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10.05.2012

16:13 Uhr

Pro Hertha

Warum Berlin nicht absteigen darf

Die deutsche Hauptstadt ist Spitze beim Feiern, innovativen Startups, Touristen- und Zuschauerzahlen. Da darf ein Spitzenklub im Fußball nicht fehlen, findet Handelsblatt-Autorin Désirée Linde.

Jubeln könn'se ja, die Berliner: Hier Christoph Janker (l-r), Raffael, Adrian Ramos und Änis Ben-Hatira am 27. Spieltag beim 2:0 gegen den 1. FSV Mainz 05. dpa

Jubeln könn'se ja, die Berliner: Hier Christoph Janker (l-r), Raffael, Adrian Ramos und Änis Ben-Hatira am 27. Spieltag beim 2:0 gegen den 1. FSV Mainz 05.

BerlinBerlin hat einen Lauf. Zweifelsohne einen der negativen Art. Der Flughafen Schönefeld wird zwei Monate später fertig als angekündigt, die Zugezogenen überschwemmen die Stadt und treiben die Mietpreise nach oben, die marode S-Bahn fällt regelmäßig aus, der Schuldenberg soll bis 2016 noch auf 65 Milliarden Euro anwachsen, und dann kam auch noch Hertha dazu.

Der drohende Abstieg aus dem Oberhaus der Bundesliga, in das sich das Team erst in der vorangegangenen Saison zurückgekämpft hatte, könnte das Berlin-Gefühl dieser Tage perfekt machen. Das Berlin-Gefühl, dass den Hauptstädtern derzeit nichts, aber auch gar nichts gelingen mag.

Handelsblatt-Autorin Désirée Linde

Handelsblatt-Autorin Désirée Linde

Das hat die Alte Dame nicht verdient. Deutschland wäre damit das einzige europäische Land, das sich ein Fußball-Oberhaus leistet, in dem die Hauptstadt nicht vertreten ist. Nicht nur ein Armutszeugnis für die Stadt, sondern für die ganze Region. Zwar hat vor der Wende auch niemand nach einem Erstliga-Klub für Bonn gerufen. Doch es reiht und reihte sich im Westen - und gerade NRW mit Dortmund, Schalke, Leverkusen und Mönchengladbach - auch Spitzenklub an Spitzenklub.

Die bisherigen Relegationsspiele seit 1982

Historie

Erstmals eingeführt wurden die Relegationsspiele zwischen dem Tabellen-16. oder Drittletzten der 1. Fußball-Bundesliga und dem Drittplatzierten der 2. Fußball-Bundesliga 1982. Die Auswärtstorregel galt damals nicht, bei Gleichstand nach zwei Partien kam es zu einem Entscheidungsspiel.

Nach der zehnten Auflage war ab 1992 erst mal wieder Schluss mit dieser Regelung, es gab wieder ausschließlich direkte Ab- und Aufsteiger. Ab der Saison 2008/2009 wurde die Relegation schließlich wieder eingeführt - mit Auswärtstorregel bei Gleichstand nach zwei Spielen und Entscheidung in Verlängerung und Elfmeterschießen im zweiten Spiel.

Im folgenden die Ergebnisse aller Relegationsspiele, der erstgenannte Verein war jeweils der Bundesligist, der Zweitgenannte der Zweitligist. Die Sieger sind jeweils gefettet.

1982

Bayer 04 Leverkusen - Kickers Offenbach 1:0/2:1 (Hinspiel/Rückspiel)

1983

FC Schalke 04 - Bayer Uerdingen 1:3/1:1

1984

Eintracht Frankfurt - MSV Duisburg 5:0/1:1

1985

Arminia Bielefeld - 1. FC Saarbrücken 0:2/1:1

1986

Borussia Dortmund - Fortuna Köln 0:2/3:1/8:0 (Hin-/Rück-/Entscheidungsspiel)

1987

FC Homburg - FC St. Pauli 3:1/1:2

1988

SV Waldhof Mannheim - Darmstadt 98 2:3/2:1/0:0 - 5:4 i.E.

1989

Eintracht Frankfurt - 1. FC Saarbrücken 2:0/1:2

1990

VfL Bochum - 1. FC Saarbrücken 1:0/1:1

1991

FC St. Pauli - Stuttgarter Kickers 1:1/1:1/1:3

2009

Energie Cottbus - 1. FC Nürnberg 0:3/0:2

2010

1. FC Nürnberg - FC Augsburg 1:0/2:0

2011

Borussia Mönchengladbach - VfL Bochum 1:0/1:1

Ohne Hertha aber würde die Osthälfte der Bundesrepublik endgültig zum fußballerischen Niemandsland. In den neuen Ländern um Berlin herum wäre in einem Radius von Hunderten von Kilometern kein Erstliga-Team mehr zu finden. Selbst in der zweiten Liga behaupten sich die einzigen Klubs der Region - wie Dynamo Dresden und Energie Cottbus - mehr schlecht als recht.

Kommentare (7)

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Jochen

10.05.2012, 17:14 Uhr

Die Zustände in Berlin sind einzig und allein Folgen der rot/roten SPD-Politik und der Blindheit eines Herrn Wowereit zu verdanken.


stetson

10.05.2012, 17:29 Uhr

@Jochen: Das bezieht sich hoffentlich nicht auf das Thema Fußball. Das können die im Osten nun mal nicht.

Das Herz des Fußballs schlägt im Westen!

Account gelöscht!

10.05.2012, 23:39 Uhr

Die Herta ist Spiegelbild Berlins: Marode, verschuldet und voller Einwanderer. Es ist ein Misverständnis, dass Berlin Hauptstadt und die Hertha in der ersten Liga .... war.

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