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20.11.2015

10:24 Uhr

Profis gegen Amateure

Zoff im DFB wegen Niersbach-Nachfolge

Quelle:SID

Die Bundesliga-Fürsten sind sauer. Sie fühlen sich bei der Neuwahl des DFB-Präsidenten übergangen. Schatzmeister Grindel soll es werden. Doch dagegen protestieren heute die Profis im DFB-Präsidium. Es bleibt spannend.

Der damalige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach (r) gratuliert Reinhard Grindel zu seiner Wahl als Schatzmeister beim DFB-Bundestag am 25.10.2013 in Nürnberg. Grindel soll neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes werden. dpa

Wolfgang Niersbach und Reinhard Grindel

Der damalige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach (r) gratuliert Reinhard Grindel zu seiner Wahl als Schatzmeister beim DFB-Bundestag am 25.10.2013 in Nürnberg. Grindel soll neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes werden.

FrankfurtDie rasche Festlegung der Landesfürsten im DFB auf Schatzmeister Reinhard Grindel als DFB-Präsidentschaftskandidat hat die nächste Krise im Deutschen Fußball-Bund (DFB) ausgelöst. Vertreter der Bundesliga kritisieren das Vorgehen der Amateure immer deutlicher. Die Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes am heutigen Freitag in Frankfurt dürfte also spannend werden.

"Das hat uns irritiert", sagte zunächst Harald Strutz, Vizepräsident des Ligaverbandes und im DFB-Präsidium, dem SID am Mittwoch und kündigte an: "Das werden wir deutlich artikulieren." Vor einem Alleingang der Landesverbände hatte zuvor auch Liga-Boss und DFB-Interimspräsident Reinhard Rauball schon gewarnt. "Die weitere Marschroute, was die Strategie, die Inhalte, die Termine und auch die Personen betrifft, sollte erst in der Präsidiumssitzung des DFB am kommenden Freitag besprochen, beschlossen und dann veröffentlicht werden", hatte Rauball der FAZ gesagt.

Dann meldete sich auch Hans-Joachim Watzke vehement zu Wort gemeldet. "Wir fühlen uns brüskiert. Für den gesamten Fußball ist das eine sehr unschöne Geschichte", sagte der Geschäftsführer von Borussia Dortmund dem Fachmagazin "kicker".

Das Präsidium des DFB

Wer sitzt im DFB-Präsidium?

Laut DFB-Satzung gehören dem Präsidium der Präsident, der Schatzmeister, der Ligapräsident und der Vorsitzende der Regional- und Landesverbände an. Der Ligaverband entsendet zudem drei, die Regional- und Landesverbände weitere sechs Vertreter.
Quelle: http://www.dfb.de/verbandsstruktur/praesidium

Wer wird berufen?

Neben dem Generalsekretär und den Ehrenpräsidenten (derzeit nur Egidius Braun) gehören auf Berufung des Präsidiums auch ein Vertreter der Nationalmannschaft (Oliver Bierhoff) und der Sportdirektor (Hansi Flick) dem Gremium an. Derzeit hat das DFB-Präsidium 16 aktive Mitglieder plus einen Ehrenpräsidenten.

Die Aufgaben

Das DFB-Präsidium ist quasi die Regierung des Fußballverbandes. Es führt die Geschäfte und setzt die Beschlüsse des „Parlaments“, des DFB-Bundestages, um.

Präsidenten

Ehrenpräsident Egidius Braun und Präsident Wolfgang Niersbach (bis zu seinem Rücktritt im November 2015)

Wichtige Vizepräsidenten

Rainer Koch, 1. Vizepräsident (Präsidiumsmitglied für Amateurfußball und Angelegenheiten der Regional- und Landesverbände), er leitet das Ressort für Rechts- und Satzungsfragen, Reinhard Grindel (Rotenburg/Wümme), Schatzmeister, Peter Frymuth (Düsseldorf), Vizepräsident für das neu geschaffene Ressort Spielbetrieb und Fußballentwicklung, Ronny Zimmermann (Wiesloch), Vizepräsident für Qualifizierung und Eugen Gehlenborg (Garrel), Vizepräsident für sozial- und gesellschaftspolitische Aufgaben

Die Liga-Vertreter

Reinhard Rauball, 1. Vizepräsident kraft seines Amtes als Präsident des Ligaverbandes
Vizepräsident Christian Seifert (Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung), Peter Peters und Harald Strutz.

Wichtige DFB-Funktionäre

Generalsekretär Helmut Sandrock, Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff und Sportdirektor Hansi Flick

Strutz mahnte an, dass es wichtig für den DFB und die Liga sei, an einem Strang zu ziehen. "Und an einem Strang ziehen heißt auch, den gleichen Ausgangspunkt zu haben", sagte Strutz, der auch Präsident des Bundesligisten FSV Mainz 05 ist.

Der Ligavorstand habe betont, dass "es nicht um den Austausch von Köpfen geht, sondern generell erst eine Strukturdiskussion geführt werden muss". Die 21 Landesverbände geben bei der Abstimmung zwei Drittel der Stimmen ab - für die Wahl des Nachfolgers des zurückgetretenen Wolfgang Niersbach reicht die einfache Mehrheit.

SID

Harald Strutz kritisiert Vorgehensweise im Fall Grindel

Watzke sieht den Profifußball übergangen. "Ich habe in dieser Woche mit vielen Vereinschefs der Liga gesprochen und selten so eine Einigkeit erlebt", ergänzte der BVB-Boss vor der Präsidiumssitzung des DFB am Freitag. Das Vorgehen der Amateure bezeichnete der 56-Jährige als "sehr unerfreulichen Akt".


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