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23.03.2017

11:16 Uhr

Podolski über seinen Abschied

„Geiles Stadion, geiles Spiel, geiler Gegner“

Quelle:dpa

Lukas Podolski ist fortan Nationalspieler a.D.. Mit Wehmut blickt Prinz Poldi vorerst nicht auf seine Länderspielkarriere zurück. Stattdessen feiert er einen filmreifen Abschied von dem Team, was ihm stets eine Oase war.

Lukas Podolski verabschiedet sich noch lange nach dem Spiel von seinen Fans. dpa

Emotional

Lukas Podolski verabschiedet sich noch lange nach dem Spiel von seinen Fans.

DortmundDer neue Tag hatte schon begonnen, als Lukas Podolski immer noch im verschwitzten Trikot unterhalb der Tribüne über sein Traumtor und den traumhaften Abschiedsabend plauderte. Der Mannschaftsbus mit den nun ehemaligen Kollegen hatte das Dortmunder Stadion längst verlassen, aber den Fußball-Nationalspieler a.D. drängte es mit Frau und Kindern einfach nicht heim nach Köln.

Vollgepumpt mit Glückshormonen kostete Podolski den „schönen Abend” im Bad der Fans aus. „Man kann sich nichts Besseres wünschen”, sagte er nach Mitternacht mit glänzenden Augen: „60 000 Zuschauer, ein geiles Stadion, ein geiles Spiel, ein geiler Gegner - und man gewinnt am Ende.”

Die Nationalspieler mit den meisten Länderspielen

Platz 10

Per Mertesacker mit 104 Länderspielen.

Im Oktober 2004 absolvierte Mertesacker sein erstes A-Länderspiel für die deutsche Nationalmannschaft, nachdem er nur sporadisch für die U-20- und U-21-Auswahl aufgelaufen war. Per Mertesacker stand im Kader der Nationalmannschaft bei den WM-Endrunden 2006, 2010 und 2014 und der EM-Endrunde 2008. Bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 erreichte er den dritten Platz und wurde 2014 schließlich mit Deutschland Fußball-Weltmeister.

Platz 9 - 7

Jürgen Kohler, Hans-Jürgen Dörner* & Joachim Streich* mit je 105 Länderspielen (*für die ehemalige DDR-Auswahl)

Jürgen Kohler war einer der stärksten Manndecker im internationalen Vergleich und ist in der Top-10-Liste der Rekordnationalspieler von Deutschland.
Der aus Görlitz stammende Hans-Jürgen Dörner, auch bekannt als Dixie Dörner, war als Aktiver einer der begabtesten und erfolgreichsten des DDR-Fußballs überhaupt.
Der gebürtige Wismarer Joachim Streich gilt als "Fußball-Denkmal" und Rekordtorschütze der DDR.



Platz 6

Jürgen Klinsmann mit 108 Länderspielen

Mit seinem Erfolg bei Länderspielen (47 Tore) liegt Klinsmann hinter Gerd Müller (68 Tore) und gemeinsam mit Rudi Völler auf Rang zwei der ewigen Bestenliste.

Platz 5

Philipp Lahm mit 113 Länderspielen

Nach drei Länderspielen für die U-21 wurde Philipp Lahm Anfang 2004 erstmals für den Kader der A-Nationalmannschaft berufen. 2010 übernahm Lahm zunächst vorübergehend die Kapitänsbinde von Michael Ballack, im Sommer 2011 wurde ihm diese Ehre auch offiziell zuteil. Lahm war der einzige Spieler weltweit, der jemals in drei All Stars Teams spielen durfte.

Platz 4

Bastian Schweinsteiger mit 121 Länderspielen

Schweinsteiger besitzt Ehrungen, wie das „Silberne Lorbeerblatt“ oder den Titel „Fußballer des Monats“. Das „Silberne Lorbeerblatt“ gilt als höchste deutsche Sportauszeichnung und wurde ihm in den Jahren 2006 und 2010 verliehen. Sein erster Einsatz in der deutschen Nationalmannschaft erfolgte im Juni 2004.

Platz 3

Lukas Podolski mit 129 Länderspielen

Der Stürmer absolvierte mit der Nationalmannschaft die Europameisterschaft 2012, bei der er die Marke von 100 Einsätzen für sein Land durchbrach. Sein Abschied aus der Fußball-Nationalmannschaft erfolgt im März 2017.

Platz 2

Miroslav Klose mit 137 Länderspielen

Sein Debüt in der Deutschen Nationalmannschaft gab Miroslav Klose im Jahre 2001. Bei der WM 2006 kam er insgesamt auf fünf Treffer und wurde Torschützenkönig dieser Weltmeisterschaft. Im WM-Halbfinale 2014 konnte Miroslav Klose seinen 16. Treffer bei der Weltmeisterschafts-Endrunde gegen Brasilien erzielen. Damit überrundete er den Brasilianer Ronaldo, der bis dahin mit 15 Toren die Position des Torschützenkönigs gehalten hatte.

Platz 1

Lothar Matthäus mit 150 Länderspielen

Niemand vermag ihn vom Thron zu stürzen: Kein deutscher Fußballspieler hat das Nationaltrikot so oft getragen wie er, Lothar Matthäus. Am 20. Juni 2000 ging er zum letzten Mal für die deutsche Nationalelf auf den Platz.

Und dafür sorgte der Hauptdarsteller - „wie im Film” - selbst. Sein 1:0 gegen England war die Pointe eines perfekten Drehbuchs für das 130. Länderspiel. „Ich kenne ja meinen linken Fuß. Ich weiß nicht, wer mir den gegeben hat, der liebe Gott vielleicht”, sagte Podolski.

In seiner unnachahmlichen Art jagte er den Ball in der 69. Minute mit der linken Klebe rechts oben in den Winkel, unhaltbar für Englands Torwart Joe Hart. Ein Tor des Monats, „mein zwölftes”, wie der bei der ARD-Wahl bislang elfmal ausgezeichnete Torjäger selbst meinte. Womöglich hat Deutschland aber am 22. März 2017 auch schon das Tor des Jahres gesehen.

Auf jeden Fall gehöre das Länderspieltor Nummer 49 „in die ganz enge Auswahl” seiner schönsten Treffer. „Es ist ein Drehbuch, das ich nicht besser hätte schreiben können”, sagte Weltmeisterkollege Thomas Müller. Im Grunde Oscar-reif, auch wenn Müller anmerkte: „Mir als Regisseur wäre das nur zu kitschig, das glaubt dir ja keiner.”

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