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09.02.2015

13:16 Uhr

Real Madrid am Pranger

Cristiano Ronaldo feiert „Fest der Schande“

Peinliche Derby-Pleite und trotzdem gefeiert: Das Starensemble von Real Madrid bewältigte den Frust nach dem 0:4 gegen Stadtrivale Atlético offenbar feuchtfröhlich auf der Geburtstagsparty von Weltfußballer Ronaldo.

Erst Frust, dann Party: Der Real-Superstar feierte nach der Derby-Pleite seinen 30. Geburtstag. dpa

Cristiano Ronaldo

Erst Frust, dann Party: Der Real-Superstar feierte nach der Derby-Pleite seinen 30. Geburtstag.

MadridGeburtstagskind Cristiano Ronaldo sang leicht angeschlagen mit Zylinder auf dem Kopf in ein Glitzermikro, der eigentlich verletzte James Rodriguez strahlte in eine Handykamera: Statt Frust nach dem peinlichen „Desaster“ gegen Stadtrivale Atlético zu schieben, feierte das Starensemble von Real Madrid lieber den 30. Geburtstag des Weltfußballers. Der Champions-League-Sieger hat sein „Partygate“. In den sozialen Medien in Spanien verbreitete sich schnell der Ausdruck „Fest der Schande“.

„Das war die schlechteste Leistung von uns, seitdem ich hier Trainer bin“, sagte Erfolgscoach Carlo Ancelotti – und meinte damit nicht die Party im edlen Restaurant IN Zalacaín, die mit der gesamten Mannschaft und 150 geladenen Gästen bis in die frühen Morgenstunden ging. Das 0:4 (0:2) zuvor im Vicente-Calderon-Stadion war die höchste Saisonpleite der Königlichen. Ein „Desaster“, sagte Stürmer Karim Benzema. Die Weltmeister Toni Kroos und Sami Khedira standen in der Startelf. Die Fans tobten.

„Das war ein Tag, den wir so schnell wie möglich vergessen müssen“, sagte Ronaldo, der am Donnerstag 30 Jahre alt wurde: „Wir waren einfach schlecht. Real Madrid darf nicht 0:4 verlieren – gegen kein Team der Welt.“ Die schwarze Serie des Portugiesen, der jüngst von seiner langjährigen Freundin verlassen wurde, weniger Tore erzielt und beim FC Córdoba (1:2) des Feldes verwiesen wurde, hält an. Kein Wunder, dass er die Nerven verlor, als er nach seiner Tätlichkeit und einer Provokation der Córdoba-Fans vor zwei Wochen gefragt wurde. „Das war vor drei Monaten schon, du bist nicht intelligent“, schimpfte er.

Was Sie noch nicht über Christiano Ronaldo wussten

Der Biograf

Luca Caioli ist einer der renommiertesten Sportbiografen. In deinem jüngst erschienenen Buch "Ronaldo. Die Geschichte eines Besessenen" (Verlag die Werkstatt) sind viele Anekdoten zu finden, die es so noch nicht zu lesen gab. Zudem räumt Caoli mit so manchem Klischee auf.

Die ersten Jahre

Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro wird am 5. Februar 1985 auf Madeira geboren. Er ist das vierte Kind seiner Eltern und war nicht geplant. Sein Name Ronaldo kommt von Ronald Reagan. Trotz der materiellen Armut verlebt er eine glückliche Kindheit, vor allem dank des Fußballs. Seine Klassenlehrerin beschreibt ihn als artig, witzig und „einen guten Freund seiner Klassenkameraden“.

Die Heulsuse

Der kleine Cristiano war gar nicht klein, sondern einen Kopf größer als die anderen, aber dafür sehr dünn. Wegen seiner laufintensiven Spielweise und seines Trainingsfleißes wurde er „die kleine Biene“ genannt. Andere schmähten ihn als Heulsuse, weil ihm nach verlorenen Spielen oft die Tränen über die Wangen kullerten.

Waschen und Bügeln

Bei Sporting Lissabon im Fußballinternat muss Ronaldo mit 12 Jahren weit entfernt der Heimat Selbstständigkeit beweisen. Dazu gehört auch zu waschen und zu bügeln. Das erste Jahr ist eine Tortur, doch dann gewöhnt er sich ein.

Der Balljunge

Die 50 Euro, die Ronaldo pro Monat bekommt, gehen für Schulhefte, Bücher und Klamotten drauf. Dazu verdiente er sich Geld als Balljunge bei den Heimspielen von Sporting. Seine Kindheit genießen konnte der Junge freilich nie.

Kraftraum statt Schule

Für die Schule macht Cristiano nur das Nötigste und geht nach der neunten Klasse ab. Dabei ist er ein ordentlicher Schüler. Ansonsten ist er ein Ausbund an Disziplin. Als er 13 ist, müssen ihn die Trainer aus dem Kraftraum entfernen, weil er es übertreibt.

Ende der Karriere droht

Mit 15 hat Ronaldo ein ernsthaftes Problem: Sein Ruhepuls ist deutlich zu hoch. Er braucht eine Operation. Per Laser wird eine beschädigte Zone in seinem Herzen repariert. Nach wenigen Tagen ist alles wieder gut. Mit 16 ist Ronaldo der Star der Akademie. In einer einzigen Saison tritt er für die U16, U17, U18 und die erste sowie zweite Seniorenmannschaft an. 2001 unterschreibt der 16-Jährige seinen ersten Profivertrag und bekommt 2000 Euro im Monat. Seine Ablösesumme wird auf 20 Millionen Euro festgeschrieben.

Manchester United

Alex Ferguson ist ein Trainerfuchs: Als Manchester United am 6. August 2003 gegen Sporting Lissabon spielt, ist der Wechsel von Ronaldo zu den „Red Devils“ längst beschlossene Sache. Die Spieler von ManU wissen davon noch nichts. Nach einer beeindruckenden Vorstellung Ronaldos fordern selbst schwer zu begeisternde Größen wie Phil Neville: „Wir haben alle zum Boss gesagt: Den müssen wir verpflichten.“ So glauben die Spieler, sie hätten den Wechsel des Portugiesen erst forciert.

Schwer Start mit Strähnchen

Die britischen Journalisten sind von Ronaldo zunächst gar nicht beeindruckt. Sein Auftreten mit Strähnchen im Haar und die für so einen jungen Spund enorme Ablösesumme machen sie skeptisch. Und tatsächlich setzt ihn Ferguson nur dosiert ein. In den ersten Monaten muss Ronaldo häufig auf der Bank platznehmen. Doch seine Leistungen lassen ihn zum Publikumsliebling werden und sogar seinen Vorgänger mit der Nummer 7, Davis Beckham, vergessen.

Tod des Vaters

Ronaldos alkoholkranker Vater stirbt am 6. September 2005. An diesem Tag ist Ronaldo mit der portugiesischen Nationalmannschaft in Russland zu Gast. Sein Trainer Scolari nimmt überrascht zur Kenntnis, dass sein junger Star trotz der Nachricht am nächsten Tag auflaufen will. Seine Mitspieler und die Fans rechnen ihm das hoch an.

Vorwurf der Vergewaltigung

Kurz nach dieser tragischen Nachricht wird Ronaldo mit dem Vorwurf konfrontiert, eine junge Frau vergewaltigt zu haben. Die Medien steigen in übertriebenem Maß ein und sprechen gar von einer „Verhaftung“ Ronaldos. Nach kurzer Zeit entpuppen sich die Vorwürfe als falsch, aber eine Entschuldigung gibt es nie.

Der Frauenheld

Die Liste der angeblichen und tatsächlichen Liebhaberinnen ist lang. Dabei hält Ronaldo sein Liebesleben privat. Ob Paris Hilton tatsächlich nur „eine gute Freundin“ sei oder ob da nicht doch mehr war, bleibt im Dunkeln. Bewiesen ist, dass die beiden in Hollywood einen netten Abend verbracht hatten und für 17.000 Dollar mit reichlich Champagner feierten. Zuletzt wurde es jedoch deutlich ruhiger um Ronaldo.

Die Vaterschaft

Am 3. Juli 2010 verkündet Ronaldo, dass er Vater geworden ist. Die Identität der Mutter hält er streng geheim. Bekannt ist, dass sie auf das Sorgerecht verzichtet hat. Der Fußballer kümmert sich gemeinsam mit seiner Familie und Lebensgefährten um den Kleinen.

Cash Cow für Real Madrid

Ronaldos Ablösesumme von 94 Millionen Euro klingen aberwitzig. Doch selbst wenn man das Gehalt mit allem drum und dran dazurechnet, ist der Portugiese eine lohnenswerte Investition. Laut den Berechnungen von Biograf Caioli bringt Ronaldo seinem Arbeitgeber über Fernsehrechte, Werbung und verkaufte Trikots rund 60 Millionen Euro pro Spielzeit ein.

Die spanische Zeitung AS berichtete spät am Abend von einem bei Facebook geposteten Foto des Superstars mit dem kolumbianischen Starsänger Kevin Roldan, der für den Showact auf der Geburtstagsparty verantwortlich war. Mit Rodriguez (am Donnerstag am Mittelfuß operiert), Torwart Keylor Navas und Marcelo postete Roldan sogar ein Video. Enttäuscht war darauf keiner der Fußball-Asse.

Kommentare (2)

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Herr never mind

09.02.2015, 18:54 Uhr

ich bin keinesfalls ein Fan von diesem Kasper, aber was er in seiner privaten Freizeit mit wem macht, ist sein Problem. Ich feiere meinen Geburtstag auch wenn der Tag im Büro schlecht war....

Herr Marc Schindler

10.02.2015, 11:15 Uhr

Ich sehe das wie Herr never mind. Lasst ihn doch privat machen was er will auch wenn er noch so unsympathisch ist. Kann es nicht nachvollziehen, warum das die Leute bei dieser Abstimmung so tragisch finden http://tinyurl.com/ronaldo-partygate

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