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17.07.2012

17:11 Uhr

Pyrotechnik

„Ich bin für die Legalisierung unter Auflagen“

VonTina Halberschmidt

Pyrotechnik im Stadion ist verboten. Aus gutem Grund, meinen die Befürworter des Verbots. Doch nicht alle Fußballanhänger sind dieser Meinung. Sven Franke, leidenschaftlicher Fan des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg, erklärt stellvertretend für viele andere begeisterungsfähige Stadiongänger, was die Faszination Pyrotechnik ausmacht - und wie das Abbrennen von Bengalos seiner Meinung nach sicher genug gemacht werden könnte, dass es auch im Stadion erlaubt werden kann.

Fans von Hannover 96 brennen bengalische Feuer ab. dpa

Fans von Hannover 96 brennen bengalische Feuer ab.

Herr Franke, Sie sind seit vielen Jahren Fan des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg. Was ist Ihre Meinung: Sollte es erlaubt sein, bengalische Feuer im Stadion abzubrennen?

Sven Franke: Ohne lange um den Brei herumzureden – ich bin unter gewissen Voraussetzungen dafür. Natürlich sollte eine Pyro-Aktion vorher durchgeplant werden und nicht wahllos zu beliebigen Momenten während eines Spiel gestartet werden.

Was macht die „Faszination Pyrotechnik“ aus? Kann die Stimmung im Stadion nicht auch ohne Pyrotechnik „brennen“?

Richtige Pyro-Aktionen habe ich bei meinem Verein in Duisburg bisher noch gar nicht erlebt, sondern meist nur einzelne Fackeln, die im Block verteilt waren. Schaut man sich aber mal im Internet, zum Beispiel bei Youtube, Videos aus Griechenland, Kroatien oder aus der Türkei an, so sieht man, wie positiv sich solche Aktionen vor dem Spiel auf die Stimmung auswirken. Gerade bei Flutlichtspielen gibt es einen richtigen Pyro-Effekt. Bei jedem Heimspiel muss das nicht sein, aber ab und an eine gute Pyro-Aktion – das würde die Stimmung richtig anheizen und andere, sonst eher ruhigere Fans animieren, ebenfalls die Mannschaft zu supporten. „Brennen” – um Ihren Begriff nochmal aufzugreifen – kann das Stadion natürlich auch ohne Feuer.

Kritiker der Initiative Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektierenführen an, dass Pyrotechnik nicht umsonst verboten ist – und zwar nicht nur vom DFB, sondern auch per Gesetz. Wie kann garantiert werden, dass unbeteiligte Fans das Spiel ungestört beobachten können?

Wer bereits mal in Block H des Wedaustadions [traditioneller Name des Duisburger Stadions, heute offiziell Schauinsland-Reisen-Arena, Anmerkung der Redaktion] gestanden hat, kennt auch den Hinweis auf den Stimmungsblock: „Fahnen können die Sicht behindern, Mitmachen erwünscht“ etc. Mit einem ähnlichen Hinweis könnte man Personen darauf hinweisen, dass in gewissen Abschnitten eventuell Fackeln gezündet werden, und dass dort mit Rauch etc. zur rechnen ist. In diese Abschnitte muss dann ja niemand gehen, der einfach nur in Ruhe das Spiel anschauen will.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

17.07.2012, 21:41 Uhr

Man muss sich die Typen, die Bengalos abbrennen nur einmal anschauen: Voll- und dummgesoffene Proleten, die jedem normalen Fußballfan mit ihrem selbstgefälligen und anmaßenden Habitus auf den Sack gehen. Hoffentlich bleiben die Verantwortlichen hart und verweigern diesen Schwachmaten den Zutritt zu den Stadien!

S.Franke

17.07.2012, 22:15 Uhr

Oh Gott...jaaa, ich bin Befürworter von Pyrotechnik aber bin Realist und glaube dass dies niemals erlaubt wird, nicht zuletzt wegen Aktionen wie sie in D***eldorf zu sehen waren. Dennoch sind Leute, die solche Befürworter dermaßen betiteln nicht einen Deut besser. Die Leute, die ich bisher beim MSV-Auswärtsspielen mit Fackeln gesehen habe, sehe ich Wochentags in gepflegter Bürokleidung und sie sind oftmals weniger "dummgesoffen" als Mancher, der hier Beiträge kommentiert ;)

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