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26.01.2017

17:08 Uhr

Rekordergebnis für Bundesliga

Spielend reich werden

VonDiana Fröhlich

Zum zwölften Mal in Serie feiert die DFL einen Umsatzrekord: Die Bundesliga-Klubs haben in der vergangenen Saison über drei Milliarden Euro eingenommen. Doch ist das schon die Wachstumsgrenze? Eine Analyse.

Der DFL-Geschäftsführer verkündet Rekorde – und greift doch nach mehr. dpa

Christian Seifert

Der DFL-Geschäftsführer verkündet Rekorde – und greift doch nach mehr.

FrankfurtChristian Seifert könnte sich zurücklehnen, es sich in seinem Büro gemütlich machen. Wohlwissend, dass er einen guten Job macht. Einen sehr guten. Seit vielen Jahren schon gibt er, immer Ende Januar, stolz die positive wirtschaftliche Entwicklung des Profifußballs in Deutschland bekannt. Für die er verantwortlich ist. Die Liga eilt von Umsatzrekord zu Umsatzrekord, der Gewinn hat sich vervielfacht. Dank ausverkaufter Stadien, dank der Attraktivität des deutschen Fußballs für das Fernsehen und die Sponsoren , dank der Erlöse auf dem Transfermarkt.

Doch der 47-Jährige lehnt sich nicht zurück. Auch nicht an diesem Donnerstagmittag. Im Gegenteil. Er beugt sich vor, spricht mit fester, lauter Stimme ins Mikrofon. Rund zwei Dutzend Journalisten sind in die DFL-Zentrale nach Frankfurt gekommen, um dem Chef der Deutschen Fußball-Liga dabei zuzuhören, wie er sich die Zukunft des deutschen Profifußballs vorstellt. Und wie sich die Gegenwart darstellt: Zum ersten Mal haben die 18 Klubs in der vergangenen Saison zusammen die Umsatzmarke von drei Milliarden Euro überboten. Insgesamt wurde in der Saison 2015/16 die Summe von 3,24 Milliarden Euro umgesetzt.

Das Bemerkenswerte daran ist: Selbst bei ihrem zwölften Rekord in Serie hat es die Branche geschafft, den Vorjahreswert von 2,62 Milliarden Euro noch einmal um 23,71 Prozent zu steigern. Dabei spielt der neue, gigantische Fernsehvertrag, der den Vereinen der Ersten und Zweiten Liga in Zukunft pro Spielzeit erstmals mehr als eine Milliarde Euro an Medieneinnahmen garantiert, bei diesen Zahlen noch gar keine Rolle. Er gilt erst ab der Saison 2017/18. Es ist also davon auszugehen, dass Seifert in zwölf Monaten den nächsten Rekord vermelden kann.

Bundesliga-Report 2017: Die Saison 2016/17

Umsatz Bundesliga

Die nächste Rekordmarke ist geknackt: In der Saison 2015/16 erlösten die 18 Bundesligaklubs zusammen erstmals über drei Milliarden Euro. 3,24 Milliarden Euro bedeuten im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 622 Millionen Euro, beziehungsweise 23,7 Prozent.

Umsatz 2. Bundesliga

In Liga 2 steht ein Umsatz von 608,3 Millionen Euro zu Buche – ein plus von 20,6 Prozent.

Umsatz insgesamt

Alle 36 Klubs aus Bundesliga und 2. Bundesliga zusammen erlösten damit die Rekordsumme von 3,85 Prozent – ein Plus von 23,2 Prozent.

Gewinn

Mit 206,2 Millionen Euro nach Steuern liegt der Gewinn der 18 Bundesligisten viermal so hoch wie im Vorjahr. 16 der 18 Klubs erwirtschafteten einen Gewinn. Weniger rosig das Bild in der 2. Bundesliga: Hier belief sich der Gewinn auf 1,3 Millionen Euro – im Vergleich zu 5,4 Millionen Euro im Vorjahr. Elf von 18 Klubs machten Gewinn, 2014/15 waren es noch 16.

Volkswirtschaftliche Bedeutung

Die 36 deutschen Klubs und ihre Angestellten zahlten zusammen 1,13 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben, sowie an Sozial- und Unfallversicherung. 152,8 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum – der deutsche Fiskus nahm also durch den Profifußball erstmals mehr als eine Milliarde Euro ein.

Zuschauer

12,9 Millionen Zuschauer hatte die Bundesliga 2015/16 – erstmals seit zwei Saisons fällt die Zuschauerzahl damit knapp unter die Marke von 13 Millionen. Der Schnitt bleibt aber bei über 42.000 Stadionbesuchern pro Spiel. In die Stadien der 2. Bundesliga kamen 5,8 Millionen Besucher, ein Rekordergebnis. Insgesamt kamen damit 18,79 Millionen Fans, der zweitbeste Wert nach 2011/12 (18,81 Millionen).

Dauerkarten

Nach einem leichten Rückgang in der Vorsaison (10,19 Millionen Stück nach 10,32 in 2013/14) steigt die Zahl der Dauerkarten für Bundesliga und 2. Bundesliga 2015 wieder auf 10,59 Millionen Stück an.

Sicherheit in Stadien

14.058 Menschen arbeiteten in der Saison 2015/16 im Umfeld der Spiele für private Wach- und Sicherheitsdienste – 2014/15 waren es 13.021.

DFL-Fazit

„Der deutsche Profifußball setzt seinen erfolgreichen Weg fort. Er zeigt sich ökonomisch stark, höchst populär und gesellschaftlich engagiert“, urteilt die DFL in ihrem Report. „Ein stabiles Fundament, das durch nachhaltiges Wachstum entstanden ist.“

Nach der englischen Premier League ist die Bundesliga im europäischen Vergleich weiterhin die Nummer zwei. „Das Wachstum ist notwendig, um international konkurrenzfähig zu bleiben“, erklärte Seifert. Und weiter: „Wir sind sehr zufrieden.“ In keiner anderen europäischen Top-Liga werden pro Spiel mehr Tore geschossen als in der Bundesliga, die meisten Zuschauer pro Spiel – weltweit – hat die Liga ohnehin. Und sie ist so jung wie kaum eine andere.

Es gilt Tabus zu beachten

Besser geht es doch nicht. Oder? Wann platzt die viel beschworene Blase, wann lässt das Interesse der Fans nach, wann verlieren sie vor lauter Kommerz die Lust am Spiel? Wenn das schier grenzenlose Wachstum im Fußball eine Notwendigkeit ist, um international mithalten zu können, dann muss man genau wissen, wer es finanziert. Die DFL steckt deshalb nach eigenen Angaben viel Geld in die Marktforschung, der Verband will wissen, wie die Menschen denken, die jede Woche ins Stadion gehen, die kein Spiel im Fernsehen verpassen. Für die die Emotionen, die der Fußball weckt, so wichtig sind.

Und kommt zu der Erkenntnis: „Stand heute haben wir die Wachstumsgrenze nicht erreicht“, sagte Seifert in Frankfurt. Doch er weiß, dass er vorsichtig sein muss, dass er nicht überziehen darf. „Das Seherlebnis darf nicht leiden“, so nennt er das. Heißt: Werbeunterbrechungen während des Spiels, wie es beispielsweise im American Football üblich ist, sind tabu. Und auch die Nachwuchsarbeit muss immer weiter verbessert werden. Die Infrastruktur steht, das Konzept aber muss weiter entwickelt werden.

DFL-Report: Alle 18 Bundesliga-Klubs sind profitabel

DFL-Report

Alle 18 Bundesliga-Klubs sind profitabel

Die 1. Bundesliga schreibt neue Rekorde. 13 Klubs erreichen einen Umsatz über der Marke von 100 Millionen Euro. Der Umsatz liegt über drei Milliarden Euro, Steuern und Abgaben über einer Milliarde. Der Report der DFL.

Aus dem vorgestellten Bundesliga-Report geht auch hervor: Rund eine Milliarde Euro fließen mittlerweile in die Gehälter der Spieler und Trainer. Bei etwa 530 Profis in der höchsten deutschen Spielklasse macht das ein durchschnittliches Jahreseinkommen pro Spieler von rund 1,9 Millionen Euro. „Jeder, der in der Bundesliga spielt, sollte wem auch immer dankbar sein, dass er dieses Talent besitzt“, sagte der DFL-Geschäftsführer. Und: „Aus Sicht des Durchschnittsverdieners in Deutschland ist das unfassbar viel Geld. Aus Sicht eines Drei-Milliarden-Unternehmens wie der Bundesliga muss man aber auch sagen: Die Kernwertschöpfung geht nur von einem sehr geringen Personenkreis von etwa 530 Spielern aus.“ Heißt: Die Spieler haben diese Summen durchaus verdient.

Bleibt abzuwarten, wie lange der Fan Seifert da noch zustimmt.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

27.01.2017, 11:23 Uhr

"Sergio Puntila27.01.2017, 09:30 Uhr
Der Chefdemokratenfresser als Oberkommentator des HB sondert in gewohnt langweiliger Manier, klingt schon fast andressiert, was Sie hier tagtäglich vor sich hingeifern, werter MH"

Ich geifere nicht, ich kommentiere. Ich gebe mir den ganzen Tag große Mühe, jeden, aber auch wirklich jeden Artikel zu kommentieren,
um die Leute von der grün-sozialistischen Murkselregierung zu warnen.

Ja, ich bin ein Fan von Trump und Putin, das sind wenigstens noch zwei echte Kerle mit eigener Meinung, nicht wie unser sprechender Hosenanzug!

Ja, ich bin ein Anhänger der AFD, denn nur diese Partei kann unser Reich noch retten!

Nein, ich bin nicht arbeitslos und habe deshalb soviel Zeit Kommentare zu schreiben, ich bin arbeitssuchend!
Danke

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