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03.05.2016

16:35 Uhr

Puma und Leicester

Freud und Leid in England

VonJoachim Hofer

Die Fußball-Meisterschaft von Leicester City in der englischen Premier League ist auch ein Triumph für den Ausrüster Puma. Allerdings ist der Jubel des fränkischen Sportherstellers auf der Insel nicht ungetrübt.

Der Sportartikelhersteller profitiert vom englischen Fußball-Meister Leicester City. dpa

Puma

Der Sportartikelhersteller profitiert vom englischen Fußball-Meister Leicester City.

MünchenLeicester City ist englischer Fußballmeister, und in Herzogenaurach knallen die Sektkorken: Seit 2012 stellt der fränkische Sportkonzern Puma die Trikots des Clubs. Dass die Mannschaft jemals den Titel auf der Insel holen würde, das hatte bei der Raubtiermarke niemand erwartet.

Doch nun jubelt Puma-Chef Bjørn Gulden: „Wir sind sehr stolz auf Leicester City. Mit dem Gewinn der Meisterschaft haben sie alle Erwartungen übertroffen und der Welt gezeigt, was man mit Selbstvertrauen, Entschlossenheit und Teamgeist erreichen kann.“ Trotz einer Wett-Quote von 5000:1 auf die Meisterschaft hätte sich das Team durchgesetzt und „während der gesamten Saison pure Spielfreude versprüht“, betonte der ehemalige Profi-Fußballer.

Wetten: „Elvis lebt“ war wahrscheinlicher als das Wunder von Leicester City

Die Quote lag bei 5000:1

Leicester City hat seine Sensationssaison im englischen Fußball mit seinem ersten Meistertitel gekrönt - gegen jede Wahrscheinlichkeit. Wer vor der Saison darauf wettete, ist nun ein reicher Mann: Die Quote der englischen Buchmacher lag damals bei 5000:1.

Quelle: sid

Alles andere war wahrscheinlicher

...der Yeti oder das Monster von Loch Ness gefunden werden

Wette 2

...der heißeste Tag des Jahres auf Weihnachten fällt

Wette 3

...eine Frau den Trainerposten eines Premier-Lague-Teams übernimmt

Wahrscheinlicher war, dass...

Wahrscheinlicher war, dass der Papst für die Glasgow Rangers spielt, traditionell ein Verein für Protestanten (4000:1)

Wette 5

...Elvis lebt (2000:1)

Wette 6

...Queen Elizabeth an Weihnachten die englischen Single-Charts anführt (1000:1)

Wette 7

...der englische Tennis-Star Andy Murray sein erstes Kind nach seinem ärgsten Rivalen Novak (Djokovic) benennt (500:1)

Wette 8

...Barack Obama die Verschwörungstheorie bestätigt, dass die Mondlandung nie stattgefunden hat (500:1)

Dabei hatte Gulden eigentlich auf eine ganz andere Mannschaft gesetzt. Der Norweger verpflichtete vor zwei Jahren den Konkurrenten Arsenal. Die ‚Gunners‘ sollten der angestaubten Sportmarke weltweit wieder neuen Glanz verleihen. Doch aus dem Plan wurde nichts: Das Team schied im Frühjahr im Achtelfinale der Champions League sang- und klanglos aus, in der Liga sind die Londoner nur Dritter mit zehn Punkten Rückstand auf Leicester.

Bis zu 40 Millionen Euro pro Saison lässt sich der Manager das Engagement schätzungsweise kosten. „Ein Sponsoring dieser Größenordnung ist sowohl in der Historie von Puma als auch für Arsenal einmalig“, unterstrich Gulden bei der Vertragsunterzeichnung.

Puma kommt kaum voran: Die Katze springt nicht weit genug

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Zu Jahresbeginn ist der Umsatz leicht geklettert. Trotzdem fällt die Turnschuh-Marke zurück. Die großen Konkurrenten Adidas und Under Armour sind viel dynamischer als Puma unterwegs.

Was Gulden zu jener Zeit nicht ahnen konnte: Nicht Arsenal lässt Puma seither in einem freundlichen Licht erscheinen, sondern Leicester. Ein Team, das noch sein Vorgänger Franz Koch verpflichtet hat. Im Frühjahr 2012 zog der Kurzzeit-CEO den damaligen Zweitligisten an Land. Seither ging es stramm bergauf in der englischen Provinzstadt: 2014 ist Leicester aufgestiegen. 2015 schloss die Mannschaft die Premier League auf Rang 14 ab, als bester Aufsteiger.

Am Montagabend nun sicherte sich Leicester den Titel, obwohl das Team gar nicht auf dem Platz stand. Doch ein 2:2 zwischen dem FC Chelsea und Tottenham Hotspur sorgte dafür, dass die Mannschaft nicht mehr einzuholen ist. Leicester City, was vergangene Saison als Tabellen-15. schon umgerechnet 96,2 Millionen Euro aus TV-Geldern eingenommen hat, kann mit einem gewaltigen Gewinnsprung rechnen. Bisher bekam der englische Meister schon etwa 40 Millionen Euro mehr, plus Einnahmen aus der Champions League und Merchandising. Tendenz steigend, ab der kommenden Saison wird das Gesamtvolumen der Fernsehgelder für die 20 Vereine der Premier League auf rund 9,5 Milliarden Euro steigen.

Gut, dass Puma und Gulden den Vertrag mit Leicester erst vergangenes Jahr verlängert haben. Zu Details wollte er sich zuletzt nicht äußern. Nur so viel: „Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt“, sagte der Norweger jüngst in der Zentrale in Herzogenaurach. Experten sind sich sicher, dass Leicester trotz der überragenden Saison nur einen Bruchteil dessen bekommt, was Arsenal einstreicht. Künftige Verhandlungen dürften nicht mehr so günstig für den Hersteller ausgehen.

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