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11.01.2006

07:51 Uhr

Reaktion auf Warentest-Bericht

Politiker fordern Finanzspritze für Stadien

Die Bundesregierung reagiert auf die Kritik der Stiftung Warentest an der Sicherheit in deutschen WM-Fußballstadien. Trotz der Empörung von Sportfunktionären könnte die Untersuchung zu Konsequenzen führen: Bundesinnenminister Schäuble kündigte eine genaue Prüfung an. Andere Politiker verlangen Finanzhilfen des Bundes.

Fünf Monate vor Beginn der Fußball-WM hat die Stiftung Warentest Sicherheitsmängel in den WM-Stadien angeprangert. Foto: dpa

Fünf Monate vor Beginn der Fußball-WM hat die Stiftung Warentest Sicherheitsmängel in den WM-Stadien angeprangert. Foto: dpa

HB BERLIN. "Der Bund hat zumindest für das Berliner Olympiastadion und das Leipziger Zentralstadion eine gewisse Verantwortung, weil sie erst vor kurzem mit mehreren hundert Millionen Euro Steuergeld saniert worden sind", sagte der Vorsitzende des Bundestagssportausschusses, Peter Danckert (SPD) der Zeitung "Die Welt". Er könne sich vorstellen, dass der Bund "in Vorkasse" trete. So kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft müsse ein monatelanger Streit vermieden werden. "Hauptanliegen muss jetzt sein, dass die Stadien zum Anpfiff sicher sind."

In der "Berliner Zeitung" äußerte Danckert jedoch auch Zweifel an der Qualität der Bauprüfung. Er frage sich bei manchen Stadien, "ob die Bauprüfung ernsthaft durchgeführt wurde oder ob die Behörden lediglich gut bewirtet wurden". Er sei überrascht über den Umfang der Mängelliste.


  Tabelle: Sicherheit in deutschen Stadien

Die Stiftung Warentest hatte am Dienstag die Fluchtmöglichkeiten in mehreren Stadien für den Fall einer Panik auf den Rängen bemängelt. Am schlechtesten schnitten die Arenen in Berlin, Leipzig, Gelsenkirchen und Kaiserslautern ab. Das WM-Organisationskomitee wies die Kritik zurück. Die Fluchtwege-Planung sei auch unter Experten strittig. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble kündigte eine Prüfung der Untersuchungsergebnisse an."Es sind noch 150 Tage bis zum Beginn der WM, also genügend Zeit, um notwendige und sinnvolle Ergänzungen der baulichen Bedingungen in den WM-Stadien umzusetzen", sagte er der "Berliner Zeitung".

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