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10.02.2015

16:42 Uhr

Neuer Vertrag bis 2019

Marco Reus verlängert beim BVB

Das lange Ringen um einen der begehrtesten Fußballer hat ein Ende: Bundesliga-Star Marco Reus verlängert seinen Vertrag in Dortmund und bleibt bis 2019 beim BVB. Der neue Vertrag enthält keine Ausstiegsklausel mehr.

Borussia Dortmund

Nationalspieler Reus bleibt beim BVB

Borussia Dortmund: Nationalspieler Reus bleibt beim BVB

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DortmundBorussia Dortmund ist im Transferpoker um Marco Reus ein unerwarteter Coup geglückt. Trotz zahlreicher Angebote europäischer Topclubs wie Real Madrid hat der Fußball-Nationalspieler seinen bis 2017 datierte Vertrag beim Bundesligisten bis 2019 verlängert. Gemäß einer Ausstiegsklausel hätte der 25-Jährige den Revierclub zum Saisonende für 25 Millionen Euro verlassen können. Anders als die ehemaligen BVB-Profis Mario Götze und Robert Lewandowski, die zum FC Bayern München gewechselt waren, entschied sich Reus für einen Verbleib. Der neue Kontrakt enthält nach BVB-Angaben vom Dienstag keine Ausstiegsklausel.

„Hi Leute, ich freue mich euch mitteilen zu können, dass ich meinen Vertrag bis 2019 verlängert habe“, twitterte Reus. Der 25-Jährige war auch aufgrund seiner Ausstiegsklausel für 25 Millionen Euro von mehreren Topklubs aus ganz Europa umworben worden.

Bis gestern fürchteten selbst die BVB-Boss Hans-Joachim Watzke und Manager Michael Zorc einen Wechsel nach Spanien. Real Madrid wollte Reus unbedingt haben, die Ausstiegsklausel von 25 Mio Euro wäre für den spanischen Rekordmeister kein Problem gewesen. Doch jetzt geht alles ganz schnell – und zwar in die andere Richtung.

„Wir haben uns nie von all den Wechsel-Gerüchten leiten lassen. Marco kann in Dortmund eine Ära prägen, so wie es vor ihm Uwe Seeler in Hamburg oder Steven Gerrard in Liverpool getan hat“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: „Dass sich Marco inmitten einer sportlichen Krise für den BVB entschieden hat, zeigt ein Höchstmaß an Identifikation, auf das wir sehr stolz sind.“

Reus selbst erklärte, er sei „sehr glücklich mit meiner Entscheidung für den BVB. Dortmund ist meine Heimatstadt und die Borussia einfach mein Verein“. Auch Reus' Familie, die ebenfalls in Dortmund wohnt, hatte sich gewünscht, dass er bleibt. Außerdem weiß er zu schätzen, dass die BVB-Bosse während seiner Führerschein-Affäre (Reus fuhr jahrelang mit gefälschtem Führerschein) immer hinter ihm standen.

Das Millionenspiel um Marco Reus

Gerüchte

Monatelang jagte ein Gerücht das nächste. Geht Marco Reus zu den Bayern, Manchester City, Real Madrid oder Barcelona? Oder bleibt er in Dortmund? Und zu welchen Bedingungen? Es ging um viele Millionen.

Stand: Februar 2015

Marktwert

Der Marktwert von Marco Reus beträgt derzeit rund 50 Millionen Euro. Damit ist er neben Thomas Müller und Mario Götze einer der wertvollsten deutschen Spieler. In Europa zählt er zu den Top20 der Hotspots.

Ausstiegsklausel

Marco Reus hatte eine Ausstiegsklausel in seinem alten BVB-Vertrag. Diese hätte es ihm erlaubt, für 25 Millionen Euro am Ende der Saison 2014/15 zu wechseln. Damit wäre er für jeden neuen Verein ein Schnäppchen gewesen – gemessen am Marktwert.

Gehaltsangebot

Borussia Dortmund kaufte ihm im Februar 2015 die Ausstiegsklausel ab und konnte Marco Reus damit bis 2019 fest an den Verein binden. Darauf ist Reus nach langem Überlegen eingegangen.

Gehaltspoker

Der BVB köderte nach Informationen von „Bild“ seinen Spieler angeblich mit einem Mega-Gehalt von 12 Millionen Euro. Im „Focus“ war von zehn Millionen Euro pro Jahr die Rede. Und Manchester City soll angeblich sogar 13 Millionen Euro pro Jahr geboten haben, berichtete „Bild“. Laut sid soll Reus nun rund acht Millionen Euro pro Jahr verdienen.

Sprengsatz

Reus ist nun wohl zum absoluten Spitzenverdiener beim BVB aufgestiegen. Gleichzeitig sprengt sein Gehalt womöglich jedoch das aktuelle Gefüge. So viel - wie in der Presse vermutet - konnte ein Fußballspieler in Deutschland bisher nur bei Bayern München verdienen.

Gehaltssprung

Bisher verdiente Reus mit Hinweis auf das Jahr 2013 angeblich rund vier Millionen Euro pro Jahr beim BVB. Schon damit war er einer der Spitzenverdiener im Kader. Der BVB nannte keine Zahlen, sondern gab nur den Hinweis: Anderswo hätte Reus ein Gehalt bekommen können, das in Richtung des Doppelten gegangen wäre.

Und die Bayern?

Klar ist, dass sie über Reus nachdachten. Doch dann zogen sie sich auch frühzeitig öffentlich zurück.

Gewaltiger Bayern-Etat

Die Ausgaben für Spieler steigen bei den Bayern gewaltig. Waren es 2012/13 noch 125 Millionen und 2013/14 bereits 140 Millionen, so sollen es aktuell laut „Bild“ schon 160 Millionen Euro sein.

Topverdiener in München

Die Top-Verdiener in München sind laut „Bild“: Franck Ribéry, Philipp Lahm, Mario Götze. Alle sollen jeweils 12 Millionen Euro pro Jahr erhalten.

Mickriger BVB-Etat

Die Dortmunder wirken dagegen bisher wie ein Waisenknabe. In der Bundesliga liegt der BVB mit einem Lizenzspieleretat von 73 Millionen Euro in dieser Saison sogar nur auf Platz 4 in der Bild-Rangliste. Also nicht einmal die Hälfte des Bayern-Etats.

Reus freue sich „auf eine erfolgreiche Zukunft“ mit dem aktuell in den Tabellenkeller abgestürzten Vize-Meister. BVB-Manager Michael Zorc betonte, Reus „hätte zu fast jedem Topklub auf der Welt wechseln können. Durch seine Entscheidung hat er gezeigt, dass sein Herz für seine Heimatstadt und für seinen Heimatverein schlägt. Er ist ein ganz wichtiger Baustein für Borussia Dortmunds sportliche Zukunft.“

„Bei anderen Vereinen wäre Marco Reus beim Gehalt in Richtung des Doppelten gegangen“, sagte auch Watzke auf der Sport-Fachmesse SpoBIS in Düsseldorf. Er geht davon, dass der BVB in der nächsten Saison keine Champions League spielt. "40 Millionen Umsatz fehlen dann bestimmt. Der Ertragseffekt ist aber deutlich kleiner. Netto kostet es am Ende circa 15 Millionen Euro Ertrag.“

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