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12.05.2014

13:50 Uhr

Paderborn in der Bundesliga

Das Fußballwunder aus der Provinz

VonHilal Kalafat

Der SC Paderborn hat es geschafft. Das Überraschungsteam der Zweiten Bundesliga steigt direkt in die Erste Bundesliga auf. Eine ganze Region feiert - vom Bürgermeister bis zum Bischof. Und hofft auf das große Geschäft.

Vor dem Paderborner Rathaus versammeln sich am Sonntag gegen Abend Fans um die Spieler des SC Paderborn auf dem Balkon des Rathauses zu feiern. Nach dem Sieg des SC Paderborn gegen VfR Aalen steht Paderborn am letzten Spieltag als Aufsteiger in die 1. Bundesliga fest. dpa

Vor dem Paderborner Rathaus versammeln sich am Sonntag gegen Abend Fans um die Spieler des SC Paderborn auf dem Balkon des Rathauses zu feiern. Nach dem Sieg des SC Paderborn gegen VfR Aalen steht Paderborn am letzten Spieltag als Aufsteiger in die 1. Bundesliga fest.

PaderbornUm 17.20 Uhr brach am Sonntag in Paderborn der Ausnahmezustand aus. Nach dem Sieg gegen Aalen tauchte die gesamte Innenstadt ein in die blau-schwarzen Vereinsfarben. 20.000 Fans aus nah und fern feierten rund um das Rathaus den bisher größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte. Der SC Paderborn hat wie erhofft 2:1 gewonnen und ist damit in die erste Fußballbundesliga aufgestiegen.

Es war auch ein spannendes Spiel für Paderborns Bürgermeister Heinz Paus, der selbst im Stadion mitgezittert hat. „Nach dem Führungstreffer von Joel Pohjanpalo (9.) für VfR Aalen waren wir zunächst sehr geknickt. Damit hatten wir alle nicht gerechnet. Der Anschlusstreffer ließ aber nicht lange auf sich warten“, erinnert sich Paus einen Tag später im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Nach dem Sieg bin ich auch wildfremden Menschen um den Hals gefallen. So glücklich war ich.“

Aufgrund des großen Besucheransturms mussten die Plätze teilweise frühzeitig für weitere Besucher komplett gesperrt werden. „Alle feierten und jubelten Spielern und Trainer André Breitenreiter zu, die gegen 21 Uhr in der Innenstadt eintrafen und sich zunächst in das goldene Buch der Stadt eingetragen haben“, sagt der Bürgermeister.

Der Bundesligaaufsteiger SC Paderborn 07

Verein

Der SC Paderborn 07 entstand 1985 unter dem Namen TuS Paderborn-Neuhaus durch eine Fusion des TuS Schloß Neuhaus und des 1. FC Paderborn. Beide Vereine waren früher bereits durch Fusionen entstanden.

Ursprünge

Der SC Paderborn 07 (SCP) ist aus einer Vielzahl von Vorgängervereinen hervorgegangen. Nahezu unbekannt ist heute, dass „Arminia Neuhaus“ im Jahr 1907 der Ausgangspunkt für die vielschichtige Historie war. Dieser Verein ist einer von vier Grundsteinen. Die drei Urvereine, aus denen der heutige SC 07 entstanden ist, waren der FC Preußen Paderborn von 1908, der ein Jahr ältere SV 07 Neuhaus und der TuS Sennelager von 1910.

Der große Misserfolg

Ein Verein aus Paderborn, der TuS Schloß Neuhaus, war in der Saison 1982/1983 nicht erfolgreich in der zweiten Liga. Deshalb bündelte man in Paderborn 1985 die Kräfte. TuS Schloß Neuhaus und FC Paderborn schlossen sich zum TuS Paderborn/Neuhaus zusammen. Dieser Verein wurde 1997 in SC Paderborn 07 umbenannt.

Kader

Der geschäftsführende Vizepräsident und Gesamtgeschäftsführer Hornberger beziffert den Lizenzspieler-Etat auf 17 Millionen Euro, das Gesamtbudget auf 34 Millionen Euro – das ist Liga-Minus.

Sponsoren

Trikotsponsor ist kfzteile24. Ausrüster ist Sport-Saller.

Stadion

Das Stadion ist sehr klein. Es passen 15.000 Personen hinein, davon 5800 Sitzplätze und 9200 Stehplätze. Es wurde für 25 Millionen Euro gebaut. Die Namensrechte liegen bei der Benteler Deutschland GmbH. Bis 2017 garantiert dies eine Einnahme von 300.000 Euro.

Essen und Trinken

Ein Wasser (0,5 l) kostet: 3,00 Euro
Ein Bier der Marke Warsteiner (0,4 l) kostet: 3,00 Euro
Eine Bratwurst kostet: 2,00 Euro

Bis kurz vor Mitternacht wurde vor dem Rathaus gefeiert, danach gingen die Spieler und Fans in die nahegelegene Discothek (Residenz). Heinz Paus freut sich, dass es beim SC Paderborn aufwärts geht. Denn der Überraschungsverein der 2. Bundesliga hat gut vier Millionen Euro Schulden.

„Aus diesem Grund werden erst keine große Investitionen vorgenommen“, weiß der Bürgermeister. Mit der Etat-Steigerung auf 15 Millionen Euro könnten die Schulden bald der Vergangenheit gehören. Ganz anders sieht das aber bei den Bielefelder Nachbarn aus. Arminia Bielefeld hatte in den letzten Jahren, während der Zeit in der 1. Bundesliga, viel Geld ausgegeben, um zum Beispiel das Stadion auszubauen.

Da habe sich ein Schuldenberg von knapp 27 Millionen angehäuft, der nun abbezahlt werden muss. Diesen Fehler wird der SC Paderborn nicht machen „Wir werden zunächst die Beine stillhalten. Über einen Ausbau des Stadions kann erst 2015 gesprochen werden. Bis dahin reichen die 15.000 Plätze im Stadion aus.“

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

12.05.2014, 15:28 Uhr

Toll gemacht!
Herzlichen Glückwunsch an meine alte ostwestfälische Heimat Paderborn.
Ich wünsche den Paderbornen viel Erfolg und Spasssssss in der 1. Liga.

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