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25.09.2016

11:30 Uhr

Niederlage gegen FC Bayern

HSV feuert Trainer Labbadia

Der Hamburger SV spielte beim 0:1 gegen den FC Bayern gar nicht schlecht – trotzdem muss Trainer Bruno Labbadia nun gehen. Nur mit einem Wechsel gelinge der „sportliche Turnaround“, sagt Klub-Chef Beiersdorfer.

Der Vorstand des Hamburger SV ist mit der „fußballerischen Entwicklung“ unzufrieden. dpa

HSV-Trainer Labbadia

Der Vorstand des Hamburger SV ist mit der „fußballerischen Entwicklung“ unzufrieden.

HamburgFußball-Bundesligist Hamburger SV hat sich von Trainer Bruno Labbadia (50) getrennt. Das gab der HSV am Sonntag bekannt. Anfang der kommenden Woche soll der Nachfolger präsentiert werden. Favorit auf den Trainerposten bei den Hanseaten ist Markus Gisdol (47).

Der Bundesliga-Dino hatte am Samstag das Heimspiel 0:1 gegen Meister Bayern München verloren, es war die vierte Niederlage in Folge. Aus fünf Bundesliga-Spielen haben die Hanseaten nur einen Punkt geholt.

Labbadia, der bereits von 2009 bis 2010 Trainer bei den Hanseaten war, hatte den Traditionsklub zu Beginn seiner zweiten Amtszeit im Frühjahr 2015 vor dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte gerettet. Doch von der Euphorie der ersten Wochen und Monate unter Labbadia war zuletzt nicht viel geblieben. Investitionen von mehr als 30 Millionen Euro vor der Saison zahlten sich auf dem Platz bisher nicht aus.

Die Transferbilanz vom HSV

Transferbilanz 2016/17

Der HSV gab unter anderem für Kostic (14 Millionen Euro), Douglas Santos (6 Mio.) und Alen Halilovic (5 Mio.) ingesamt 32,95 Millionen Euro aus. Im Gegenzug gingen zwar 14 Spieler, die brachten aber nur 2,15 Millionen Euro ein. Das macht einen Verlust von 30,8 Millionen Euro. (Quelle: Transfermarkt.de)

Transferbilanz 2015/16

Für 21,85 Millionen Euro kamen neue Spieler nach Hamburg. Besonders schwer fiel der Transfer von Lewis Holtby ins Gewicht (6,5 Mio.) ins Gewicht. Zwar spülten unter anderem der Transfer von Jonathan Tah (7,5 Mio.) insgesamt 13,2 Millionen Euro in die Kasse, der Verlust lag dennoch bei 8,65 Millionen Euro.

Transferbilanz 2014/15

Pierre-Michel Lasogga (8,5 Mio.), Valon Behrami (6 Mio.) und Nicolai Müller (4,5 Mio.): Der HSV ließ es auf dem Transfermarkt richtig krachen. 35,8 Millionen Euro wurden insgesamt ausgegeben – übrigens auch 3 Millionen für einen gewissen Cléber Reis aus Brasilien. Da im Gegenzug aber auch Spieler wie Hakan Calhanoglu (14,5 Mio.) für zusammen 23,15 Millionen Euro veräußert wurden, lag das Minus „nur“ bei 12,65 Millionen Euro.

Transferbilanz 2013/14

Die Zeit vor dem Beiersdorfer-Comeback: Durch den Verkauf von Heung-Min Son (10 Mio.) steht ein Transferplus von 8,9 Millionen Euro zu Buche. Für neun Neuzugänge wurden übrigens nur 2,35 Millionen Euro ausgegeben.

Transferbilanz 2012/13

Der HSV hat zwar kein Geld, investiert aber trotzdem fleißig. Dank der Kühne-Millionen sind Transfer im Gesamtvolumen von 27 Millionen Euro möglich. Besonders teuer ist die Rückkehr von Raffael van der Vaart (13 Mio.). Das Transferminus in der Saison beträgt 20,4 Millionen Euro.

Der HSV im Vergleich

Seit Sommer 2014 häuften in der gesamten Bundesliga nur zwei Vereine ein größeres Transferminus an als der HSV. Branchen-Primus Bayern gab für neue Spieler 72,8 Millionen mehr aus als er einnahm. Bei RB Leipzig waren es sogar 97,75 Millionen Euro. Auf Rang drei der HSV mit einem Minus von 52,1 Millionen. Erst dann folgen Dortmund (36,6 Mio.) und Leverkusen (33,86 Mio.).

„Dieser Schritt ist angesichts unseres sportlichen Trends notwendig“, sagte Klub-Chef Dietmar Beiersdorfer: „Ich bin der Überzeugung, dass wir jetzt eine Veränderung auf der Trainerposition vornehmen müssen, um nach dem enttäuschenden Saisonstart den sportlichen Turnaround zu schaffen.“

Nach der langen Vorbereitung und den bisherigen Spielen müsse er konstatieren, „dass unsere fußballerische Entwicklung insgesamt nicht unseren Vorstellungen entspricht“, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Beiersdorfer dankte Labbadia für dessen Arbeit in den vergangenen Monaten. „Ich möchte mich im Namen des gesamten HSV bei Bruno für seine geleistete Arbeit bedanken. Es bleibt unvergesslich, was er in einer sehr herausfordernden und schwierigen Zeit erreicht hat.“

Der Bundesliga-Dino hatte am Samstag das Heimspiel 0:1 gegen Meister Bayern München verloren, es war die vierte Niederlage in Folge. Aus fünf Bundesliga-Spielen haben die Hanseaten nur einen Punkt geholt.

Labbadia, der bereits von 2009 bis 2010 Trainer bei den Hanseaten war, hatte den Traditionsklub zu Beginn seiner zweiten Amtszeit im Frühjahr 2015 vor dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte gerettet. Doch von der Euphorie der ersten Wochen und Monate unter Labbadia war zuletzt nicht viel geblieben. Investitionen von mehr als 30 Millionen Euro vor der Saison zahlten sich auf dem Platz bisher nicht aus.

Von

sid

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