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04.12.2012

13:43 Uhr

Niederlande

Linienrichter nach Jugendspiel totgeprügelt

Nach einem Jugendfußballspiel in der Niederlande ist ein Linienrichter von mehreren Spielern verprügelt worden und einen Tag später an den Folgen gestorben. Sportministerin Edith Schippers zeigt sich entsetzt.

Nach einem Jugendfußballspiel in der Niederlande ist ein Linienrichter von mehreren Spielern verprügelt worden und einen Tag später an den Folgen gestorben. dpa/picture alliance

Nach einem Jugendfußballspiel in der Niederlande ist ein Linienrichter von mehreren Spielern verprügelt worden und einen Tag später an den Folgen gestorben.

Den HaagMit Entsetzen haben niederländische Sportpolitiker und Funktionäre auf den Tod eines Linienrichters reagiert, der nach einem Jugendfußballspiel von mehreren Spielern verprügelt worden war und einen Tag später starb. Der 41-jährige Richard Nieuwenhuizen stand am Sonntag beim Spiel seines Sohnes an der Seitenlinie. Anschließend wurde er von mehreren Spielern der anderen Mannschaft geschlagen und getreten. Er brach dann einige Stunden später zusammen und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Dort starb er am Montagabend. Die genaue Todesursache stand zunächst nicht fest.

Schon vor dem Tod Nieuwenhuizens zeigte sich die niederländische Sportministerin Edith Schippers entsetzt. Es sei absolut schrecklich, dass so etwas auf einem holländischen Sportplatz geschehen könne. Auch der im Niederländischen Fußballverband mit für den Amateurfußball zuständige Anton Binnenmars war schockiert, dass sich solch eine Tat bei einem Spiel ereignet habe, wie es sie tausende an jedem Wochenende gebe. Dass jemand bei einem Hobbysport Opfer einer solchen Aggression werde, sei unbeschreiblich, erklärte Binnenmars.

Gewalt auf deutschen Fußballplätzen

3. Oktober 2012

Akteure des FC Iliria Rosenheim verletzen beim A-Klasse-Derby gegen den ESV Rosenheim den Unparteiischen sowie den Gäste-Coach mit Faustschlägen und einem gezielten Tritt. Beide Opfer werden im Krankenhaus behandelt.

27. März 2012

Ihre Wut über den Ausgang eines Fußballspiels lassen ein Kicker und ein Zuschauer am Schiedsrichter aus. Nach der verloren gegangenen Bezirksligapartie bei SUS Essen-Haarzopf greift ein Spieler vom Auswärtsteam SC Blau-Weiss Oberhausen den Referee an. Bei seiner Flucht ins Vereinsheim wird er von einem Zuschauer zu Boden gestoßen. Das Opfer kommt ins Krankenhaus.

6. November 2011

Nach der Kreisligabegegnung zwischen dem SV Lövenich/Widdersdorf und dem SC Borussia Kaster/Königshoven in Nordrhein-Westfalen wird der Schiedsrichter von einem unbekannten Maskierten in der Kabine angegriffen und mit der Faust geschlagen. Bereits vor dem Angriff soll ein Betreuer der Gastgeber den Referee mit den Worten „Ich schlage dich tot“ bedroht haben.

9. Oktober 2011

In Dortmund kommt es gleich bei zwei Kreisliga- Spielen zu Schlägereien. Ein aus Guinea stammender Spieler des TSC Eintracht Dortmund wird mit fremdenfeindlichen Sprüchen beschimpft und nach dem Abpfiff von gegnerischen Spielern mit Tritten und Schlägen attackiert. Auf dem Platz des TuS Eichlinghofen prügeln sich Spieler, Trainer und Betreuer - laut Polizei bis zu 25 Beteiligte.

2. Oktober 2011

Beim A-Jugend-Spiel der hessischen Teams TuS Dotzheim und VfR Wiesbaden wird einem 17 Jahre alten Schiedsrichter mit der Faust ein Zahn ausgeschlagen. Übeltäter ist ein VfR-Spieler, der die Rote Karte erhalten hatte. Der Referee rettet sich in die Kabine, dabei versucht ihn ein weiterer Spieler zu treten.

18. September 2011

In der Berliner Senioren-Landesliga wird der Schiedsrichter der Begegnung Medizin Friedrichshain gegen TSV Helgoland schwer verletzt. Nach dem Faustschlag eines Spielers, der Gelb-Rot gesehen hatte, verschluckt er seine Zunge. Ein anderer Spieler, der Sanitäter ist, rettet ihn. Der Unparteiische erleidet zwei Blutgerinnsel im Kopf.

22. April 2011

Der Referee beendet die Partie zwischen dem Bezirksligisten SC Vahr-Blockdiek und dem fünftklassigen Blumenthaler SV im Bremer Lotto-Pokal nach gut 50 Minuten, nachdem ihn Vahrs Torhüter heftig attackiert hatte.

„Unglaublich, dass so etwas passieren kann“, sagte der Vorsitzende des Vereins Buitenboys, in dem Nieuwenhuizens Sohn spielt, Marcel Oost, dem niederländischen Sender NOS. „Da spielen 15- und 16-jährige Kinder Fußball, man kommt um zuzusehen und muss dann so etwas miterleben. Das ist nicht nur eine Tragödie für Almere und unseren Club, sondern für den gesamten niederländischen Fußball. Das darf auf einem Fußballplatz nicht passieren“, sagte Oost.

Auch der Trainer von Ajax Amsterdam, Frank de Boer, hat mit großem Entsetzen auf die Prügelattacke reagiert. „Wie können die Sicherungen bei 15- und 16-jährigen Jungs so durchknallen? Wir müssen etwas tun, denn das ist verrückt“, sagte De Boer nach einem Bericht niederländischer Medien in Madrid. „Wo ist die Erziehung geblieben?“ Fifa-Präsident Sepp Blatter schrieb auf der Internetseite des Fußball-Weltverbandes: „Ich war tief erschüttert, als ich von diesem tragischen Ereignis gehört habe.“

Drei 15 und 16 Jahre alte Spieler wurden wegen des Angriffs am Sonntag in der Stadt Almere festgenommen. Der Verein der mutmaßlichen Täter hat zudem seine umstrittene Jugendmannschaft vorerst aus der Liga genommen. Aus Respekt vor den Angehörigen des Opfers werde am kommenden Wochenende auch keine andere Mannschaft des Vereins spielen, teilte der Amsterdamer Amateurclub SV Nieuw Sloten am Dienstag mit. „Vorläufig setzen wir alle Aktivitäten unseres Clubs aus“, heißt es in der Erklärung.

Von

dapd

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