Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.07.2014

14:50 Uhr

Neun Millionen Euro

RB Leipzig zahlt Rekordablöse für Bruno

Zweitligist RB Leipzig stößt in neue finanzielle Dimensionen vor und zahlt für einen Spieler eine Rekordablöse – doch kaum einer bekommt es mit. Denn der Spieler wird sofort an den Salzburger Partnerklub weitergereicht.

Massimo Bruno: Von RB Leipzig verpflichtet, von RB Salzburg ausgeliehen. dpa

Massimo Bruno: Von RB Leipzig verpflichtet, von RB Salzburg ausgeliehen.

Leipzig/SalzburgRasenBallsport (RB) Leipzig hat weitgehend unbemerkt einen Transferrekord für die 2. Fußball-Bundesliga aufgestellt. Der als Zugang bei Red Bull Salzburg präsentierte Belgier Massimo Bruno hat bereits im Juni einen Fünfjahresvertrag bis 2019 beim deutschen Zweitliga-Aufsteiger unterschrieben und wurde umgehend an den Partnerclub ausgeliehen. Das geht aus der Transferliste der Deutschen Fußball-Liga (DFL) vom Mittwoch hervor. RB Leipzig wollte den Transfer nicht kommentieren.

Mit rund neun Millionen Euro Ablöse ist der U21-Nationalspieler vom RSC Anderlecht der teuerste Zugang sowohl in der 2. Bundesliga als auch in Österreichs Liga-Geschichte. Vor sieben Jahren hatte der damalige Zweitligist TSG Hoffenheim, der ebenfalls Interesse an Bruno hatte, für sieben Millionen Euro den Brasilianer Carlos Eduardo von Gremio Porto Alegre verpflichtet.

Verantwortlich für den Transfer ist Ralf Rangnick, Sportdirektor bei Salzburg und Leipzig. Bruno hatte bereits bei seiner Vorstellung in Österreich betont: „Mit Anderlecht konnte ich ja schon in der Champions League spielen, dasselbe mit meinem neuen Club zu erreichen, ist ein großes Ziel. Und auch die Perspektiven, die über RB Leipzig bestehen, sind für mich außerordentlich spannend.“

Fakten zu RB Leipzig

Gründung

Der Verein wurde am 19. Mai 2009 als RasenBallsport Leipzig e.V. gegründet. Er übernahm damit das Startrecht von drei Männermannschaften des SSV Markranstädt.

Umsatz

Die Region hofft auf den großen wirtschaftlichen Schwung durch einen sächsischen Fußballverein in der Bundesliga. Für die Region Leipzig könnten durch den Aufstieg von RB in die erste Liga rund 200 Millionen Euro im Jahr in die Kassen gespült werden, schätzen Experten.

Kaderwert

Der Kader ist rasant im Wert gestiegen. Zu Zweitligazeiten betrug der Marktwert rund 30 Millionen Euro, im November 2016 sind es mehr als 80 Millionen Euro.

Quelle: transfermarkt.de

Sponsoren

Hauptsponsor ist die Getränkefirma Red Bull aus Österreich. Experten schätzen, dass der Konzern rund 100 Millionen Euro in den Verein gepumpt hat. Da die Satzung des Deutschen Fußball-Bundes eine Namensgebung zu Werbezwecken verbietet, ist der Hauptsponsorenname als Namensbestandteil unzulässig. Auch über das Logo herrschte lange Zeit Unklarheit, jedoch wurde es nachträglich vom SFV nach minimalsten Änderungen doch zugelassen.

Stadion

Seine Heimspiele trägt RasenBallsport Leipzig in der 44.345 Zuschauer fassenden "Red Bull Arena" aus. Es war als Zentralstadion auch Austragungsort der WM 2006 und ist 2003 für 90 Millionen Euro gebaut worden. Der Vertrag über die Namensreche läuft bis 2040. Nachgedacht wird über ein größeres Stadion.

Essen und Trinken

Ein Wasser (0,5 l) kostet: 2,50 Euro
Ein Bier der Marke Ur-Krostitzer (0,5 l) kostet: 2,50 Euro
Eine Bratwurst kostet: 2,50 Euro

Vereinsführung

Das Management wird gebildet vom Sportdirektor Ralf Rangnick, dem Geschäftsführer Ulrich Wolter sowie dem Mäzen Dietrich Mateschitz.

Trainer

Ralph Hasenhüttl hat die Mannschaft zu Beginn der Saison 2016/17 übernommen. Der Österreicher war zuvor mit dem FC Ingolstadt in die Bundesliga aufgestiegen und hatte die Klasse überraschend gehalten.

Wertvollste Spieler (November 2016)

Naby Keita (11 Millionen Euro), Oliver Burke (10 Millionen Euro), Timo Werner (8 Millionen Euro).

Personalaufwand

Der Etat der Profi-Mannschaft liegt in der Saison 2016/17 bei 35 Millionen Euro. Das ist wenig im Vergleich zu Spitzenteams, die dafür 100 Millionen Euro ausgeben. Beim FC Bayern sind es sogar rund 200 Millionen Euro.

Es ist nicht der erste Transfer zwischen den zwei Klubs des Getränkekonzerns Red Bull. Der Österreicher Marcel Sabitzer von Rapid Wien wollte unbedingt zu Red Bull Salzburg wechseln, zu jenem Klub, der dieses Jahr in die Champions League strebt. Doch die Ausstiegsklausel in seinem Vertrag erlaubte bloß einen Wechsel ins Ausland. Die Lösung? Der verbrüderte Klub aus Leipzig kaufte Sabitzer, um ihn im Anschluss einfach an die Salzburger weiter zu verleihen.

Dass ein deutscher Fußball-Zweitligist zwei europäische Toptalente an einen Champions-League-Teilnehmer verleiht, wäre anderswo undenkbar. In der Fußball-Welt von Red Bull nennen sie es „Synergien“ und „Karriereperspektiven“, die Rangnick sehr schätzt: „Wenn wir einen Spieler entdecken, dann geht es nur noch darum, dass ich entscheiden muss, ist es eher einer für Salzburg oder eher einer für Leipzig.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×