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23.06.2015

20:04 Uhr

Pep Guardiola

„Ich will keine Titel, ich suche Liebe“

Fußball-Trainer werden an ihrem Erfolg gemessen. Doch für Bayern-Coach Pep Guardiola spielen Titel nur eine untergeordnete Rolle. Bei einem Vortrag verriet der Spanier: „Ich suche Liebe, nichts mehr.“

In seiner Rede über Führungsqualitäten enthüllte Guardiola, dass er sich Erkenntnisse von Kindererziehern „ausleiht“, um seine Schützlinge zu überzeugen. AFP

Pep Guardiola

In seiner Rede über Führungsqualitäten enthüllte Guardiola, dass er sich Erkenntnisse von Kindererziehern „ausleiht“, um seine Schützlinge zu überzeugen.

BarcelonaPep Guardiola braucht Liebe. Bei einem Vortrag in seiner spanischen Heimat hat der Trainer des deutschen Fußball-Meisters FC Bayern München tiefste Gefühle offenbart. „Alles, was ich in meinem Leben tue, tue ich, um geliebt zu werden“, verriet der Coach am Dienstag auf einer Veranstaltung der Behinderten-Hilfsorganisation Ampans in Manresa bei Barcelona. „In meinem Leben und mit meiner Arbeit strebe ich in Wirklichkeit keine Titel an, ich suche Liebe, nichts mehr“, sagte er sichtlich bewegt.

In seiner 15-minütigen Rede über Führungsqualitäten enthüllte der 44-Jährige vor 800 Menschen außerdem, dass er sich Erkenntnisse von Kindererziehern „ausleiht“, um seine Schützlinge um die Weltmeister Bastian Schweinsteiger und Manuel Neuer zu überzeugen.

„Ich habe einmal im Artikel einer amerikanischen Pädagogin gelesen, dass ein Kind nicht lernt, wenn es keine Empathie mit dem Lehrenden spürt. Das versuche ich in meiner Arbeit anzuwenden. Oft fühlt sich ein Spieler schlecht, weil er denkt, dass der Trainer ihn nicht mag, und nicht, weil er nicht spielt“, erzählte der Coach.

Mediensicht: Wie Guardiola Bayern-Trainer wurde

26./27. Juli 2011

Beim Vorbereitungsturnier des FC Bayern in München tritt auch der FC Barcelona an: Dessen Trainer Pep Guardiola signalisiert sein Interesse, eines Tages den FC Bayern zu trainieren - und er hinterlässt den Verantwortlichen seine Telefonnummer. Von Jupp Heynckes lässt er sich das Trainingsgelände zeigen.

18. Juni 2012

Das erste Gerücht kommt auf. Laut Medieninformationen hatte sich Bayerns damaliger Sportdirektor Christian Nerlinger bereits beim spanischen Pokalfinale am 25. Mai mit Guardiolas Bruder und Berater Pere getroffen.

21. Juni 2012

Pep Guardiola dementiert Berichte über Verhandlungen und erklärt: "Ich habe mit keinem Verein gesprochen, und ich bin nicht bereit, mich jetzt zu binden."

10. Dezember 2012

Erneute Gerüchte über eine Verpflichtung Guardiolas. "Erst reden wir 2013 mit Heynckes", sagt der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge daraufhin.

7. Januar 2013

Im Rahmen der FIFA-Gala in Zürich reagiert Guardiola ausweichend auf die Frage nach einem Engagement in München: „Es wäre respektlos, wenn ich zu einem Verein, der aktuell einen Trainer beschäftigt, konkret etwas sagen würde.“ Allerdings bestätigt der Spanier auch seine Rückkehr auf die Trainerbank im Sommer.

15. Januar 2013

Nach Informationen von Sky Italia soll Guardiola eine Entscheidung zugunsten der Bayern getroffen haben. Rummenigge will die Meldung nicht kommentieren: „Ich kann dazu nur sagen, dass wir die gesamte Situation immer sehr souverän gehandhabt haben.“

16. Januar 2013

Um 16:48 Uhr bestätigt der FC Bayern die Mediengerüchte, dass der 41 Jahre alte Guardiola einen Vertrag bis 2016 unterschrieben hat und die Nachfolge von Jupp Heynckes antreten wird.

24. Juni 2013

Guardiola wird sich ab 12.00 Uhr bei einer Pressekonferenz in der Allianz-Arena erstmals als Trainer des FC Bayern zu Wort melden.

26. Juni 2013

Erstes Training unter Guardiola in der Allianz-Arena. 25.000 Fans werden zur öffentlichen Einheit erwartet.

29. Juni 2013

Erster lockerer Test unter Guardiola: das „Traumspiel 2013“ gegen den Fanclub Wildenau.

Es gab dazu auch eine Anekdote: „Ich hatte einmal als Trainer einen hervorragenden Spieler, der aber nicht aufs Tor schoss. Wir sind in ein Café gegangen, um zu reden. Nicht über Fußball, übers Leben“, sagte der Ex-Barcelona-Profi und -Trainer. Im nächsten Spiel habe der Spieler zwei der vier Tore erzielt. Guardiola: „Er hat sich als etwas Besonderes gefühlt, weil er sich geliebt gefühlt hat.“

Von

dpa

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