundesliga zeigt künftig Eurosport.

Eurosport kauft Bundesligarechte

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Eurosport kauft Bundesligarechte: Rekordsumme für Bundesliga-TV-Rechte

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FrankfurtFür das Portmonee der deutschen Profi-Klubs ist der heutige Tag ein guter: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat mit dem Verkauf der TV-Rechte ab Sommer 2017 die Milliarden-Grenze passiert und einen Vertrag ausgehandelt, der die Kassen der Vereine in den nächsten Jahren klingeln lässt.

Für die nationalen TV-Rechte für den Saison-Zyklus von 2017/18 bis 2020/21 kassiert die DFL insgesamt 4,64 Milliarden Euro – rund 1,16 Milliarden Euro pro Saison. Zum Vergleich: Derzeit kassiert die Liga rund 628 Millionen Euro pro Spielzeit – ein Plus von rund 85 Prozent. Rechnet man die internationalen Rechte hinzu, sind die Einnahmen mit insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro noch deutlich höher.

Die Milliarden-Schallmauer war lange das erklärte Ziel der DFL. Man wolle sich künftig pro Saison in „einem Korridor von 1,1 bis 1,5 Milliarden Euro“, bewegen, hieß es im Vorfeld. Abhängig von den Vertragsabschlüssen könne das Ergebnis pro Saison sogar über der Marke von 1,5 Milliarden Euro liegen, betonte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert nach der Mitgliederversammlung der 36 Profiklubs in Frankfurt. „Das ist ziemlich gut“, sagte Seifert. „Wir sind zufrieden. Das Wachstum empfinden wir nicht als normal.“

Stimmen zur Vergabe der Bundesliga-Rechte

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert

„Das Ausschreibungsergebnis ist ein wichtiger Schritt mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit des deutschen Spitzenfußballs. Die Bundesliga hat nun beste Voraussetzungen, weiterhin zu den drei umsatzstärksten Fußball-Ligen der Welt zu gehören und damit Spitzensport auf höchstem Niveau zu präsentieren. Gleichzeitig sind die investierten Summen ein großer Vertrauensvorschuss. Dem gilt es für die Klubs in den kommenden Jahren gerecht zu werden. Für die Zuschauer bedeutet das: Auch künftig wird in etablierten Sendefenstern deutscher Topfußball zu sehen sein - und dass sowohl bei bewährten als auch bei neuen Medienpartnern.“

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef von Bayern München

„Das ist ein ausgezeichnetes, ich würde schon sagen überragendes Ergebnis. Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Die Spitzenvereine stehen international unter großem Druck. Daher ist es wichtig, dass diese Steigerung kommt. Das hilft uns, im internationalen Wettbewerb zu bestehen.“

Carsten Schmidt, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Sky Deutschland

„Das heutige Ergebnis der Rechteausschreibung ist eine sehr gute Nachricht für unsere Kunden und zukünftigen Abonnenten. Es stellt sicher, dass nur Sky ab der Saison 2017/18 nahezu alle Spiele der Bundesliga sowie sämtliche Spiele der 2. Bundesliga live übertragen wird. Vor allem die erstmalige exklusive Live-Übertragung aller Topspiele der 2. Bundesliga am Montagabend stärkt unsere Position als Live-Fußballsender Nummer 1 in Deutschland.“

Reinhard Rauball, Ligapräsident

„Das ist ein toller Tag für den Profifußball und ein Meilenstein in der mittelfristigen Planung für die Bundesliga- und Zweitligavereine. Mit den Rechten vom nächsten Jahr haben sie ein halbes Jahrzehnt klare und verbesserte Planung. Es war unser Bestreben, auf dem Treppchen zu stehen, was die finanzstarken Ligen betrifft. England ist weit entrückt und nicht unser Maßstab. Gegenüber Spanien, Frankreich und Italien haben wir uns sehr nachdrücklich mit einem Ausrufezeichen positioniert.“

Reinhard Grindel, DFB-Präsident

„Der Abschluss der TV-Rechtevermarktung des Ligaverbandes unterstreicht die Wertentwicklung der Bundesliga. Es ist ein wichtiges Signal für den deutschen Fußball, dass hierdurch die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Bundesliga sichergestellt wird. Ich wünsche mir, dass auf dieser Grundlage auch in Zukunft die Einheit des deutschen Fußballs zwischen Profis und Amateuren gelebt wird.“

Michael Preetz, Geschäftsführer Hertha BSC

„Es wurde untermauert, welchen Stellenwert die Bundesliga hat. Alle Liga-Vertreter sind zufrieden, weil das Ergebnis außergewöhnlich gut ist.“

Michael Schade, Geschäftsführer Bayer Leverkusen

„Das ist ein großartiges Ergebnis. Alle unsere Erwartungen wurden in Bezug auf die Summe übertroffen. Der Rückstand zu den englischen Clubs ist zwar nach wie vor eklatant, aber wir haben die Lücke etwas geschlossen.“

Volker Herres, ARD-Programmdirektor

„Heute ist ein guter Tag für alle Fans, für den Fußball und auch für uns. Das bewährte Zusammenspiel zwischen der Deutschen Fußball Liga und der ARD geht in die Verlängerung. Fußball ist hierzulande die Sportart Nr. 1. Das passt bestens zum Ersten. Die Bundesliga-Sportschau bleibt und wird weiter ein Millionenpublikum begeistern – Männer wie Frauen, jung wie alt. Denn der Fußball verbindet die Gesellschaft und schafft so auch Gemeinsinn. Und Integration ist Teil unseres Auftrags und in diesen Zeiten wichtiger denn je.“

Ulrich Wilhelm, BR-Intendant

„Fußball bewegt Millionen Menschen in Deutschland und ist ein wichtiges Bindeglied zwischen den unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen. Deshalb freuen wir uns sehr, gemeinsam mit der Deutschen Fußball Liga die erfolgreiche Partnerschaft mit der Bundesliga in der ARD-Sportschau für weitere vier Jahre fortsetzen zu können. Die ARD ist ein Garant für Qualität und Vielfalt - dafür steht auch die Sportschau.“

Die Klubs hatten viele Jahre für mehr Geld gekämpft. Entsprechend zufrieden zeigten sich die Verantwortlichen im Anschluss. „Das ist ein ausgezeichnetes, ich würde schon sagen überragendes Ergebnis“, sagte Bayern Münchens Vorstandschef und „Chefkritiker“ Karl-Heinz Rummenigge auf der Internetseite des Branchenführers.

Der neue TV-Vertrag reicht erwartungsgemäß noch lange nicht an die Einnahmen in der englischen Premier League heran. Dennoch könne die Bundesliga weiter zu den „drei umsatzstärksten Fußball-Ligen der Welt zu gehören und damit Spitzensport auf höchstem Niveau zu präsentieren“, sagte Seifert.

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Für die Klubs bedeutet der Geldregen allen voran eine angenehmere Verhandlungsposition mit gegenüber den Konkurrenten aus England. Der Teametat kann in Zukunft deutlich erhöht werden, ein Wechsel auf die Insel wäre für die Spieler dann finanziell weniger lukrativ als noch in der laufenden Transferperiode. Wer welche Summe vom größeren Kuchen abbekommt, entscheidet der Ligavorstand in der kommenden Saison.

Der Geschäftsführer des Ligaverbandes nahm zeitgleich auch die Vereine in die Pflicht – nun seien sie in der Bringschuld. „Die Klubs werden uns in den nächsten Jahren für die internationale Vermarktung auch sportliche Argumente liefern müssen“, so Seifert. Ein unverkennbarer Aufruf an die Spitzenklubs, die spanische Dominanz im europäischen Vereinsfußball zu brechen und auch international Titel zu sammeln.

Kommentare (14)

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Herr Peter Delli

09.06.2016, 15:02 Uhr

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09.06.2016, 15:24 Uhr

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Herr Peter Delli

09.06.2016, 15:40 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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