Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.03.2017

13:30 Uhr

Politische Einflussnahme

Fifa-Council sperrt Witali Mutko aus

Der Cheforganisator der WM in Russland verliert seinen Spitzenposten bei der Fifa. Der Putin-Vertraute Witali Mutko wird wegen Einflussnahme des Kreml die Wieder-Kandidatur vom Fifa-Council verweigert.

Witali Mutko darf nicht für einen Sitz im FIFA Council kandidieren - dies entschied die FIFA. Der umstrittene Multifunktionär behält hingegen sein Amt als Cheforganisator für die Fußball WM im Jahr 2018. dpa

WM-Cheforganisator Witali Mutko

Witali Mutko darf nicht für einen Sitz im FIFA Council kandidieren - dies entschied die FIFA. Der umstrittene Multifunktionär behält hingegen sein Amt als Cheforganisator für die Fußball WM im Jahr 2018.

Zürich/MoskauPutin-Freund Witali Mutko darf nicht mehr für einen Sitz im FIFA-Council kandidieren. Der politische Einfluss im Kreml verbietet eine Mitgliedschaft, sagen die Kontrolleure des Weltverbandes. Seinen Führungsposten für die WM-Organisation 2018 betrifft dies nicht.

Die FIFA hat WM-Cheforganisator Witali Mutko den erneuten Einzug in ihr mächtiges Council untersagt. Eine komplette Verbannung des umstrittenen Moskauer Multifunktionärs aus der Fußball-Welt wird es aber wohl nicht geben. Das für die Wahltauglichkeitsprüfung zuständige Governance und Review Committee des Fußball-Weltverbandes, dem auch DFB-Präsident Reinhard Grindel angehört, verweigerte dem stellvertretenden russischen Ministerpräsidenten und Vertrauten von Präsident Wladimir Putin die erneute Kandidatur für einen Sitz im FIFA-Rat.

Sport: Smertin wird Anti-Rassismus-Beauftragter für WM 2018

Sport

Smertin wird Anti-Rassismus-Beauftragter für WM 2018

Der frühere russische Nationalspieler Alexej Smertin ist vor der Fußball-WM 2018 in Russland zum Beauftragten gegen Rassismus und Diskriminierung ernannt worden.

„Ich wollte wiedergewählt werden“, sagte Mutko am Freitag. Doch die FIFA habe politische Neutralität als neues Kriterium eingeführt. „Sie wollen, dass die Organisation politisch neutral ist, damit Staatsdiener und Vertreter der Behörden verschiedener Länder nicht in die Organe gewählt werden“, sagte Mutko, der die Entscheidung des Kontrollgremiums nicht anfechten will.

Grund für die Sanktion sind somit nicht die möglichen Verwicklungen Mutkos in den russischen Doping-Skandal aus seiner Zeit als Sportminister seines Landes, sondern seine weiter herausgehobene Position in der Moskauer Führung generell. Die FIFA-Statuten verbieten allerdings schon lange eine Einmischung nationaler Regierungsbelange in die Angelegenheiten des Weltverbandes. Warum Mutko erst und ausgerechnet jetzt sanktioniert wurde, bleibt unklar.

Auswirkungen auf weitere FIFA-Ämter hat die Entscheidung zudem nicht. Mutko kann somit seinen Posten als lokaler Cheforganisator der WM 2018 und des Confed Cups in diesem Sommer behalten - sofern dies auch von der FIFA-Administration um Präsident Gianni Infantino gewünscht ist, denn die Tauglichkeitsprüfung bezieht sich nur auf neu zu vergebene Posten. Der 58 Jahre alte Mutko geht davon aus, dass er die Vorbereitungen weiter leitet. Die FIFA hat sich zu der delikaten Personalie noch nicht geäußert, doch Infantino dürfte kaum einen Affront mit Putin - dem Gastgeber des ersten WM-Turnieres seiner FIFA-Präsidentschaft - wagen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×