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29.06.2011

16:25 Uhr

Online-Vermarktung

Bundesliga-Sponsoren fürchten Reichweitenverlust

VonMathias Peer

ExklusivMit wenig Begeisterung reagieren Sponsoren auf die Pläne der DFL, die Erstausstrahlung der Spieltagshöhepunkte im Internet zu ermöglichen. Die Unternehmen fürchten einen Reichweitenverlust.

Arbeiter bekleben ein Gebäude mit Evonik-Werbung. Das Unternehmen engagiert sich in der Fußball-Bundesliga als Hauptsponsor bei Borussia Dortmund. Quelle: ap

Arbeiter bekleben ein Gebäude mit Evonik-Werbung. Das Unternehmen engagiert sich in der Fußball-Bundesliga als Hauptsponsor bei Borussia Dortmund.

Bundesliga-Sponsoren reagieren mit Skepsis auf die Pläne der Deutschen Fußball Liga (DFL), die bei der nächsten Ausschreibung der Senderechte eine Erstausstrahlung der Spieltagshöhepunkte im Internet ermöglichen will. “Ich glaube nicht daran, dass ein Online-Angebot über eine ähnlich hohe Reichweite verfügen wird wie eine Ausstrahlung im Free-TV”, sagte der Sponsoringverantwortliche der Brauerei Krombacher, Harald Scherer, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das Unternehmen ist offizieller Partner der DFL und Presenter der ARD-”Sportschau”, die bislang die Rechte für die Erstausstrahlung der Bundesliga-Höhepunkte hält. Sollte sich die DFL trotz der Bedenken für eine Online-Vermarktung entscheiden, erwäge Krombacher, seine Sponsoring-Ausgaben zu reduzieren. “Als Sponsor müssen wir dann neu darüber nachdenken, wie viel unsere Verträge mit den Vereinen bei geringerer Reichweite noch wert sind”, sagte Scherer.

Der Geschäftsführer der Sponsorenvereinigung S20, Josef Stadtfeld, spricht von möglichen “einschneidenden Änderungen”, die durch eine Neuregelung der Rechtevergabe entstehen könnten. Solange es aber noch keine fertige Ausschreibung gebe, seien Aussagen zur Entwicklung von Reichweiten und Sponsoring-Vereinbarungen rein spekulativ. “Auch wenn das Kartellamt grundsätzlich grünes Licht gegeben hat für die Pläne der DFL, ist noch nichts entschieden.” In Gesprächen mit der Deutschen Fußball Liga wolle die Sponsorenvereinigung, die unter anderem die Bundesliga-Sponsoren Allianz, Deutsche Telekom und Evonik vertritt, die Sicht der betroffenen Unternehmen einbringen.

Unterdessen konkretisierte das Internetunternehmen Yahoo sein Interesse an den Fußball-Bundesliga-Rechten.„Wenn sich bestätigt, was bisher zu hören ist, wären wir an den Online-Rechten höchst interessiert“, sagte Heiko Genzlinger, stellvertretender Geschäftsführer von Yahoo Deutschland. Im Fall des Zuschlags plane Yahoo ein Berichterstattungskonzept in Richtung mehr Unterhaltung und Lifestyle, das die Bundesliga für jüngere Zuschauer attraktiver mache. “Wenn man auf die Altersstruktur der Sportschau-Zuschauer blickt, wird schnell klar, dass etwas junges Blut der Bundesliga sehr gut tun würde”, sagte Genzlinger. Yahoo würde an jedem Tag der Woche Bundesliga-Inhalte senden wollen, sagte er. An spieltagsfreien Tagen könnten die neben klassischen Zusammenfassungen auch "Berichte über die kuriosesten Szenen oder fragwürdigsten Schiedsrichterentscheidungen sein".

Konkurrenz könnte das Unternehmen von Axel Springer, Europas größtem Zeitungskonzern, erhalten. "Sollten Online-Rechte auf den Markt kommen, werden wir uns das anschauen und prüfen", hieß es in Unternehmenskreisen. Ob man sich an der Ausschreibung beteilige, sei von den genauen Bedingungen für eine mögliche Online-"Sportschau" abhängig.

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