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30.05.2015

00:25 Uhr

Reaktionen zur Fifa-Wahl

„Der Fußball hat verloren“

Joseph Blatter bleibt trotz des Skandals im Vorfeld bis 2019 Präsident der Fifa - und zieht damit Kritik auf sich, etwa von Ex-Fußballstar Luis Figo. Zu Konsequenzen können sich andere Funktionäre aber nicht durchringen.

Zürich/Moskau/New YorkNach der Wiederwahl von Joseph Blatter zum Fifa-Präsidenten hat der wichtige Sponsor Coca-Cola Aufklärung im Korruptionsskandal gefordert. Der Weltfußballverband müsse konkrete Schritte unternehmen, um die angesprochenen Probleme zu beheben, erklärte der US-Konzern am Freitag.

Die lange Auseinandersetzung beschädige die Ideale der Fußball-Weltmeisterschaft. „Wir erwarten von der Fifa, dass sie diese Probleme weiter gründlich angeht.“ Coca-Cola ist seit 1974 Fifa-Partner und sponsert seit 1978 die Fußball-WM. Der jetzige Vertrag läuft laut Fifa bis zum Jahr 2022, wenn der Wettbewerb in Katar ausgetragen wird.

Fifa-Skandal

Fifa-Sponsoren haben Angst um ihr Image

Fifa-Skandal: Fifa-Sponsoren haben Angst um ihr Image

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Die Fußballwelt äußerte sich unterdessen zu möglichen Konsequenzen. Wolfgang Niersbach schloss einen deutschen Boykott der Fußball-WM als Reaktion auf die Wiederwahl von Fifa-Präsident Joseph Blatter aus. „Wir wissen, dass Boykott nie eine Lösung ist“, sagte der DFB-Chef am Freitag in Zürich.

Uefa-Präsident Michel Platini hatte am Vortag einen Rückzug aller europäischen Teams aus den Fifa-Wettbewerben nicht grundsätzlich ausgeschlossen, sollte Blatter den Weltverband weiter führen. Auf Nachfrage, ob dies auch einen WM-Verzicht beinhalten könnte, hatte der Franzose gesagt: „Alles ist möglich.“ Ihre Strategie für den erwarteten weiteren Machtkampf mit Blatter wollen die europäischen Verbände bei einem Meeting vor dem Champions-League-Finale in Berlin in der kommenden Woche besprechen.

FIFA-Affäre: Betroffene Sponsoren

Schwere Anschuldigungen

Die Vorwürfe rund um den Weltfußballverband lassen auch die Sponsoren nicht kalt: Neben sofortiger Aufklärung soll nachhaltig auch das Image wieder verbessert werden. (Quelle: Reuters)

Visa

Der weltgrößte Kreditkartenanbieter wählt ungewohnt offensive Worte in Richtung FIFA: „Als Sponsor erwarten wir, dass die FIFA diese Angelegenheiten innerhalb des Verbands schnell und unverzüglich angeht.“ Ansonsten werde man, so der Finanzdienstleister, sein Sponsoring überdenken.

Adidas

Der Sportausrüster lege an sein eigenes Verhalten höchste ethische Maßstäbe, erklärte Adidas am Mittwoch. „Wir erwarten dieses Verhalten auch von unseren Partnern“, so das Unternehmen.

Mc Donald's

Als „extrem besorgniserregend“ bezeichnete Mc Donald's die jüngsten Entwicklungen gegenüber dem „BBC“ und forderte gleichzeitig eine lückenlose Aufklärung der Ereignisse.

Hyundai

Auch Hyundai blickt kritisch auf den Weltfußballverband. Das koreanische Unternehmen zeigte sich besorgt über die schweren Anschuldigungen.

Coca Cola

„Die Ideale der FIFA sind getrübt“, erklärte Coca Cola, einer der größten Sponsoren.

Gazprom

Der russische Energiekonzern stärkte der FIFA hingegen den Rücken. Gegenüber der „Bild-Zeitung“ sagte ein Gazprom-Sprecher: „Die Lage bei der FIFA hat keinen Einfluss auf den Sponsorenvertrag mit Gazprom.“

Sony und Emirates

Sony und Emirates zählten lange zu den Hauptpartnern des Fußballverbandes – im vergangenen Jahr kündigten sie allerdings die Partnerschaft. Aus Angst, das schlechte Image könnte auf sie abfärben.

Als Option wurde auch ein Rückzug der Uefa-Mitglieder aus dem Fifa-Exekutivkomitee genannt. Auch hierbei dürfte es sich aber vorerst nur um eine Drohkulisse handeln. Am Samstag wird mit der Teilnahme der Europäer an der Exko-Sitzung in Zürich gerechnet. Nur der Engländer David Gill hatte schon vor der Blatter-Wahl seinen sofortigen Rückzug angekündigt und wird dem Meeting fernbleiben.

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