Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.04.2013

18:21 Uhr

Pressekonferenz vor CL-Spiel

„Eine Frage zu Hoeneß und wir brechen ab“

Vor dem wichtigen Spiel gegen Barça würde der FC Bayern das Thema Hoeneß am liebsten ausblenden. Bei der PK verbat der Klub Fragen zur Steueraffäre seines Präsidenten. Trainer und Spieler werden abgeschottet.

Bei Pressekonferenz

Bayern verbieten Fragen zu Hoeneß

Bei Pressekonferenz: Bayern verbieten Fragen zu Hoeneß

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

München/BerlinBeim FC Bayern zählt derzeit nur eins: das Halbfinalspiel gegen den Barcelona. In der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Duell hat sich der Club Fragen zur Steueraffäre von Uli Hoeneß verbeten. Pressesprecher Markus Hörwick wies die teilnehmenden Journalisten schon vor Beginn der Konferenz zurecht: „Ich möchte Sie im Vorfeld darüber informieren, dass wir dazu keinerlei Stellungnahme abgeben werden. Deshalb auch die Bitte an Sie, dass wir uns in dieser Pressekonferenz wirklich auf den Fußball, auf die Champions League, auf das Spiel Bayern gegen Barcelona konzentrieren. Wir werden wie gesagt keine Stellungnahme abgeben. Und das hat auch die Uefa angekündigt, dass sie im Falle, dass versucht wird über anderem Weg auf dieses Thema zuzugehen, wir möglicherweise die Pressekonferenz sogar abbrechen würden. Ich denke dazu kommt es sicherlich nicht". Spieler und Trainer wurden in der Vorbereitung auf das Duell gegen das Non-Plus-Ultra im Fußball von dem unliebsamen Thema abgeschottet.

Coach Jupp Heynckes und Kapitän Philipp Lahm sprachen bei der PK sowieso lieber von des Gegners und den eigenen Stärken. „Barça hat Spieler mit viel Fantasie, mit einer außergewöhnlichen Klasse. Deswegen muss man bei jeder Situation und zu jedem Zeitpunkt des Spiels höllisch aufpassen“, warnte Heynckes, hob aber hervor. „Bayern kann auch auf so einem Niveau spielen.“ Lahm schürte vor dem Halbfinalspiel die Vorfreude: „Wir treffen auf eine absolute Topmannschaft, aber wir sind auch eine Topmannschaft. Es wird ein Fest und da können wir uns alle drauf freuen“, schürte Münchens Kapitän Philipp Lahm vor dem Halbfinal-Hinspiel die Vorfreude.

Welche Strafen Steuertricksern drohen

10.000 Euro hinterzogen

Hier wird in der Regel eine Geldstrafe verhängt, die in etwa einem Jahresnettoeinkommen des Steuerpflichtigen entspricht.

Tagessätze

Die Strafverfolgungsbehörden ermitteln die Geldstrafe nach so genannten Tagessätzen. Der Geldbetrag für einen Tagessatz soll dem Tagesnettoeinkommen entsprechen.

Berechnung des Tagesatzes

Hat jemand ein Jahreseinkommen von 50.000 Euro brutto und Abzüge von 20.000 Euro für Steuern, Versicherungen und ähnlichem, so wäre der Tagessatz 82 Euro (gerechnet: 30.000:365).

Anzahl der Tagessätze

Bei einer Hinterziehung von 10.000 Euro werden in der Regel 365 Tagessätze verhängt. Das bedeutet im Beispielsfall 365x82 = 29.930 Euro. Die Geldstrafe läge also bei rund 30.000 Euro.

Verhältnis zur hinterzogenen Steuer

Bei hohen Einkommen kann laut Experten die Strafe durchaus höher als die hinterzogene Steuer sein. Schließlich soll sich Steuerhinterziehung ja nicht lohnen.

20.000 Euro hinterzogen

Bei 20.000 Euro kommt man zu rund 440 Tagessätzen. Die Strafe läge im Beispielsfall dann 36.080 Euro.

Regionale Unterschiede

Es ist bekannt, dass in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich streng bestraft wird. Eine interne Tabelle weist dies nach. Insofern gelten die hier genannten Strafrahmen nicht absolut, sondern sind lediglich Faustregeln.

Schwere Vergehen

Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes (Az. 1 StR 525/11) ist die Chance, auch bei schweren Steuervergehen um eine Haftstrafe herumzukommen, deutlich gesunken. Die Karlsruher Richter haben mit ihrer Entscheidung ein Urteil des Landgerichts Augsburg kassiert, das einen Unternehmer wegen 1,1 Millionen Euro hinterzogener Steuern nur zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt hatte. Dieses Strafmaß sei zu gering, entschied der BGH. Das Urteil liegt im Trend, glaubt Martin Wulf von der auf Steuerstrafrecht spezialisierten Kanzlei Streck Mack Schwedhelm: „In der Tendenz ziehen die Sanktionen an“, sagt der Jurist.

So leicht die Mannschaft offenbar das Thema Hoeneß ausblenden kann, dem Verein droht eine längere Affäre. „Das lässt sich rein zeitlich sehr schwer einschätzen, das hängt immer von der Fallgestaltung ab“, sagte Staatsanwalt Heidenreich über das mutmaßliche Ausmaß der Ermittlungen. „Es müssen viele Dinge geprüft werden.“

Hoeneß selbst schloss einen Rücktritt von seinen Ämtern beim deutschen Fußball-Rekordmeister aus und will auch nicht für weitere öffentliche Aufklärung sorgen. Stattdessen geht der 61-Jährige Sportfunktionär schon wieder in die Offensive.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

22.04.2013, 19:07 Uhr

440 Tagessätze für 20.000 EUR hinterzogene Steuern. Und wieviel bekommt man als Beamter oder Politker für 1.000.000 Steuerverschwendung?

CANELLAS

22.04.2013, 19:18 Uhr

ein steuerkrimineller nach eigenem geständnis kontrolliert die ordnungsgemäße geschaftsführung des vostands beim fußballclub

wie soll das denn gehn und vor allem gutgehn
(...)

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

gast

22.04.2013, 21:30 Uhr

meinten Sie 1.000.000,- oder 1.000.000.000.000,- ?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×