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11.04.2011

11:34 Uhr

Premier League

US-Investor kauft Arsenal London

Der letzte der großen englischen Traditionsklubs mit unabhängiger Führung wird von einem Investor übernommen. Stan Kroenke wird künftig bei Arsenal London bestimmen. Für die "Gunners" soll sich aber nichts ändern.

Jens Lehmann läuft wieder für Arsenal und damit bald für einen neuen Eigentümer auf. Quelle: Reuters

Jens Lehmann läuft wieder für Arsenal und damit bald für einen neuen Eigentümer auf.

London/Düsseldorf

Der US-amerikanische Sportinvestor Stan Kroenke greift bei Arsenal London nach der alleinigen Kontrolle. KSE Uk stockte zunächst die Anteile an der Arsenal Holding von 29,9 Prozent auf 62,89 Prozent auf. Ziel ist die Übernahme des Vereins, dem ein entsprechendes Angebot vorliegt. Kroenke bestätigte am Montag den Kauf eines Aktienpakets, das ihm die alleinige Kontrolle der "Gunners" ermöglicht. Die Geschäftsführung, die vom Bankhaus Rothschild beraten wird, empfahl den Anteilseignern, das Angebot anzunehmen. Der Kauf dieser Anteile wird Kroenke schätzungsweise 1,06 Milliarden US-Dollar kosten. Für den Investor steigt beidem Deal die Deutsche Bank in den Ring.

Der 63-jährige ist seit 2007 Teilhaber bei Arsenal und zahlte nun umgerechnet 13.286 Euro pro Aktie; das entspricht einem Börsenwert von 826 Millionen Euro.

KSE will das Geschäft ohne Verschuldung stemmen. Auch an der bisherigen Strategie und Ausrichtung des Vereines soll sich nach Angaben Kroenke und Arsenals nichts ändern. Er sei ein "großer Unterstützer" von Coach Arsene Wenger, heißt es in der Mitteilung des Hauptstadtklubs auf dessen Homepage. "Wir sind begeistert, dass wir die Gelegenheit haben, uns stärker zu beteiligen und zu engagieren", verkündete Kroenke.

Arsenal wurde bisher unabhängig geführt und befand sich als einziger Klub der "Big Four" (Chelsea London, Arsenal London, Manchester United, FC Liverpool) nicht in Besitz eines Investors. Die Londoner verfolgen die recht strenge Einkaufspolitik, Stars selbst auszubilden statt teuer einzukaufen. Allerdings wurde der letzte Titel im Jahr 2005 geholt, als der FA Cup gewonnen werden konnte. Entsprechend solide ist jedoch die Finanzlage des Vereins, der bisher in Form der Arsenal Holding als nicht börsennotierte Aktiengesellschaft geführt wurde. Arsenal hat nach dem Neubau des "Emirates"-Stadion etwa 220 Millionen Euro Schulden, ist aber im operativen Geschäft profitabel. Kroenke war schon vor dem jetzigen Deal größter Aktionär des Klubs.

Für den US-Amerikaner sind Sportvereine ein bevorzugtes Investitionsfeld. Kroenke besitzt in den Basketballklub Denver Nuggets, das Eishockeyteam der Colorado Avalanche, die St. Louis Rams (Football), Colorado Rapids (Fußball) sowie die Lacrosse Mannschaft der Colorado Mammoth.

Kroenke wird sich, trotz bester Absichten, in Fankreisen mit Malcom Glazer vergleichen lassen müssen. Der Milliardär hatte 2005 den Ligakonkurrenten Manchester United übernommen und den Serienmeister letztlich in eine existenzgefährdende Schuldenkrise gestürzt. Glazer wurde unter anderem vorgeworfen, den Klub nur als Spielzeug für sei

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