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13.01.2006

15:25 Uhr

Rasenprobleme in Berlin

WM-Gala fällt flach

Nach der Diskussion um die Sicherheit deutscher Fußballstadien folgt die nächste Grätsche für das Organisationsteam der Fußball-Weltmeisterschaft. Wegen Rasenproblemen im Berliner Olympiastadion wird die Eröffnungsgala gestrichen - so die offizielle Begründung. Das scheint aber nur die halbe Wahrheit zu sein.

Der Rasen ist schuld: Keine Gala im Olympiastadion. Foto: dpa

Der Rasen ist schuld: Keine Gala im Olympiastadion. Foto: dpa

HB BERLIN. Die Show war für den 7. Juni als festlicher Auftakt zur Weltmeisterschaft in Deutschland geplant. Mit dem Spektakel sollte erstmals eine Gala und nicht ein Spiel eine Weltmeisterschaft eröffnen. Noch im November war die Show in Berlin groß präsentiert worden. Der künstlerische Leiter André Heller wartete dabei mit großen Namen auf: Neben 132 Fußball-Weltmeistern, unter ihnen Sportlegenden wie Diego Maradona und Pelé, sollten auch die amerikanische Starsopranistin Jessye Norman, die HipHop-Band Black Eyed Peas und der Sänger Cheb Kahled aus Algerien auftreten.

Die offizielle Begründung der Fifa für die Absage: Die Zeit reiche nicht aus, um nach der Gala den Rasen rechtzeitig für das erste WM-Spiel im Berliner Olympiastadion am 13. Juni zu verlegen. Fifa-Präsident Joseph Blatter bedauerte die Entscheidung, nannte sie aber unumgänglich. Die späte Absage sei nicht leicht gefallen, "aber für uns als Weltfußballverband müssen die sportlichen Aspekte schließlich Vorrang haben", sagte Blatter.

Die "Berliner Zeitung" schreibt hingegen unter Berufung auf den Weltfußballverband, dass die für rund 25 Millionen Euro geplante Veranstaltung immer teurer geworden sei. Zudem habe der künstlerische Leiter der Show die Fifa-Verantwortlichen bei einer Präsentation am Donnerstag nicht von seinem Konzept überzeugen können. Für die Show sollten die Zuschauer tief in die Tasche greifen. Zwischen 100 und 750 Euro sollten die Tickets kosten. Der Kartenvorverkauf sei deshalb Medienberichten zufolge schleppend verlaufen. Die Kosten für bereits gekaufte Tickets werden nach Angaben der Fifa aber voll zurückerstattet.

Für die Weltmeisterschaft in Deutschland ist die Absage eine schwere Schlappe. Das Kulturprogramm zur WM ist aber laut der DFB-Kulturstiftung nicht davon betroffen. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) bedauerte die Entscheidung der Fifa. Er vertraue aber darauf, dass der künstlerische Leiter André Heller die Eröffnungsfeier in München und die Schlussfeier in Berlin "zu einem vollen Erfolg für das weltoffene Gastgeberland Deutschland machen wird", teilte das Ministerium mit.

Unterdessen schlug Münchens WM-Koordinatorin Henriette Wägerle eine Gala im Münchner Olympiastadion als Ersatz für das ausgefallene Spektakel in Berlin vor. Wägerle sagte der Nachrichtenagentur ddp, das Olympiastadion wäre optimal für eine große Eröffnungsfeier geeignet und sei nicht weit von der neuen Allianz-Arena entfernt. Die Fifa erklärte aber, dass eine Verlagerung der Eröffnungsgala in eine andere Stadt aus Termingründen nicht mehr in Frage komme.

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