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06.02.2017

16:56 Uhr

Randale in Dortmund

De Maizière fordert „harte Reaktion“

Es flogen Steine, Flaschen, Dosen – ohne Rücksicht auf Kinder. Nach den Ausschreitungen von BVB-Anhängern beim Spiel gegen Leipzig wird der Ruf nach harten Konsequenzen laut. Zudem gab es Kritik am Sicherheitskonzept.

„Nicht ins Stadion, sondern hinter Schloss und Riegel“ : Der Bundesinnenminister hat für Dortmunder Randalierer eine klare Ansage. dpa

Thomas de Mazière

„Nicht ins Stadion, sondern hinter Schloss und Riegel“ : Der Bundesinnenminister hat für Dortmunder Randalierer eine klare Ansage.

Berlin/LeipzigGewalt selbst gegen Kinder, Hassplakate auf der Tribüne - die Ausschreitungen beim Bundesligaspiel zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig sorgen für neue Diskussionen über die Ultraszene und Sicherheitskonzepte im Fußball. Entrüstet über die Bilder aus der Revierstadt forderte Bundesinnenminister Thomas de Maizière in der „Bild“-Zeitung harte Konsequenzen: „Die brutalen Szenen lassen einem den Atem stocken. Wer Steine und Getränkekisten auf Polizisten schleudert und dabei nicht mal auf Familien und Kinder Rücksicht nimmt, ist in Wahrheit kein Fußballfan und gehört nicht ins Stadion, sondern hinter Schloss und Riegel.“

Weitere Reaktionen aus Politik und Sport fielen ähnlich drastisch aus. „Was am Samstag vor dem Spiel in Dortmund passiert ist, war eine Schande für den Fußball. Wer Steine und Flaschen auf Frauen und Kinder wirft, hat den Knall nicht gehört und muss bestraft werden“, kommentierte NRW-Innenminister Ralf Jäger. Max Eberl, Sportdirektor bei Borussia Mönchengladbach, sprach von einer „Katastrophe für den Fußball: „Das ist krank. Man kann RB Leipzig mögen oder nicht, aber es muss alles im Rahmen bleiben.“

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Selbst vor Kindern und Familien machen die Randalierer nicht halt: Der BVB will die Vorkommnisse vor dem Bundesliga-Topspiel gegen RB Leipzig aufarbeiten. Die Polizei beklagte eine „extreme Aggressivität“.

Reinhard Grindel forderte einen „Aufstand der Anständigen“ in den Kurven. „Angesichts der gewalttätigen Ausschreitungen und massiven Gefährdung von Familien und Kindern außerhalb des Stadions sowie der menschenverachtenden Transparente auf der Tribüne dürfen wir nach der ersten Empörungsrhetorik nicht zur Tagesordnung übergehen“, sagte der DFB-Präsident. „Wichtig ist jetzt vielmehr eine grundlegende Debatte, an deren Ende eine gemeinsame Linie gegen jede Form physischer und psychischer Gewalt stehen muss.“

Am Montag wurde in Dortmund eine Ermittlungskommission eingerichtet, die sich in den kommenden Wochen ausschließlich mit der Aufarbeitung des Geschehens beschäftigen wird. Nicht nur gegen die Chaoten, die Leipziger Fans vor dem Stadion attackierten, mit Steinen, Flaschen und Dosen bewarfen und dabei sechs Zuschauer und vier Polizisten verletzten, wird ermittelt. Zudem reagiert die Polizei auf die zahlreichen Spruchbänder auf der Südtribüne mit diffamierendem Inhalt und geht dem Anfangsverdacht von Straftaten wie Beleidigungen nach.

Kommentare (1)

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Herr horst langner

06.02.2017, 12:52 Uhr

An den Kommentaren ist zu erkennen, dass es wenig Leute interessiert, was so an Gewalt in deutschen Stadien passiert, waren wohl keine Rechten oder Nazis dabei.

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