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03.01.2011

09:31 Uhr

Rangnick verlässt Hoffenheim

Ein Hauch von Hollywood im Kraichgau

Die TSG Hoffenheim gilt bei den Fans vieler Bundesligavereine als Provinzmannschaft. SAP-Mäzen Dietmar Hopp versuchte in den vergangenen Jahren recht erfolgreich, dieses Image abzustreifen und sportlichen Glanz in den Kraichgau zu holen. Entscheidener Puzzlestein war Trainer Ralf Rangnick - umso erstaunlicher, dass die nun erfolgte Trennung manches von einer Provinzposse hat.

Nicht mehr Trainer in Hoffenheim: Ralf Rangnick. dpa

Nicht mehr Trainer in Hoffenheim: Ralf Rangnick.

HB ZUZENHAUSEN. Projektleiter Ralf Rangnick hat aus seiner Niederlage im Kräftemessen mit Mäzen Dietmar Hopp Konsequenzen gezogen und nach eigener Darstellung als Trainer von 1899 Hoffenheim aufgegeben. "Vor zwei Tagen habe ich noch gedacht, dass ich Trainer in Hoffenheim bleibe. Doch damit ist mir klar geworden, dass die TSG einen Trainer wie mich nicht mehr braucht", sagte Rangnick, der beim Fußball-Bundesligisten noch einen Vertrag bis 2012 besaß, am Sonntag. Den letzten Anstoß gab der sofortige Wechsel von Luiz Gustavo zum FC Bayern München.

Allerdings bleiben die wahren Gründe für die Trennung unklar und werden immer dubioser. Hopp, der derzeit in Florida im Urlaub weilt, sagte der Heidelberger "Rhein-Neckar-Zeitung" (Montagausgabe), er habe Rangnick bereits am 30. Dezember mitgeteilt, dass es am besten sei, wenn sich die Wege zwischen Coach und Verein trennen würden.

Ausschlaggebend sei eine E-Mail Rangnicks vom 23. Dezember gewesen, in der sich der 52-Jährige laut Hopp im Ton vergriffen habe. "Das war richtig heftig. Extrem heftig. Unter anderem hat der Trainer mit seinem Rücktritt gedroht", sagte Hopp, der deshalb keine Veranlassung sah, den Trainer noch über den Verkauf von Luiz Gustavo zu unterrichten.

Erst durch den Berater des Neu-Hoffenheimers David Alaba hatte der 52-Jährige von dem Neujahrs-Transfer erfahren. Den 15-Millionen-Deal hatte der ehrgeizige Coach unbedingt verhindern wollen und den öffentlichen Disput mit dem mächtigen Hopp nicht gescheut. Der Unternehmer legte Rangnick nach viereinhalb Jahren viel beachteter Zusammenarbeit und dem rasanten Aufstieg aus der Regionalliga ins Fußball-Oberhaus keine Steine in den Weg.

Neuer Chefcoach bei den Kraichgauern wird der bisherige zweite Co- Trainer Marco Pezzaiuoli, der einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014 erhält. "Wir wollen diesen Vertrag auch leben", sagte Manager Ernst Tanner. "Marco ist ein absoluter Fachmann", sagte Tanner über den neuen Chefcoach, den Rangnick im Sommer 2010 noch selbst vom Deutschen Fußball-Bund geholt hatte. Dort hatte Pezzaiuoli drei Jahre lang diverse Jugend-Nationalmannschaften betreut.

Kommentare (2)

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Erwin Schmitz Herdecke

03.01.2011, 11:44 Uhr

Hopp am Ende!
Die Lebensleistung des Herrn Hopp ist und bleibt unumstritten. Er hat seine großen Fähigkeiten im iT-bereich (SAP) und im sportlichen bereich (TSG Hoffenheim) unter beweis gestellt. Durch den Flop im iT bereich bei der iCW sind erste Kratzer am Lack entstanden. ich wünsche Herrn Hopp und natürlich auch dem TSG Hoffenheim, daß keine weiteren Fehlentscheidungen die sportliche Weiterentwicklung des TSG Hoffenheim schaden. Die gute Zeit des so erfolreichen iT Machers Hopp scheint vorbei zu sein. Erwin Schmitz, Herdecke

der übers Wasser gehen kann ...

03.01.2011, 12:59 Uhr

das wars dann mit meinem Hoffenheim Trikot etc. - ab in den Müll damit, frohen Absturz in die 3. Liga
bin mal gespannt, ob und wo sich Hopp nochmal blicken lässt

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